Die Hochwasserlage an der Elbe in Brandenburg hat sich nicht verschärft. Bei anhaltend hohen Wasserständen sind die Deiche in der Prignitz aber weiter stark gefährdet. Kritisch bleibt die Lage an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt.

15.03 Uhr: Spendenkonto Landkreis Prignitz eingerichtet

Der Landkreis Prignitz hat ein Spendenkonto für die Opfer des Rekord-Elbehochwassers 2013 in der Region eingerichtet. Viele Prignitzer hätten sich in der Kreisverwaltung gemeldet und ihre finanzielle Unterstützung angeboten, teilte eine Kreissprecherin am Mittwoch in Perleberg mit. Zugleich wollen viele die Prignitzer Flutopfer auch mit Möbel- und Hausratspenden unterstützen. Am kommenden Montag soll eine Hilfsaktion anlaufen, bei der Gegenstände angegeben werden können. Die Koordinierung ist der Stadt Wittenberge, dem Amt Bad Wilsnack/Weisen und zwei Trägervereinen übertragen worden.

Sparkasse Prignitz

BLZ 160 501 01

Kontonummer 1 311 011 400

Verwendungszweck „Elbehochwasser 2013“ eingerichtet.

Folgende Angaben sind notwendig:

- Verwendungszweck „Elbehochwasser 2013“

- Name und die Anschrift des Spenders (für die Erstellung einer Spendenbescheinigung)

12.24 Uhr: 400 Millionen Euro investiert

Die Landesregierung von Brandenburg sieht sich in ihrem Vorgehen bestätigt. Rund 10.000 Hektar Polderflächen stehen in der Mark zur Verfügung, seit 1997 hat das Land rund 400 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.

12.21 Uhr: Brandenburgs Finanzministerium bietet Hotline an

Seit dem Vormittag ist eine landesweite Hochwasser-Hotline des Brandenburger Finanzministeriums geschaltet. Unter der Telefonnummer 0331 – 866 6868 erhalten Geschädigte telefonische Hilfe.

12.18 Uhr: An der Stepenitz gibt es keine Deiche

Das Hochwasser der Elbe ist mittlerweile auch in das Flüsschen Stepenitz geflossen. Dort sind die geplanten Deiche noch nicht gebaut. Deshalb wurden in der Gemeinde Breese mehrere Häuser überflutet.

12.14 Uhr: Notdeich wird verlängert

Um das westliche Havelland vor den Fluten zu schützen, lässt der Krisenstab einen Notdeich verlängern. Ein rund 3,5 Kilometer langer Schutzwall war bereits am Montag gebaut worden, weitere drei Kilometer sollen nun zwischen Schmetzdorf und Zollchow entstehen.

„Die Arbeiten begannen in der Nacht“, sagt ein Sprecher des Krisenstabes. Mehr als 100.000 Sandsäcke sollen zusätzlich herbeigeschafft werden, teilt das Landratsamt in Rathenow mit. Die Helfer werden von etwa 200 Bundeswehrsoldaten unterstützt.

12 Uhr: Elbwasser dringt in die Mark vor

Im Havelland bestimmt vor allem die dramatische Entwicklung in Sachsen-Anhalt das Geschehen. Nach der Überflutung von Fischbeck (Landkreis Stendal) dringt Elbwasser zunehmend in Richtung Mark. Davon könnte die Kreisstadt Rathenow an der Havel betroffen sein. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will erneut mit Helfern und Verantwortlichen des Krisenmanagements sprechen.

11.38 Uhr: Druck auf die Deiche ist immens

Trotz eines leicht sinkenden Wasserstandes der Elbe in der Prignitz bleibt die Hochwasserlage in Brandenburg angespannt. Die Wassermassen drücken bei Wittenberge weiter massiv auf die Deiche. Mit 7,58 Meter war der Pegelstand am Morgen (6 Uhr) nach Angaben der Koordinierungsstelle im Innenministerium immer noch deutlich über den Werten der Flut im Sommer 2002 (7,34 Meter).

11.30 Uhr: Bahnverkehr von und nach Berlin noch immer gestört

Wer heute mit der Bahn von oder nach Berlin unterwegs ist, sollte sich über seine Zugverbindung informieren. Die Bahn meldet alle Störungen wegen des Hochwassers auf ihrer Internetseite.

10.45 Uhr: Orte bei Fischbeck werden evakuiert

Nach dem Deichbruch bei Fischbeck (Sachsne-Anhalt) müssen weitere überflutete Orte im Landkreis Stendal evakuiert werden. Nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung ist die Lage in einigen Orten dramatisch. Schon in der Nacht wurden die Bewohner von Wust bei Fischbeck aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen.

Am Morgen wurden auch die Menschen in Klietz und Kamern aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Es besteht nach Angaben des Krisenstabs ernsthafte Lebensgefahr. Laut einer Schätzung könnten sich jedoch noch immer rund 200 Menschen in den drei Orten befinden.

10.20 Uhr: Helfern verhindern Durchsickern

Bis sich die Situation in der Prignitz entspannt, werden nach Einschätzung der Behörden einige Tage vergehen. Das Wasser werde noch mehrere Tage mit Wucht auf die Deiche drücken. Etwa 2600 Helfer sind in der Region zur Stelle, um ein Durchsickern zu verhindern.

10.09 Uhr: Aufräumen in Mühlberg

Im Süden des Landes haben unterdessen die Aufräumarbeiten begonnen. In der 4200-Einwohner-Stadt Mühlberg wurden der einwöchige Katastrophenalarm und die höchste Alarmstufe 4 bereits am Dienstag aufgehoben.

9.58 Uhr: Politiker wieder in der Prignitz vor Ort

Wegen der nach wie vor angespannten Hochwasserlage in der Prignitz und im Havelland hält die Landesregierung weiter persönlichen Kontakt zum Krisenmanagement. Ministerpräsident Matthias Platzeck und Innenminister Dietmar Woidke (beide SPD) machten sich am Mittwochmorgen aus der Luft ein Bild.

Im Anschluss wollte Platzeck das Katastrophenschutzzentrum in Wittenberge (Prignitz) besuchen und Woidke in der Region mit weiteren Einsatzkräften sprechen. Am Mittag will sich der Innenminister zudem mit Feuerwehrleuten in Breese treffen.

Umweltministerin Anita Tack (Linke) berät sich in Perleberg mit dem Hochwasserstab.

9.52 Uhr: Urlaub anders als gedacht

Ihre lange geplante Fahrradtour haben sie sich anders vorgestellt. Wolfgang Stürze (69) und Klaus Kruse (70) aus Rellingen im Kreis Pinneberg sind am Sonntag in Magdeburg gestartet. Wittenberge ist ihre dritte Station.

Statt die Landschaft auf dem Deich genießen zu können, sind sie auf der Landstraße unterwegs. „Auf dem Weg in unsere Pension wurden wir über die Autobrücke geleitet, erzählt Kruse. „Vor uns die Einsatzwagen der Bundeswehr, hinter uns die Fahrzeuge des THW.“

Ganz schön gestaunt haben sie, als sie mitbekamen, dass außer ihrem Pensionswirt kaum jemand mehr in der Wittenberger Altstadt wohnt. Die Bewohner sind vor Tagen aufgefordert worden, ihre Häuser freiwillig zu verlassen.

9.30 Uhr: Deutsche Rosenschau vom Wasser verschont

Trotz des Hochwassers der Neiße ist der Ostdeutsche Rosengarten in der Stadt Forst nicht gefährdet. Das 100. Jubiläum und die Deutsche Rosenschau können wie geplant an diesem Freitag gefeiert werden. Die Scheitelwelle des deutsch-polnischen Grenzflusses neben dem Rosengarten habe die Stadt vor einer Woche mit der zweithöchsten Stufe 3 passiert. Die Deiche hielten jedoch dem Druck stand. In dem Gartenpark blühen schon einige der 40.000 Rosenstöcke.

9.02 Uhr: Kauder will Spendengala

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) fordert ARD und ZDF auf, im Rahmen einer Spendengala Geld für die Flutopfer zu sammeln. „Die Flut ist eine nationale Katastrophe“, sagte Kauder der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch: „Daher sollte mindestens einer der beiden großen öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehprogramme eine Sendung machen, in denen die Bürger direkt spenden könnten.“ Der MDR sei am Wochenende mit gutem Beispiel vorangegangen, erklärte der Fraktionschef. ARD und ZDF sollten nun überlegen, „ob sie nicht zu Linderung der Schäden durch die Flut eine extra Spenden-Gala veranstalten“.

9 Uhr: Wasser 20 Zentimeter gesunken

Klaus Bentin ist heute einer der ersten am Deich in Weisen bei Wittenberge. Mit seinem lila Fahrrad schaut er mehrmals am Tag an der Elbe vorbei. „Das Wasser ist etwa 20 Zentimeter gesunken“, sagt der 75-jährige, „doch aufpassen muss man weiterhin.“ Im Keller seines Hauses, das 500 Meter von der Elbe entfernt liegt, hat er die ersten Wasserstellen entdeckt. Das Grundwasser drückt nach oben.

8.45 Uhr: Versorgung sichern

Um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, dürfen die Geschäfte in der Prignitzer Hochwasserregion auch am kommenden Sonntag öffnen. Auf Antrag der Stadtverwaltung hat der Lankreis eine entsprechende Ausnahmegenehmigung erteilt.

8.41 Uhr: Pause beim Sandsackfüllen

Wegen des ausreichenden Vorrates an Sandsäcken wird am Mittwoch, 12. Juni, in Wittenberge eine Pause beim Sandsackbefüllen eingelegt. Das heißt auf dem Abfüllplatz werden keine Helfer gebraucht, vermeldet die Stadt an der Elbe.

8.30 Uhr: Auf der falschen Seite des Deiches

Jens Neumann und seine Eltern leben auf der falschen Seite: ihre beiden Häuser im Ortsteil Breese von Wittenberge (Prignitz) sind buchstäblich abgesoffen. „Der uns 2002 versprochene Deich ist bis heute nicht da“, sagte Neumann. Die durch den Ort führende Hauptstraße sei nun mit Sandsäcken einen knappen Meter erhöht worden und diene als provisorischer Deich. Die eine Hälfte der Bewohner werde vor dem Hochwasser der Stepenitz geschützt, die im niedriger gelegenen Teil jedoch nicht.

Normalerweise ist die Stepenitz ein beschauliches Flüsschen, jetzt führt es wie die Elbe Hochwasser. „Wir konnten nur hilflos zusehen, wie das Wasser in den Hof und ins Haus floss“, berichtete Neumann. Er beklagte, dass die Familien alleingelassen wurden. „Sandsäcke mussten wir uns fast erbetteln.“

7.58 Uhr: In Wittenberge sinkt der Pegel

Der Pegel der Elbe ist leicht gesunken. Aktuell liegt er bei 7,58 Meter. Eine Entspannung sei dies auf keinen Fall. Am 15. Mai hat der Pegelstand der Elbe 3,38 Meter betragen. Der Höchststand lag am 9. Juni bei 7,85 Meter. Jetzt beginnen die Deiche richtig aufzuweichen, beurteilen Anwohner die aktuelle Situation. Im evakuierten Gebiet in der Altstadt Wittenbergs, mit dem Hafenviertel, bekommen Anwohner nur mit Passierschein Zutritt.

7.20 Uhr: Notdeich wird verstärkt

Zum Schutz vor einer Überflutung wird ein am Montag errichteter Notdeich im Havelland am Mittwochmorgen verstärkt. Während der Aktion wird die Straße zwischen Schmetzdorf und Zollchow gesperrt.

6.30 Uhr: ICE-Verspätungen in Berlin

Die Sperrung einer Elbbrücke wegen Hochwassers bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt wird auch am Mittwoch Verspätungen im Fernbahnverkehr verursachen. Freigegeben wurde dagegen nach Angaben der Deutschen Bahn eine bisher gesperrte Elbbrücke in Biederitz bei Magdeburg. Über sie sollen nun die ICE-Züge der Strecke Köln-Berlin fahren. Es komme aber zu Verspätungen; auch auf der Strecke Berlin-Frankfurt am Main sei weiter mit Verzögerungen zu rechnen.

Auch im Regionalbahnverkehr gibt es in der Region zahlreiche Einschränkungen. Wie lange die Sperrung der Brücke bei Schönhausen dauern werde, sei noch nicht abzusehen, sagte ein Bahnsprecher.