20.50 Uhr: Mühlberg - Die Bewohner verlassen die Stadt in Bussen

Die Evakuierung der Bewohner von Mühlberg geht voran. In Bussen werden die Menschen aus der Stadt gebracht, nachdem sie sich an den Sammelstellen eingefunden hatten.

Die Einwohner richten bange Blicke in Richtung der Deiche und fragen sich: Werden sie halten?

Andreas Neumann wohnt nur einige Hundert Meter vom Deich entfernt. „Angst vor einer Überflutung habe ich nicht“, sagt er. „Der Damm hat im Jahr 2002 gehalten, und seitdem ist er verstärkt worden und wird wieder halten.“

Doch die Zeit drängt, denn die Elbe hat in Mühlberg inzwischen die Neun-Meter-Marke überschritten – beim Jahrhunderthochwasser 2002 stieg der Fluss hier auf 9,98 Meter.

Aber die mit Tausenden Sandsäcken verstärkten Deiche hielten dem Druck der Wassermassen stand.

Ob sich dieses „Wunder von Mühlberg“ wiederholen lässt, weiß derzeit niemand.

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20.05 Uhr: Die Spree bricht durch die ersten Wälle

In Spremberg dringt die Spree durch die ersten Sandsackwälle auf die Straßen. Die Feuerwehr und andere Helfer halten die Neugierigen vom Ufer fern.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass in manchen Bereichen der Strom abgeschaltet wird.

19.05 Uhr: Die ersten Spremberger steigen auf Kanus um

In Spremberg sind mehrere Bewohner inzwischen auf Boote umgestiegen - in den Straßen. Im Kanu paddeln beispielsweise zwei junge Frauen durch den niedrig gelegenen Vorort Cantorf.

Dort ist das Wasser seit gestern bis auf den zentralen Lindenplatz gestiegen, es steht in Gärten, Kellern, Einfahrten. Am Rand halten zwei Angestellte der Stadt Wache - vorerst vor allem, um Schaulustige fernzuhalten.

Doch der Spree-Pegel steigt und steigt - am Nachmittag lag er bei 4,40 Metern.

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18.52 Uhr: Platzeck erwartet die Flut für Freitag

"Ich bin heute Abend wesentlich ruhiger als vor 48 Stunden, hier am Deich in Mühlberg ist richtig viel geleistet worden", erklärt Ministerpräsident Matthias Platzeck in Anbetracht der Lage. Er erwarte den Scheitelpunkt der Flut für Freitag oder Sonnabend, "im Norden Brandenburgs kann es sicher noch acht, neun Tage dauern."

Daneben wünscht sich Brandenburgs Ministerpräsident, dass Panik genauso vermieden werde wie Sorglosigkeit. „Das ist natürlich ein schmaler Grad. Aber vor elf Jahren haben wir genau das geschafft.“

Und weiter: „Ich habe das Gefühl, dass hier mit der nötigen Ruhe ans Werk gegangen wird, Mühlberg ist ja hochwassererprobt, keiner hier ist hektisch.“

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Die Evakuierung sei ein mehrstufiger Prozess, so Platzeck. „Hilfsbedürftige Personen werden jetzt evakuiert, für die anderen Bewohner ist es ein Angebot. Wir haben mündige Bürger. Ich habe Verständnis für alle, die sagen, wir warten noch ab - aber jeden, der gehen möchte, wird von uns unterstützt."

Unterstützung bekommen die Mühlberger von Soldaten: 100 Mann von der Panzergrenadierbrigade aus Sachsen werden laut des Landeskommandos Brandenburg für die Deichverstärkung eingesetzt.

Platzecks Prognose für den schlimmsten Fall lautet: "Wenn der Deich hier in Mühlberg nicht halten sollte, stehen zwei Drittel der Stadt unter Wasser und das Gebiet bis Herzberg wird überflutet."

18.30 Uhr: Mühlberg - Platzeck begeht den Deich

Ministerpräsident Platzeck (SPD) ist nun in Mühlberg angekommen und begeht mit der Bürgermeisterin der Stadt den Deich.

In der Landtagssitzung in Potsdam hatte er zuvor erklärt: „Die Sicherheit der Menschen ist nicht mehr zu gewährleisten“.

Auch der Landrat des Elbe-Elster-Kreises, Christian Jaschinski (CDU) äußerte im Zuge dessen: „Wir haben die Bewohner von Mühlberg dazu aufgerufen, im eigenen Interesse ihre Häuser zu verlassen“. Auf Zwang wolle man jedoch vorerst verzichten. Auch Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) unterstützte diese Aufforderung beim Besuch.

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18.04 Uhr: Cottbus - Die Bundeswehr hilft

Die ganze Nacht durch haben die Kleingärtner in Cottbus schon Säcke gestapelt, um ihre an der Spree vor den Wassermassen zu schützen. Am Mittwochnachmittag dann kam Hilfe.

Ein Bundeswehr-Lkw brachte Sandsäcke und Soldaten, die abladen halfen. Die Kolonie trägt den poetischen Namen "Am grünen Strand der Spree", doch ihre grünen Ufer, an denen sonst manchmal gegrillt wird, sind schon überflutet. "So viel Wasser habe ich hier noch nie gesehen, und ich habe meinen Garten hier schon 40 Jahre", sagt einer der Kleingärtner.

17.44 Uhr: Mühlberg - Seltsame Stimmung am Hafen

Die Sonne scheint bereits den ganzen Tag über sommerlich warm, der Himmel ist blau wie selten dieses Jahr - alles fühlt sich nach Frühsommer an, nur die Elbe stört die fröhliche Atmosphäre: Sie schwappt braun und vom Wind leicht wellig am Hafen vorbei; nur noch etwa einen Meter trennen Fluss und Deichkante.

Am höchsten Punkt des Hafens treffen sich Mühlberger, fotografieren das Wasser und unterhalten sich. "Ich muss damit rechnen, dass der Keller absäuft", sagt einer. Im Hintergrund hört man gedämpft das Martinshorn der Polizei durch Mühlberg schallen, gefolgt von der immer gleichen Lautsprecherdurchsage, die seit etwa 30 Minuten die Bewohner des Ortes zum Gehen auffordert, "Achtung, Achtung, wegen des anhaltend starken Hochwassers..."

Die Arbeiten am Hafen, wo noch am Mittag Dutzende Freiwillige die Deichanlagen mit Sandsäcken verstärkten und die Feuerwehr den Wall mit Split erhöhte, ruhen mittlerweile. Sie konzentrieren sich jetzt auf ein Gebiet nur ein paar Hundert Meter weiter nördlich, wo der Deich der "Alten Elbe" mit knapp 100 Einsatzhelfern verstärkt wird. Das Wohngebiet dahinter liegt noch etwas tiefer und würde bei einem Deichbruch komplett geflutet.

17.37 Uhr: Ergebnisse der Krisensitzung in Mühlberg

Die stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Kretzschmer (parteilos) hat mit ihren Kollegen im Rathaus gerade an der Sitzung des Krisenstabes teilgenommen, wo Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos) über die alarmierenden Informationen aus dem Hochwasserlagezentrum in der Kreisstadt Herzberg berichtete. „Jetzt werden die Einsatzkräfte zusammengerufen, darunter auch wie damals Soldaten der Bundeswehr“, zeigt sich Kretzschmer erleichtert über die Aussicht auf Hilfe.

Dagegen hat sich in der Stadt mit den ansteigenden Wassermassen Unmut über den schleppenden Informationsfluss aufgebaut. „Bisher wurden wir vom Rathaus nicht informiert, ob wir nun bleiben können oder nicht“, schimpft Karin Wendt. „Wir sitzen hier wie auf einem Pulverfass. Wie sollen wir denn wegkommen, wenn auch noch die Brücken gesperrt werden?“

Der Rentner Hartmut Heischmann pflichtet dem bei: „In dieser Stadt sind zwei Drittel der Bewohner ältere Menschen, die kann man im Ernstfall nicht so schnell woanders hinbringen.“ Doch Kretzschmer kontert: „Wir konnten erst ab der Alarmstufe 4 über eine Evakuierung entscheiden.“ Inzwischen sind die ersten pflege- und hilfsbedürften Bwohner in andere Heime des Landkreises gebracht worden.

Einige Einwohner sind zum Hafen gekommen und schauen auf den breiten Strom. „Dieser Bereich in der Stadt wurde mit Millionenaufwand vor Hochwasser bis elf Meter Höhe gesichert“, sagt Brendel. „An anderen Deichabschnitten laufen noch Sanierungsarbeiten, dort werden die Baustellen befestigt.“

Eine dieser Baustellen ist in Mühlberg direkt neben der großen Brücke, die zum sächsischen Riesa führt. Dort ist schwere Technik im Einsatz, um den Schutzdamm zu befestigen. Die Elbe ist noch zwei Meter von der Deichkrone entfernt – der Abstand wird immer geringer.

17.12 Uhr: Durchsage der Polizei zur Evakuierung Mühlbergs

Bei einer Lautsprecherdurchsage der Polizei wird nun verkündet:

„Achtung, eine wichtige Durchsage. Durch anhaltendes Hochwasser ist Mühlberg nicht mehr sicher. Sie werden gebeten sich bis 20 Uhr mit den notwendigen persönlichen Unterlagen und Sachen an den Sammelpunkten einzufinden.“

Betroffen sind etwa 2500 Menschen in der Mühlberger Altstadt und anderen tiefgelegenen Ortsteilen. Insgesamt leben in der kleinen Elbestadt rund 4000 Menschen.

16.49 Uhr: In Cottbus heißt es Abwarten und Eis essen

Bei „Eis Greschke“ am Spreeufer in Cottbus ist die Welt noch in Ordnung - zwar ist der Fluss schon mächtig gestiegen, Brücken und Ufer sind teilweise gesperrt, aber das Eis in dem beliebten Ufercafe schmeckt.

Auf den Stufen des Cafés kann man direkt an Wasser sitzen - zwei Sitzreihen und der Steg für den Kahn sind schon unter Wasser. Auch der kleine Leonhard und seine Mutter Anke sind vorbeigekommen. Viele ihrer Arbeitskollegen, sagt sie, hätten sich zum Freiwilligen Sandsackschippen gemeldet.

Oberbürgermeister Frank Szymanski hat alle Cottbuserinnen und Cottbuser gebeten, sich als Helferinnen und Helfer zur Verfügung zu stellen, um weitere Sandsäcke zu füllen.

In Cottbus sind insgesamt zehn Brücken gesperrt. Wegen der Gefahren durch mitgeführtes Treibgut wurden diese ständig kontrolliert. Alle nicht mit dem Schutz der Stadt Beauftragten, besonders Kinder, sollen sich laut Aufruf des Bürgermeisters von der Spree fernhalten. Alle Anwohner, die in Spreenähe wohnen, sollen weiterhin auf ihre Keller achten.

16.32 Uhr: Mühlberger sollen bis 18 Uhr ihre Häuser verlassen

Offenbar soll jetzt ganz Mühlenberg evakuiert werden. "Wir sollen bis 18 Uhr unsere Häuser verlassen", sagt der Besitzer eines Gasthauses in der Innenstadt. "Aber wir zögern das noch bis morgen früh raus. Wir haben schon viel erlebt: Das Hochwasser 2002, das von 2006, der Tornado 2010..." Man will erst einmal abwarten, wie sich die Lage entwickelt. "Wir gluckeln schon nicht ab."

Die drei Banken in Mühlberg - Sparkasse, Postbank und Volksbank- haben seit dem Nachmittag geschlossen. Vor der Filiale der Sparkasse liegen knapp 60 Sandsäcke. In einem Schreiben an der Glastür, das noch auf den 4. Juni datiert ist, informiert die Bürgermeisterin des Ortes, Hannelore Brendel, über die Auslösung der Alarmstufe 4 - "eine Evakuierung ist nicht vorgesehen", heißt es in dem Schreiben.

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15.29 Uhr: Platzeck erklärt die Evakuierung Mühlbergs

In der vom Elbehochwasser bedrohten Kleinstadt Mühlberg an der Elbe haben am Mittwochnachmittag die Evakuierungen begonnen. „Die Sicherheit der Menschen ist nicht mehr zu gewährleisten“, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) der Nachrichtenagentur dpa in der laufenden Landtagssitzung. Er fahre sofort in die Stadt, kündigte er sein Verlassen der Debatte an.

14.30 Uhr: Mühlberg an der Elbe für Auswärtige gesperrt

Das Hochwasser in Südbrandenburg nimmt immer kritischere Ausmaße an: Wegen der angespannten Lage vor allem in Mühlberg an der Elbe sei im Landkreis Elbe-Elster am späten Mittwochvormittag Katastrophenalarm ausgelöst worden, teilte der Landkreis in Herzberg mit.

In der Stadt werde derzeit die Evakuierung eines Pflegeheims mit mehr als 100 Menschen vorbereitet. Mühlberg sei zudem für Auswärtige gesperrt worden, um die Behinderung des Katastrophenschutzes durch Schaulustige zu verhindern.

Die Elbe ist den Angaben zufolge in der Stadt seit Sonntag um mehr als drei Meter auf rund 8,90 Meter angestiegen. Ein weiterer Pegelanstieg auf mehr als zehn Meter sei nicht auszuschließen, hieß es. In Mühlberg drohen auch durch zwei Deichbaustellen Gefahren für die Stadt.

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14.10 Uhr: Junge Mühlberger packen kräftig an

Am Hafen in Mühlberg stehen fünf Jungen der A-Jugend vom SV Empor Mühlberg, die seit Dienstagmorgen im Einsatz und von der Schule befreit sind: Michael (17), Eric (14), Leon (16), Tom (17) und Steven (16).

Sie sagen: „In Mühlberg wohnen hauptsächlich alte Menschen, da muss die Jugend an die Front, man kann nicht immer alles den Alten überlassen. Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit: Das ist unsere Heimat, da engagieren wir uns.“

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Ein älterer Mühlberger ist ebenfalls zum Hafen gekommen. „Wenn das Wasser hier über den Hafen geht, ist Mühlberg weg - der Damm hat genau die Höhe der Kaimauer am Hafen. Wir haben ausgeräumt, was wir weg bekommen haben. Das Schlimme am Hochwasser ist ja der Schlamm...“, sagt er.

Ein Rentner: „Das muss ich schon sagen: Die Jugend, das ist allerhand, die knien sich rein. Die haben die halbe Nacht am Deich mitarbeitet.“

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13.50 Uhr: Soldaten aus Brandenburg helfen in Hochwassergebieten

Mehr als 500 Soldaten aus Brandenburg helfen in den Hochwassergebieten. Wie das Landeskommando am Mittwoch in Potsdam mitteilte, unterstützen knapp 300 Männer und Frauen vom Logistikbataillon aus Beelitz (Potsdam-Mittelmark) die Schutzarbeiten in Sachsen-Anhalt im Raum Dessau-Rosslau.

Aber auch in Brandenburg wird die Hilfe der Bundeswehr benötigt: 230 Soldaten aus der Kurmark-Kaserne in Storkow (Oder-Spree) sind auf dem Weg nach Cottbus. Die Stadt erwartet höhere Pegelstände, weil an der Talsperre Spremberg noch mehr Wasser in die nach Cottbus fließende Spree abgelassen wird. An zahlreichen Stellen werden Sandsäcke gestapelt, um die Wassermassen abzuhalten.

Interaktiver Live-Pegelstand in Mühlberg

13.30 Uhr: Mühlberger fühlen sich schlecht informiert

Drei ältere Frauen im Hafen von Mühlberg sehen den Baggern beim Verschieben des Sandes zu und beklagen sich wie so viele über die Informationspolitik: „Wir haben Angst, wir erhalten keine Informationen. Und wir bekommen auch keine Sandsäcke, jeder muss die Reste von 2002 benutzen - oder sitzt bald auf dem Nassen. Keiner weiß, was los ist, wir fühlen uns sehr schlecht informiert“, sagen sie.

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Die evangelische Pastorin Kerstin Höpner-Miech sagt: „Es gibt tatsächlich noch wenig Sandsäcke für die Bürger, bisher wurden mit den ersten Säcken nur undichte Stellen gestopft. Jetzt mit dem Katastrophenalarm sind wir einen Riesenschritt weiter, jetzt wird es die Möglichkeit geben, auch Privathäuser zu sichern, jetzt haben wir wertvolle Kräfte zur Verfügung."

Die Pastorin hat am Morgen mit mehreren Gemeindemitgliedern die Gesangsbücher und Kirchenakten in den ersten Stock des Gemeindehauses in Sicherheit gebracht.

12.20 Uhr: Deichbruch geht glimpflich aus

Dirk Gebhard, der Leiter des Verwaltungsstabs, sagt: "Ob die Prognose von 10,20 Metern eintritt, ist noch ungewiss, aber wir bereiten uns auf den ungünstigsten Fall vor." Jetzt habe man die Möglichkeit, "Manpower der Bundeswehr anzufordern, wir hoffen bald noch mehr Kräfte zu bekommen."

Zum Deichbruch heute Morgen nördlich der Brücke Arnsnesta sagt Gebhard, der Deich sei auf einer Länge von 20 Metern linksseitig der Schwarzen Elster gebrochen, "bewohnte Flächen waren nicht in Gefahr". Jetzt werden zwei Flügeldämme gebaut, um eine Art Becken zu errichten. Die Leckstelle wird von Bundeswehr-Hubschraubern aus der Luft geschlossen. Da die Stelle direkt an der Grenze zum Landkreis Wittenberg liegt, wird der Einsatz zwischen den Behörden aufgeteilt.

Akut sind laut Aussage der Experten keine weiteren brüchigen Deiche bekannt, "aber wir sollten besser alle Stellen kritisch beobachten und vorbereitet sein", so Landrat Christian Jaschinski.

Heute um 19 Uhr wird der Katastrophenstab wieder tagen.

12.17 Uhr: An der Elster gilt höchste Alarmstufe

Für die Schwarze Elster gilt jetzt komplett Alarmstufe 4, in Herzberg steht der Pegel bei 3,40 m. In Mühlberg wird mit einem Scheitel von 10,20 m gerechnet, 100 Soldaten sind dort bereits im Einsatz und helfen mit, die Dämme zu sichern. Ein Seniorenpflegeheim wird in den nächsten Stunden evakuiert, davon betroffen sind etwa 200 Personen.

Landrat Christian Jaschinski rechnet nicht mit einer "panikartigen Situation, aber wir wollen jetzt diejenigen evakuieren, die Hilfe benötigen und es nicht alleine schaffen." Auch mit den Pflegediensten stehe man in Kontakt, um pflegebedürftige, aber privat lebende Personen evakuieren zu können.

Die aktuellen Pegelstände in Deutschland

11.58 Uhr: Katastrophenalarm in Mühlberg

Ergebnis der Sitzung des Katastrophenstabs in Herzberg: Für den Ort Mühlberg an der Elbe hat der Landrat Christian Jaschinski (CDU) Katastrophenalarm ausgerufen. Jetzt können Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung angefordert werden, 100 Kräfte sind schon vor Ort.

11.17 Uhr: Höchststand in Spremberg noch nicht erreicht

Bürgermeister Klaus-Peter Schulze ist optimistisch, dass Spremberg glimpflich davonkommt. Zwar sei der Höchststand der Spree noch nicht erreicht, aber an ersten Pegeln der Spree zwischen Bautzen und Spremberg stagniere der Wasserstand inzwischen. So könne möglicherweise bald bestimmt werden, wann der Scheitelpunkt erreicht sei.

Anderseits steht das Wasser in der Stadt bereits an einigen der provisorischen Deiche, ebenso in den Kellern einiger Häuser in tiefergelegenen Ortsteilen. Beeindruckt sei er von der großen Hilfsbereitschaft der Freiwilligen Helfer. Kritik, dass das Land zu spät mit den Hilfsmaßnahmen begonnen habe, teilt er nicht. "Wir habe inzwischen nach fünf Hochwasser erlebt und daraus genug gelernt, wie wissen, was zu tun ist und verlassen uns auf uns selbst."

11.10 Uhr: Höchste Alarmstufe in Mühlberg

Die Hochwasser-Situation in der Kleinstadt Mühlberg verschärft sich. Für die Elbe im Bereich des Landkreises Elbe-Elster wurde am Mittwochvormittag die höchste Alarmstufe 4 ausgerufen, teilte das Innenministerium mit.

Minister Dietmar Woidke (SPD) will den Landkreis am Nachmittag besuchen, um sich persönlich ein Bild von der Lage machen zu können. Der Wasserstand erreichte in Mühlberg am frühen Morgen 8,80 Meter. Bei der Rekordflut vom August 2002 waren es 9,98 Meter.

Die Katastrophenschutzleitung des Landes hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie bewertet, wo Hilfe besonders dringend ist und koordiniert den Einsatz der Helfer über die Grenzen der Landkreise hinweg. Außerdem wird bei Bedarf Material zur Verfügung gestellt.

10.43 Uhr: WWF kritisiert Hochwasserprävention

Die Umweltschutzorganisation WWF macht für die aktuelle Lage in den Hochwassergebieten auch die Kommunen mitverantwortlich. In den vergangenen Jahren habe man vor allem auf bessere Vorhersage und zu stark auf technischen Hochwasserschutz gesetzt. „Auf kommunaler Ebene herrscht beim Hochwasserschutz vielerorts noch egoistische Kleinstaaterei. Sanierte und erhöhte Deiche mögen im Einzelfall vernünftig sein, doch oftmals wird das Problem nur immer weiter in die Nachbargemeinden Flussabwärts verlagert“, kritisiert Georg Rast, WWF-Referent für Wasserbau und Hydrologie. Bereits 2007 hatte der WWF in der Studie die Hochwasserprävention an der Elbe kritisiert.

10 Uhr: Dammbaustellen werden gesichert

Zur Vorbereitung auf die Hochwasserwelle der Elbe werden derzeit die Dammbaustellen bei Mühlberg gesichert. So werde ein Dammbereich an der Elbe-Brücke nach Sachsen erhöht und eine Entwässerung eingebaut, sagt die Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos). Die neugebauten Dammabschnitte an dem 14 Kilometer langen brandenburgischen Flussbereich seien elf Meter hoch. Der Wasserstand erreichte in Mühlberg am frühen Morgen 8,80 Meter. Bei der Rekordflut vom August 2002 waren es 9,98 Meter.

9.30 Uhr: Ruhe in Spremberg

Die Lage in Spremberg ist noch ruhig. Die Stadt liegt vor der Talsperre, also am Stausee, der jetzt abgelassen wird, deshalb ist die Sorge hier auch gering, dass die Stadt so drastisch überflutet werden könnte wie Grimma oder andere Orte. Erwartet wird maximal, dass einige Keller volllaufen und die Erdgeschosse in den Uferstraßen. Am Stadtrand stehen allerdings schon einige betroffene Anwohner.

Deichbruch in Herzberg: Video und Karte

8.48 Uhr: Bundeswehr in Herzberg

Die Bundeswehr ist in Herzberg eingetroffen und versucht den Deich zu schließen.

8.30 Uhr: Talsperre wird geöffnet

In Spremberg wird die Talsperre geöffnet. Seitdem strömen 90 Kubikmeter Wasser pro Sekunde Richtung Cottbus und Berlin, normal sind rund 75. Um 11.30 Uhr werden die "Fischbauchklappen" noch weiter geöffnet - auf 100 Kubikmeter/ Sekunde. Die Verantwortlichen hatten mit der Öffnung so lange gewartet, weil in Cottbus zunächst Hochwasser-Sicherungen vorgenommen werden mussten. Wann genau der Scheitelpunkt das Hochwassers in Spremberg erreicht sein wird, ist noch unklar. Es hängt davon ab, wie viel Wasser über die Talsperre in Bautzen (Sachen) nach Sprenberg kommt, die seit Montagabend kontrolliert überläuft.

Video der geöffneten Talsperre in Spremberg

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7.55 Uhr: Datenpanne in Mühlberg

Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, ist in Mühlberg die automatische Erfassung der Pegelstände ausgefallen. Die Stadt hat weitere freiwillige Helfer angefordert. Wie die Stadt auf ihrer Internetseite mitteilt, sollten die gesamte Nacht über, zur Sicherung der Dämme, Sandsäcke befüllt werden. Die Telefonnummer für alle, die helfen wollen: 0151/ 161 26519. Sandsäcke für private Haushalte gibt es nicht.

7.35 Uhr: Deichbruch bei Herzberg

Der Deich zehn Kilometer von Herzberg flussabwärts bei Borken ist gebrochen. Die Schwarze Elster fließt auf Wiesen und Felder. Die Stadt selbst erreicht das Wasser noch nicht. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wird nun die Bundeswehr zur Hilfe kommen und mit Hilfe von Hubschrauber versuchen, das Loch aus der Luft wieder zu schließen.

7.15 Uhr: 500.000 Sandsäcke für die Prignitz

Das Hochwasser in Brandenburg erreicht zunehmend den Norden Brandenburgs. Während es im Süden eine leichte Entspannung gegeben hat, bereitet sich nun die Prignitz auf das Hochwasser an der Elbe vor. Dort seien vom Landkreis bereits 500.000 Sandsäcke geordert worden, um auf alle Fälle vorbereitet zu sein, sagte Wolfgang Brandt, Pressesprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement im Innenministerium der dpa. Nach seiner Einschätzung könnte das Hochwasser im Norden zwar ähnlich hoch oder sogar höher sein als bei der Jahrhundertflut 2002.

Aber mittlerweile gebe es ein deutlich besseres Krisenmanagement. Die Helfer hätten die Lage an den als kritisch eingeschätzten Flüssen Schwarze Elster und Spree im Griff, betonte der Sprecher. Vor allem an der Spree sorge das kontrollierte Ablassen von Wasser aus der Talsperre Spremberg für Entspannung. An Oder und Neiße sei die Situation deutlich entspannter als bei früheren Hochwassern. Zahlreiche Helfer sind in den Regionen bereits im Einsatz.

7 Uhr: Freiwillige verstärken den Deich

In der Nähe des Mühlberger Hafens versuchen freiwillige Helfer, unter anderem der freiwilligen Feuerwehren aus dem Umkreis, einen weiteren Deichabschnitt mit Sandsäcken zu verstärken.

6.15 Uhr: Pegelstand in Spremberg gestiegen

In Spremberg ist der Pegel der Spree auf 4,29 Meter gestiegen. Das ist viel, aber es gab aber auch schon höhere Stände - im Februar 1940 wurden 4,72 Meter gemessen.

6 Uhr: Aufstockung des Deiches bei Mühlberg

Am Hafen von Mühlberg/Elbe wird der Deich auf einer Länge von hundert Metern aufgestockt. Planierraupen walzen Schotter fest. So wird der Deich etwa einen halben Meter höher.

3 Uhr: Landrat verfügt Verbot, Deiche zu betreten

In Mühlberg/Elbe darf aus Sicherheitsgründen niemand mehr auf die aufgeweichten Deiche, es besteht Lebensgefahr. Die Polizei kontrolliert nun.

Tagesbeginn: Elberegion rechnet mit höheren Pegelständen als 2002

Schwerpunkte des Hochwassers bleiben auch am Mittwoch die Elbe bei Mühlberg im Landkreis Elbe-Elster sowie die Schwarze Elster und die Spree bei Spremberg. Am Dienstag wurde die höchste Alarmstufe 4 für die Spree am Pegel Spremberg und für den Elbe-Nebenfluss Schwarze Elster am Pegel Bad Liebenwerda ausgerufen. An der Elbe wird mit höheren Pegelständen als beim Hochwasser 2002 gerechnet.

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