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Hochwasser in Brandenburg - Mühlberger müssen weiter zittern

Schnell steigende Pegel sorgen für Nervosität in Brandenburg. Hunderte Helfer und mehr als eine Million Sandsäcke sollen die Fluten aufhalten. Der Hochwasser-Tag in Brandenburg im Liveblog.

Der Höhepunkt des Hochwassers in Brandenburgs Flüssen ist noch nicht erreicht. Hunderte Helfer versuchen, das Schlimmste abzuwenden. Doch die von Süden herandrängenden Wassermengen sind gewaltig und drücken auf die Deiche.

22.37 Uhr: Geburtstagvorbereitung in der Notunterkunft

Auch in der Gemeinschaftsunterkunft für Mühlberger kehrt Ruhe ein. 29 Menschen, ältere, jüngere und auch Kinder, sind hierher gekommen, sie werden die kommenden Tage hier verbringen und sind sehr zufrieden. Sie seien gut versorgt, so die einhellige Meinung. Platz ist noch. Derzeit stehen Betten für 150 Menschen hier, es könnten mehr als 200 werden. Die Turnhalle, die zur Notunterkunft umfunktioniert wurde, liegt vor dem Wasser sicher mehr als 20 Kilometer von Mühlberg entfernt. Während die meisten sich schlafen gelegt haben, sind die Helfer noch wach: Sie bereiten eine Geburtstagtorte vor. Eine Mühlbergerin, die hier unterkunft gefunden hat, hat am Freitag Geburtstag.

21.09 Uhr: Neuer Höchststand Freitag ab 13 Uhr erwartet

Das Technische Hilfswerk hat in Mühlberg Flutlichtscheinwerfer aufgestellt, damit notfalls auch in der Nacht weiter an der Deichsicherung gearbeitet werden kann. 25.000 Sandsäcke sind hier schon an der Elbe verbaut worden. 700 Kräfte sind an vier Elbabschnitten im Einsatz, darunter 60 Polizisten, 200 Bundeswehrsoldaten und 210 Feuerwehrleute aus Hessen. Der Pegelstand: 9,68 Meter. Nach Auskunft des Landesumweltamtes ist am Freitag zwischen 13 und 15 Uhr mit einem Pegelstand zwischen 9,85 und 10,05 Metern zu rechnen. Der kritische Punkt ist bei zehn Metern erreicht.

20.57 Uhr: Sicherungsarbeiten an Prignitzer Elbe fast fertig

An der Prignitzer Elbe werden die mehreren hundert Helfer schneller als erwartet mit den Sicherungsarbeiten an problematischen Deichabschnitten in Wittenberge und südlich der Elbestadt fertig, wie dpa meldet. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) äußerte sich bei einem Besuch an der Elbe am Donnerstagabend beeindruckt von dem Tempo der Arbeiten. „Wenn ich das alles hier so sehe, habe ich ein gutes Gefühl“, sagte der SPD-Politiker. So ist beispielsweise ein 1,6 Kilometer langes Deichbauprojekt zwei Monate früher als geplant am Donnerstag fertig geworden. „Dieser Abschnitt hat uns bei früheren Hochwasserlagen immer Sorgen bereitet, jetzt aber nie wieder“, betonte Platzeck. Trotz aller Fortschritte sieht der Ministerpräsident aber die Gefahren nicht gebannt. Die ganzen Hochwassermassen aus Saale, Mulde, Weißer und Schwarzer Elster sowie aus Tschechien müssten durch die Prignitz. „Wir richten uns auf acht Meter und mehr ein. Wenn es dann weniger wird, wird auch keiner sauer sein“, sagte er zu den erwarteten Wasserständen der Elbe.

18.34 Uhr: Bundeswehr im Einsatz

Die Bundeswehr bring im Fünf-Minuten-Takt per Hubschrauber Sandsäcke an die Elbe am Ortsausgang Mühlberg.

17.20 Uhr: Hälfte der Mühlberger freiwillig aufgebrochen

Vier Notfallseelsorger waren heute den ganzen Tag in Mühlberg im Einsatz und sind von Haus zu Haus gegangen, um mit den Menschen zu sprechen. Unter ihnen war auch Kerstin Höpner-Miech, die evangelische Pastorin im Ort: "Es bleibt in jeder Straße jemand Zuhause, aber in jeder Straße sind schon einige zu ihren Freunden und Bekannten gegangen. Den Leuten, die bleiben wollen, sagen wir: ,Bei diesem Pegelstand waren wir vor elf Jahren längst evakuiert!‘“ Ziel des Einsatzes sei es, eine Gefährdung der Einsatzkräfte zu vermeiden, indem man die Leute überrede, jetzt schon zu gehen.

"Wir Notfallseelsorger betreuen heute Abend und heute Nacht die Evakuierten in den Notunterkünften in Tröbitz und Schönborn", sagt Höpner-Miech. Bislang seien etwa die Hälfte der Einwohner Mühlbergs freiwillig aufgebrochen, "es gehen etwa gleich viele junge wie alte Menschen." Wenn die Bewohner Tiere haben, werden diese in Tierpensionen untergebracht: "Eine Familie wollte sich aber partout nicht von ihren Hunden trennen, da haben wir dann eine spezielle Lösung gefunden; sie können zusammen bleiben."

15.39 Uhr: Woidke gibt neue Einschätzung der Hochwasserlage

Das Hochwasser in Brandenburg wird noch tagelang für Hoffen und Bangen sorgen – voraussichtlich bis Mitte Juni. Die von Süden ins Land drängenden Wassermengen sind gewaltig und drücken auf die Deiche. Innenminister Dietmar Woidke (SPD) sagte: "Wir erwarten die maximale Wasserhöhe in Mühlberg in den nächsten Stunden oder Tagen. Der Wasserspiegel ist seit gestern noch einmal um 40 Zentimeter gestiegen, wir haben derzeit einen Anstieg von drei Zentimetern pro Stunde.“ Gefährlich sei nicht nur die Scheitelhöhe, „sondern dass wir mit einem sogenannten Scheitelplateau rechnen müssen, das etwa fünf bis sieben Tage mit enormen Druck auf den Deichen lasten wird“. Es gehe also nicht eine Welle durch und dann sei alles überstanden, sondern der Scheitel sei momentan noch nicht einmal in Deutschland.

Seit Mittwoch gilt für Mühlberg die höchste Warnstufe 4 und Katastrophenalarm. „Es wird zur Sicherung von Mühlberg Glück gehören“, meinte Woidke.

In Brandenburg sind derzeit etwa 5000 Einsatzkräfte im Einsatz, davon ungefähr 600 Bundeswehrsoldaten; mehr Einsatzkräfte stehen bereit. Etwa 100 Bürger haben in Mühlberg bislang freiwillig ihre Häuser verlassen. Eine Zwangsevakuierung ist derzeit nicht vorgesehen. „Wir hoffen, dass es dazu nicht kommen wird, aber ausgeschlossen ist es natürlich nicht“, sagte Woidke. „Wir sind froh, dass wir den Gemeinschaftssinn haben und dass viele Menschen helfen wollen." Woidke forderte die Menschen auf, Mühlberg zu verlassen: "Jeder Bürger, der den Ort vor dem Scheitel verlässt, erleichtert den Einsatzkräften die Arbeit.“

Zwar gebe es eine leichte Entspannung an der Lausitzer Neiße und in Spremberg, das Hauptproblem sei aber weiter die Elbe. „Wir wissen nicht, welche Höhen hier auf uns zukommen“, sagte Woidke. „2002 hatten wir durch die Wetterlage relativ gute Prognosen. Dieses Jahr haben wir im ganzen Land starke Niederschläge gehabt, deswegen sind die Nebenflüsse alle voll gefüllt und fließen in die Elbe."

15.38 Uhr: Seniorenheim in der Altstadt evakuiert

Rund und um die Uhr sind 500 Einsatzkräfte tätig. Ein Pflegeheim in der Altstadt wurde bereits evakuiert, die Senioren kamen in Tröbitz (Kreis Elbe-Elster) unter. Rund 2100 weitere Anwohner sind aufgefordert, freiwillig ihre Wohnungen zu verlassen. Einige Menschen haben dies bereits getan.

15.37 Uhr: Deich in Bad Liebenwerda in Gefahr

In Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) ist ein Deich durch das anhaltende Hochwasser der Schwarzen Elster gefährdet. Bis zu 400 Helfer bemühen sich nach Angaben der Koordinierungsstelle Krisenmanagement im Innenministerium, ihn zu stabilisieren. Der Deichbruch von Mittwoch in Herzberg ist unter Kontrolle. Befürchtet wird aber eine Verschärfung der Lage, wenn die Elbe die Wassermengen nicht mehr aufnehmen kann und es zu einem Rückstau in die Schwarze Elster kommen würde.

15.36 Uhr: Hunderte Helfer sichern Deiche

Im Landkreis Prignitz sichern Hunderte Helfer die Deiche. Noch nicht sanierte Deiche werden aufgefüllt beziehungsweise erhöht. Laut Innenministerium wird ein erster Höchststand der Elbe am Samstag mit 7,91 Meter erwartet. Ab dem Nachmittag sollten 200 weitere Feuerwehrleute in der Prignitz eintreffen. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) wollte die Krisenregion am frühen Abend besuchen.

15.34 Uhr: Hochwasserscheitel der Spree in Spremberg ist erreicht

Der Hochwasserscheitel der Spree in Spremberg (Spree-Neiße) ist erreicht. Am Pegel in der Stadt registrierte das Landesumweltamt am Donnerstag 4,49 Meter, das waren elf Zentimeter weniger als beim historischen Rekordwert von 1981.

15.33 Uhr: In Spremberg gilt weiter die höchste Alarmstufe

Zwischen der Landesgrenze zu Sachsen und Spremberg gilt weiter die höchste Alarmstufe 4. Um die fast randvoll gefüllte Talsperre Spremberg nördlich der Stadt zu entlasten, wurde die Abgabemenge auf 110 Kubikmeter pro Sekunde in Richtung Cottbus erhöht, das ist sechsmal mehr als sonst. Dadurch steigen die Wasserstände beispielsweise in Cottbus. Erwartet wird jedoch lediglich eine Alarmstufe 2. An Oder und Neiße gelten weiter Alarmstufen 1 oder 2.

15.21 Uhr: 1000 Ferkel wurden wegtransportiert

Uve Gliemann ist 57 und Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Mühlberg eG. Er hat sein Gelände den Einsatzkräften von Bundeswehr und Feuerwehr zur Errichtung des Lagezentrums zur Verfügung gestellt; jetzt stehen zwei Dutzend schwere Bundeswehrfahrzeuge zwischen den Genossenschaftshallen, Soldaten warten auf ihren Einsatz am Deich oder ruhen sich von den Strapazen der vergangenen Stunden aus.

Gliemann hat 1000 Ferkel seines Betriebs bereits in Sicherheit gebracht, 500 tragende Säue können nicht transportiert werden und harren der Dinge. „Wenn etwas am Deich passiert, rollen wir mit den Traktoren ran und holen sie raus.“

4000 Säue an einem anderen Standort der Genossenschaft in Finsterwalde sind in Sicherheit, weil das Gelände dort höher liegt. „Wir haben Sandsäcke drum herum gelegt, um ganz sicher zu gehen“, sagt Gliemann. Er hat 103 Mitarbeiter, ist selbst Mühlberger und hat ein Haus etwas abseits der Elbe, dort ist alles vorbereitet. „Im absoluten Notfall gehen wir hier in den Betrieb in Weinberge.“

15.15 Uhr: Einige Mühlberger wollen bleiben

Mario, Christopher und Tom sitzen im Schatten eines Hauses in der Mühlberger Kirchstraße und haben einen Kasten Feldschlößchen-Bier dabei. Ein Drittel der Flaschen ist schon geleert. „Wir haben vorgesorgt für die nächste Zeit“, sagt Mario lachend. Sie schätzen, dass mittlerweile etwa die Hälfte der 2000 Mühlberger die Innenstadt verlassen haben; der Rest wartet weiter.

So leer haben sie den Ort zuletzt 2002 erlebt. „Auch damals waren wir bei den letzten dabei, die gegangen sind.“

15.02 Uhr: Innenminister Woidke in Mühlberg erwartet

Polizeisprecherin Ines Filohn hat am Lagezentrum in Weinberge angekündigt, dass innerhalb der nächsten Stunde Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke erneut nach Mühlberg kommen wird. Schon gestern war der Politiker in die Stadt an der Elbe gekommen.

Der Ort ist nach wie vor fast menschenleer, auf den Straßen sind nur Kräfte von Polizei und Feuerwehr unterwegs.

14.54 Uhr: Umweltministerin Tack ist in Spremberg

Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack besucht Spremberg. Gemeinsam mit Bürgermeister Klaus-Peter Schulze verschafft sie sich einen Eindruck von der Lage. Sie ist erleichtert, dass die Stadt das Schlimmste gut überstanden hat und will sich auch den betroffenen Vorort Cantdorf noch anschauen.

14.43 Uhr: Toilettenwagen in Cantdorf aufgestellt

Auf dem Marktplatz von Spremberg steht eine Pferdekutsche, weiße Tauben warten in einem Holzkäfig auf das Hochzeitspaar, das sich im Rathaus gerade das Jawort gibt. Während sich andere Regionen von Brandenburg noch auf die große Flut vorbereiten, hat die kleine Stadt südlich von Cottbus das Schlimmste schon hinter sich. Der Scheitelpunkt der Welle kam in der Nacht, als die Spree auf 4,49 Meter stieg, den „höchsten Stand in diesem Jahrhundert“, wie Bürgermeister Klaus-Peter Schulze sagt. Inzwischen falle der Pegel wieder.

Die Situation bleibe dennoch an einigen Orten angespannt, wie in dem Vorort Cantdorf, wo das Wasser in einige Wohnungen eingedrungen sei. Weil die Kanalisation in einigen Gebäuden nicht mehr funktioniere, sei ein Toilettenwagen aufgestellt worden. Demnächst sollen an anderen Orten die ersten Sandsackwälle abgebaut werden. Die wichtigsten jedoch bleiben erhalten. Ein Regengebiet, das für Wochenende für das Zittauer Gebirge vorhergesagt ist, könne die Spree noch einmal ansteigen lassen, so Schulze.

Bis dahin geht das Leben in Spremberg wieder seinen gewohnten Gang. „Oh, die ist aber hübsch“, seufzen zwei alte Damen, als das Brautpaar aus dem Rathaus tritt. „Huch!“ rufen sie dann. Die Tauben hätten sie beinahe gestreift.

14.36 Uhr: Bürgertelefon zur Hochwassersituation eingerichtet

Für Bürgeranfragen zur Hochwassersituation hat das Krisenzentrum beim Ordnungsamt des Landkreises Elbe-Elster in Herzberg, An der Lanfter 5, eine Hotline eingerichtet. Dort erreichen Bürger rund um die Uhr Ansprechpartner unter der folgenden Telefonnummer:

03535 46-4004

13.30 Uhr: Bundeswehr-Konvoi bricht Richtung Elbe auf

Vor einigen Minuten hat sich vom Lagezentrum in Weinberge ein Konvoi der Bundeswehr in Bewegung gesetzt. 15 bis 20 schwere Transporter fahren mit Soldaten und Sandsäcken beladen in Richtung Elbe.

Auf dem Weg nach Mühlberg stehen in Fichtenberg die Menschen vor ihren Häusern an der Straße und schauen dem Konvoi mit großen Augen nach, eine ältere Frau winkt den Soldaten zu.

Auf offener Strecke kommt der Konvoi plötzlich zum Stehen, eine Polizeistreife hatte sich vorübergehend hinten angehängt und kontrolliert die Reporter. „Sind Sie von der Presse? Wenn nicht, müssen wir Ihnen jetzt einen Platzverweis für das Gebiet hier aussprechen.“

Interaktiver Live-Pegelstand in Mühlberg

12.53 Uhr: Hochwasser-Situation schwieriger als 2002

Innenminister Dietmar Woidke (SPD) schätzt die Hochwasser-Situation schwieriger ein als 2002. Die Behörden gehen davon aus, dass die Flut die Menschen in den betroffenen Regionen noch bis zu rund anderthalb Wochen in Atem halten wird. „Es ist eben nicht nur die Elbe, die kommt. Dieses Mal kommen alle Nebenflüsse mit großer Wucht mit dazu, und das ist die Rechnung, die schwierig wird“, sagt Woidke.

12.32 Uhr: Bürgermeisterin verweist auf Hilfsangebote

Hannelore Brendel, die Bürgermeisterin von Mühlberg, sagt: "Bei aller Kritik: Wir haben seit 2002 etwa elf Millionen Euro für die Deichsanierung in der Stadt ausgegeben. Es ist schade, dass zahlreiche Bürger die Informationsangebote der Stadt zum vorbeugenden Hochwasserschutz nur wenig in Anspruch genommen haben. Regelmäßige Infoveranstaltungen nach der Hochwasserkatastrophe von 2002 wurden leider nur wenig genutzt." Dabei seien auch Fragen behandelt worden wie: 'Wie bereite ich mich auf ein Hochwasser vor? Was sollte man sich anschaffen?'"

Währenddessen kreisen immer wieder kleinere Propellermaschinen und Hubschrauber über dem überfluteten Gebiet in Mühlberg.

12.16 Uhr: Wer zu spät geht, muss Rettungskosten selbst zahlen

Sven Bogacz, Leiter der Polizeidirektion Süd, weist im Zusammenhang mit der kritischen Situation in Mühlberg und der angeratenen freiwilligen Evakuierung darauf hin, dass sich die verbleibenden Anwohner in einem möglichen Katastrophenfall nicht nur selbst in Gefahr bringen, sondern auch die Rettungskräfte. "Eine Person vom Dach eines Hauses im Hochwassergebiet zu retten, kostet zudem rund 3000 Euro. Dieser Betrag ist von den Geretteten selbst zu bezahlen", sagt Bogacz. Nach dem offiziellen Warnhinweis erlösche der Versicherungsschutz.

12.03 Uhr: Welle in der Prignitz am Montag erwartet

Im Landkreis Prignitz sichern Hunderte Helfer die Deiche. „Brennpunkte sind Wittenberge sowie ein Abschnitt, der südlich bis zur Ortschaft Bälow reicht“, sagt Prignitz-Landrat Hans Lange (CDU) nach einer Sitzung des Krisenstabes. Noch nicht sanierte Deiche werden aufgefüllt beziehungsweise erhöht. Bis Sonntag sollen die Sicherungsarbeiten abgeschlossen sein. Freiwillige Helfer und Feuerwehrleute werden seit Mittwoch von rund 150 Soldaten unterstützt.

Derzeit liegt der Wasserstand in Wittenberge laut Behörden bei 5,32 Meter. Obwohl dies noch der Hochwasseralarmstufe 1 entspricht, hat Lange bereits am Mittwoch den Katastrophenzustand ausgerufen.

Die Prignitzer Behörden erwarten am Montag die erste Hochwasserwelle. Am darauffolgenden Wochenende soll dann die zweite Welle eintreffen. Prognosen von acht Metern und mehr am Pegel Wittenberge seien nach unten korrigiert worden, sagt Lange. „Das hat uns ein wenig Durchatmen lassen. Wir sind dennoch sehr wachsam.“

11.50 Uhr: Lage in Spremberg entspannt sich leicht

Seit dem Morgen fällt der Wasserstand der Spree in Spremberg. Um sechs Uhr waren fast 4,50 Meter erreicht, um zehn Uhr waren es nur noch 4,47 Meter.

11.43 Uhr: Mühlberger bleiben optimistisch

Eine junge Mutter steht mit einigen anderen Mühlbergern am Hafen und sieht auf die Elbe. "Ich bleibe hier. Man wird zwar von manchen schräg angeschaut, dass wir unsere beiden Kinder hier lassen, aber was soll ich die in eine Turnhalle schicken? Wir können uns auch ohne Strom beschäftigen, wenn er abgestellt werden sollte, und auch ohne Wasser gibt es Möglichkeiten. Essen und Trinken haben wir genug, und im ersten Stock sind wir sicher - acht Meter wird das Wasser bestimmt nicht im Ort stehen..."

11.30 Uhr: Auf eigenes Risiko

Polizeikommissar Mario Ettrich ist der Leiter des Einsatzbereichs Mühlberg. Er berichtet, dass es heute um 14 und 17 Uhr weitere Bustouren geben wird, die Bewohner aus Mühlberg wegbringen. Landrat Christian Jaschinski weist allerdings weiterhin auf die Freiwilligkeit der Maßnahmen hin.

Wenige Augenblicke später fährt der Polizeiwagen durch den Ort und teilt per Lautsprecher mit: "Der weitere Aufenthalt in Mühlberg erfolgt auf eigenes Risiko."

Pegelstand um 11:30 Uhr: 9,59 Meter

11.10 Uhr: Immer mehr Mühlberger verlassen ihre Stadt

Wegen des weiter ansteigenden Elbe-Hochwassers im Mühlberg (Elbe-Elster) wird die Evakuierung der Stadt fortgesetzt. Die Polizei fährt mit Wagen durch die Straßen, um die Bürger per Lautsprecher zum Verlassen ihrer Wohnungen aufzufordern.

Inzwischen hat der Wasserstand der Elbe in der Stadt 9,50 Meter erreicht. Das ist dreimal mehr als normal – und fast ein halber Meter weniger als bei der Jahrhundertflut 2002. Seit Mittwoch gilt die höchste Warnstufe 4 und Katastrophenalarm.

Von der Evakuierung sind etwa 2100 der 4000 Einwohner von Mühlberg betroffen. Wer nicht bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unterkommt, wird vorübergehend in Notquartieren in Turnhallen in Tröbitz, Schönborn und Finsterwalde untergebracht. Dafür stehen Busse bereit.

Derzeit sind rund 600 Einsatzkräfte von Bundeswehr, Polizei und Feuerwehr dabei, unsanierte Elbdeiche in Mühlberg zu erhöhen und die Zufahrt zur Stadt zu kontrollieren. Die Stadt ist für Auswärtige derzeit nicht erreichbar.

11.01 Uhr: „Ins Massenquartier wollen wir nicht“

Renate Meyer wohnt direkt hinter der Kaimauer am Hafen von Mühlberg und sieht von ihrem Balkon im ersten Stock auf das Wasser der Elbe. Sie wird noch heute Mittag mit ihrem Mann und Hund Arko zu Bekannten nach Beiersdorf aufbrechen. Dort waren sie schon 2002, die Koffer sind bereits gepackt: "Wie verlassen Mühlberg wirklich nur schweren Herzens. Aber ins Massenquartier wollen wir nicht, Arko soll mitkommen."

Werner Kohls war bis 2012 Vorsitzender des Rudervereins in Mühlberg (gegründet 1902, 80 Mitglieder, 40 Boote) und steht jetzt mit seiner Frau auf der Kaimauer, der Blick geht zum Vereinsheim. "2002 stand uns das Wasser hier bis zur Dachrinne, und auch dieses Jahr wird das wieder eine Menge Schaden anrichten", sagt der Rentner. Die Gebäude stehen bereits seit Dienstag tief in den Fluten.

Auch er und seine Frau haben die Koffer schon gepackt, sie wollten jetzt noch einmal das Vereinsheim sehen und werden sich mittags zu Verwandten aufmachen.

10.50 Uhr: Politiker informieren sich über Hochwasserlage

Brandenburgs Landespolitiker wollen sich auch am Donnerstag selbst von der angespannten Hochwasserlage ein Bild machen. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) reist am Nachmittag in die Prignitz. Dort gilt seit Mittwoch Katastrophenalarm. Innenminister Dietmar Woidke (SPD) will sich am Nachmittag (15 Uhr) den aktuellen Stand in Mühlberg anschauen. Umweltministerin Anita Tack (Linke) fährt zur Talsperre Spremberg, wo kontrolliert Wasser abgelassen wird.

10.41 Uhr: Deich in Bad Liebenwerda gefährdet

In Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) ist ein Deich durch das anhaltende Hochwasser der Schwarzen Elster gefährdet. Bis zu 400 Helfer, darunter Feuerwehrleute aus Hessen, bemühen sich nach Angaben der Koordinierungsstelle Krisenmanagement im Innenministerium, ihn zu stabilisieren. Am Donnerstag 8 Uhr war ein Wasserstand von 3,40 Metern erreicht, es herrscht die höchste Alarmstufe 4. Die Behörden gehen zunächst nicht von einer Gefährdung der Bevölkerung in der Stadt mit rund 9700 Einwohnern aus.

10.39 Uhr: Polizisten beobachten Steigen der Flut

Zwei Brandenburger Bereitschaftspolizisten schlendern durch den Hafen in Mühlberg und stoppen an der Uferstraße, die seit Tagen direkt in die Elbe führt. Seit 6:45 Uhr legen sie Schottersteine an die Wasserkante und beobachten den Anstieg des Pegels.

"Die Kommunikation lief selten so schlecht wie dieses Mal. Das sieht man schon daran, wie wir uns hier mit Steinen selbst behelfen müssen. Mich wundert, dass es vom Landkreis keine offizielle Presseanlaufstelle gibt. Normalerweise haben wir immer einen direkten Ansprechpartner", sagt einer der beiden.

Das Wasser der Elbe steigt zur Zeit um etwa drei bis vier Zentimeter pro Stunde, haben ihre manuellen Messungen ergeben.

10.30 Uhr: Bürgertelefone sind geschaltet

Spremberg hat die Nummer eines rund um die Uhr besetzten Bürgertelefons veröffentlicht. Auch in Wittenberge können sich die Bürger im Bedarfsfall telefonisch Rat holen. Hier folgt aber noch die Bitte, sich kurz zu fassen, da es zahlreiche Anfragen gibt. Auch die Landkreise Elbe-Elster und Prignitz geben über ihre Seiten die neuesten Fakten zur Hochwasserlage bekannt.

Bürgertelefon Spremberg: 03563 340128

Bürgertelefon Wittenberge: 03877 5669000

10.24 Uhr: Bürger sollen Eigentum sichern

Die Stadt Mühlberg (Landkreis Elbe-Elster) kündigt an, dass die Grundschule erst einmal geschlossen bleibt. Wegen des steigenden Wassers wird den Einwohnern vorsorglich auch empfohlen, wertvolle Gegenstände in Sicherheit zu bringen.

10.18 Uhr: Wittenberge sucht Helfer

Wittenberge in der Prignitz appelliert über seine Internetseite an freiwillige Helfer, sich bei einer der vier Sandsackfüllstationen zu melden. Jede helfende Hand sei willkommen. Auch für den privaten Gebrauch stünden nun Sandsäcke bereit, ist zu lesen. Auch die aktuellen Pegelstände der Elbe lasen sich dort abrufen.

10.15 Uhr: Feuerwehr warnt vor dem Betreten des Spreeufers

In Cottbus-Sandow, wo am Mittwoch noch Menschenscharen am Spreeufer bei Kaffee und Eis saßen, flattert nun rotweißes Absperrband. Die Feuerwehr warnt vor den Betreten der Ufer. Die Spree ist immer noch schnell, reißt Äste und Bäume mit sich. Über Nacht ist der Pegel noch einmal gestiegen.

Auf der nahen Brücke treffen sich die Cotbusser. "Ich wollte nur mal sehen, ob ich noch zu unserem Haus komme", sagt eine ältere Dame. Ein Mann meint: "Alles halb so schlimm." Der Pressesprecher der Stadt hatte am Morgen gesagt: Wer in Cottbus Bilder von gefluteten Straßen und Häusern erwarte wie in Sachsen, werde enttäuscht.

10.04 Uhr: Nur wenige verlassen ihre Häuser freiwillig

Nur 37 Einwohner Mühlbergs haben am Mittwoch freiwillig ihre Wohnungen und Häuser verlassen, 86 Pflegebedürftige wurden vorsorglich aus einem Heim in einen Nachbarort gebracht. Insgesamt hat der Ort etwa 4300 Einwohner, der Stadtkern ca. 2000.

21.000 Sandsäcke wurden mittlerweile verbaut, 197.000 stehen noch unbefüllt bereit.

9.58 Uhr: Polizei bestätigt Zwangsevakuierung nicht

Die Polizeisprecherin in Mühlberg hat die Zwangsevakuierung bei einem bestimmten Pegelstand nicht bestätigt.

Ines Filohn, Pressesprecherin der Polizeidirektion Brandenburg Süd, ist seit 31 Jahren bei der Polizei. „Ich habe schon alle Naturkatastrophen mitgemacht, ich kann mir nicht vorstellen, dass bei 9,60 Metern evakuiert wird. 2002 hatten wir hier 9,98 Meter! Hier gibt es viele ältere, hilfsbedürftigste Menschen. Wir müssen behutsam mit den Leuten umgehen."

9.43 Uhr: Mühlberg bekommt Verstärkung

40 Polizisten sind in Mühlberg und den umliegenden Ortschaften im Einsatz, eine zusätzliche Hundertschaft ist angefordert. Sie sind angewiesen, die Verkehrswege im Katastrophenfall frei zu halten und Touristen davon abzuhalten, ins Gebiet zu kommen. Außerdem wird das Privateigentum der Leute geschützt, die gegebenenfalls ihre Häuser verlassen müssen. Die Koordinierung der Einsatzkräfte läuft vom Lagezentrum in Potsdam aus.

9.37 Uhr: Rekordwasserstand könnte überschritten werden

Der Pegelstand in Mühlberg steht nun laut offizieller Ansage jetzt bei 9,54 Meter - also nur noch sechs Zentimeter bis zu der Wasserhöhe, bei der der Ort angeblich evakuiert werden soll - und 44 Zentimeter unter dem Höchsttand vom Jahrhunderthochwasser 2002.

Interaktiver Live-Pegelstand in Mühlberg

XHTML Mühlberg

Beim Jahrhunderthochwasser 2002 stieg der Fluss hier auf 9,98 Meter – inzwischen hat er die Neun-Meter-Marke bereits deutlich überschritten. Die Verantwortlichen schließen in den kommenden zwei Tagen Pegelstände von bis zu 10,20 Meter nicht aus.

Alle Informationen zur Hochwasser-Lage in Brandenburg finden Sie HIER.

9.32 Uhr: In Mühlberg steigt das Wasser weiter

Der Ruderverein Mühlberg steht direkt neben dem Hafen, und schon am Dienstag, als die Situation noch vergleichsweise entspannt war, standen dessen Gebäude komplett im Wasser. Heute Morgen ist die Elbe noch mal bestimmt einen Meter gestiegen, kann man an einem alten Holztor ablesen.

9.20 Uhr: Mühlberger beklagen sich über mangelnde Informationen

Ines Schöne ist Mühlbergerin und mit ihrem Fahrrad am Hafen: "Die Infopolitik war 2002 viel besser, vor allem über den Stadtkanal im Fernsehen - den kannst du dieses Mal komplett vergessen." Die Infozettel in der Sparkasse würden nicht erneuert, im Internet klappe die Kommunikation besser. Über soziale Netzwerke wie Facebook tauschten sich die Menschen über die letzten Infos aus. "Aber die Alten gehen doch nicht ins Internet, die haben Angst, wenn die keine Infos bekommen." Wenn man mit dem Ausräumen des eigenen Hauses beschäftigt sei, renne man doch nicht zur Sparkasse "und sucht 'nen Zettel. Da will ich eine Information im Fernsehen oder Radio haben!"

Sie wohnt im Neubaugebiet und braucht keine Sandsäcke, Frau Schöne ist dort sicher. Ein Freund von ihr kommt dazu und beklagt sich ebenfalls: "Ich schippe gestern den ganzen Nachmittag, und am Abend habe ich nicht mal Sandsäcke für mich selbst bekommen. Nur die historischen Gebäude wurden geschützt!"

Zwölf Stunden nach dem Scheitelpunkt in Dresden soll die Welle hier in Mühlberg sein, sind sich die beiden sicher.

9.10 Uhr: Bei Cottbus beruhigt sich die Spree

In Spremberg und Cottbus sieht es so aus, als ob das Schlimmste vorbei wäre. In Cottbus gab es am Mittwoch zwar noch eine reißende Spree, nachdem die Abgabemenge des Wassers aus dem Stausee Spremberg erhöht worden war. Aber das Fließtempo habe schon nachgelassen, sagt Pressesprecher Peter Lewandrowski. Feuerwehr, Bundeswehr und viele andere Helfer hätten es geschafft, die die Spree in Schach gehalten.

In Spremberg wird der Scheitelpunkt der Welle wohl gegen Donnerstagmittag erreicht werden, sagt Bürgermeister Klaus-Peter Schulze. Zwar stieg die Spree noch einmal an, in der Innenstadt schwappt sie auch seit Mittwoch über die Ufer, aber schlimmer werde es nicht werden.

Es musste niemand seine Wohnung oder sein Haus verlassen, auch der Strom blieb angeschaltet. Allerdings hatten Feuerwehr und Helfer am Nachmittag die Schutzwälle aus Sandsäcken noch einmal erhöht. „Wir haben das gut beherrscht“", sagt Schulze.

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8.45 Uhr: Elbe-Pegel in Mühlberg bei 9,49 Meter

Der Pegel der Elbe in Mühlberg stand um 8.30 Uhr bei 9,49 Metern. Eine Bewohnerin führt am Neustädter Markt ihre beiden Hunde aus: „Ich habe im Videotext gerade gelesen, dass Mühlberg bei 9,60 Metern zwangsevakuiert werden soll - also in elf Zentimetern. Ich hab so etwas noch nie mitgemacht, bin erst seit 2004 hier.“

Eine andere Bewohnerin ist ebenfalls mit ihrem Hund im so ruhigen Ort unterwegs. „Wenn ich meinen Hund abgeben muss, mache ich das nicht mit!“

Zwei Rentner, seit 1962 in Mühlberg, laufen durch die Elbstraße hinter dem Hafen. „Wir haben noch keine Information über eine Zwangsevakuierung. Bis jetzt haben wir offiziell genau eine Information von der Polizei bekommen: Dass gebrechliche Personen in Sicherheit gebracht werden.“ Die beiden kommen im schlimmsten Fall bei Verwandten und Freunden in der näheren Umgebung unter, wollen aber vorerst im Ort bleiben.

Die Innenstadt von Mühlberg am frühen Donnerstagmorgen: gespannte Stille, fast menschenleere Straßen.

8.40 Uhr: Deiche in Bad Liebenwerda halten

Die Situation an der Schwarzen Elster ist unverändert angespannt. Dort gilt die höchste Alarmstufe 4. Noch halten die Deiche in Bad Liebenwerda, der Deichbruch von Mittwoch in Herzberg ist unter Kontrolle.

Befürchtet wird allerdings eine Verschärfung der Lage, wenn die Elbe die Wassermengen nicht mehr aufnehmen kann und es zu einem Rückstau in die Schwarze Elster kommen würde.

Im Norden Brandenburgs laufen die Vorbereitungen auf das Elbehochwasser auf Hochtouren. In der Prignitz bei Wittenberge ist der Scheitelpunkt der Flut noch nicht erreicht. Er könnte etwa am Samstag registriert werden.

An der Spree wird nach wie vor kontrolliert Wasser aus der Talsperre Spremberg abgelassen. Dadurch steigen die Wasserstände beispielsweise in Cottbus. Erwartet wird aber lediglich eine Alarmstufe 2. An Oder und Neiße gelten weiterhin Alarmstufen 1 oder 2.

8.20 Uhr: Hochwasser wird noch tagelang auf Deiche drücken

Obwohl bald die Höchststände an den Pegeln von Elbe, Oder/Neiße und Spree erwartet werden, wird das Hochwasser die Brandenburger noch rund anderthalb Wochen in Atem halten. Das Wasser werde nicht rasch zurückgehen und daher noch etwa zehn Tage lang auf die Deiche drücken, sagte Wolfgang Brandt, der Sprecher der Koordinierungsstelle Krisenmanagement im Innenministerium, am Donnerstagmorgen.

In der Nacht zu Donnerstag habe sich die Lage aber zunächst nicht verschärft. So sei der Pegelstand in Mühlberg (Elbe-Elster) an der Elbe nicht gestiegen. Dort sollten die Einwohner teilweise die Stadt freiwillig verlassen.

6.30 Uhr: Höhepunkt der Flutwelle in Nordbrandenburg am Sonntag erwartet

In Nordbrandenburg wird der Höhepunkt der Flutwelle am Wochenende erwartet. Am Pegel Wittenberge wird für Sonntag mit einer Rekordmarke von 7,50 Meter gerechnet. Der bisherige Höchststand wurde Ende Januar 2011 mit 7,34 Meter erreicht.

6.20 Uhr: Kein Zwang, Häuser und Wohnungen zu verlassen

In dem vom Elbe-Hochwasser bedrohten Mühlberg steigt die Nervosität. Ein Pflegeheim in der Altstadt ist bereits evakuiert, die Senioren kamen in Tröbitz (Kreis Elbe-Elster) unter. Rund 2100 weitere Anwohner wurden von den Behörden aufgefordert, freiwillig ihre Wohnungen zu verlassen. Einen Zwang zur Evakuierung sahen die Verantwortlichen zunächst nicht.

Da die Pegelstände der Elbe derzeit nicht genau vorhergesagt werden könnten, sei die Lage jedoch unberechenbar, so Innenminister Dietmar Woidke (SPD).

6.10 Uhr Uhr: Elbe steigt weiter in Brandenburg

Das steigende Wasser der Elbe setzt dem 4000-Einwohner-Ort Mühlberg weiter zu. „Der Pegel liegt derzeit bei 9,20 Meter“, sagte ein Sprecher des Krisenstabs in Potsdam am späten Mittwochabend. Die Deiche hätten aber bislang gehalten. Weil das aber nicht sicher sei, laufe seit dem Nachmittag eine freiwillige Evakuierung des Orts. „Man darf keine unnötigen Risiken eingehen“, betonte der Sprecher.

Wie viele Menschen ihre Häuser bislang verlassen haben, war am Mittwochabend noch unklar. Die Scheitelhöhe der Elbe wird zwischen Donnerstagabend und Freitagabend erwartet. Auch danach werde das Wasser einige Tage lang hoch bleiben, hieß es.

Brandenburg kämpft gegen das Hochwasser. Auch am heutigen Donnerstag sind die Morgenpost-Reporter live vor Ort und berichten.

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