Montagmorgen, 8 Uhr – ich muss zugeben, das ist nicht mein liebster Zeitpunkt in der Woche. Erst recht nicht, wenn es darum geht, Sport zu machen. Aber in den vergangenen Wochen gab es für mich zu dieser Uhrzeit einen wiederkehrenden Termin: Physiotherapie in einer Praxis in Berlin-Mitte, was vielleicht erst einmal nicht nach intensivem Sport klingt, mir aber den einen oder anderen Muskelkater beschert hat. Und der wiederum macht mir Hoffnung, dass ich aus meiner Knieverletzung doch noch etwas Positives ziehen kann, wenn es um die langfristige Perspektive im Sport geht.
Denn Rad fahren und laufen will ich möglichst noch viele Jahre, und was ich jetzt über meine Schwachstellen lerne, hilft mir im besten Fall, ähnlichen oder noch langwierigeren Verletzungen vorzubeugen. Obwohl ich schon in den vergangenen Jahren versucht habe, neben dem Laufen und Radfahren auch Krafttraining in meine Wochenpläne zu integrieren, hat die Physiotherapie gezeigt, dass es Verbesserungspotenzial gibt. Zum Beispiel, wenn es um die Stabilität des Knies oder die Kraft im Quadrizeps geht. Sie hat aber auch gezeigt, welche Verbesserungen innerhalb von anderthalb Monaten erreichbar sind. Von ihnen kann ich hoffentlich in Zukunft profitieren – vorausgesetzt, die Übungen werden nicht mit Ende der Physiotherapie-Termine wieder eingestellt.
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Marathon laufen: Die Folgen für den Körper werden erst später sichtbar
Daran, diese langfristige Perspektive nicht aus dem Blick zu verlieren, hat mich kürzlich auch eine E-Mail erinnert. Es ging um die Frage, ob es wohl eine gute Idee ist, beim Hamburg-Marathon Ende April an den Start zu gehen. Beruhigend war einerseits die Einschätzung des Experten, dass es durchaus funktionieren kann, sich mithilfe anderer Sportarten wie Radfahren auf einen 42-Kilometer-Lauf vorzubereiten, zumindest, wenn man auf die nötige Ausdauer schaut. Andererseits erinnerte er daran, was für eine enorme Belastung ein Marathon ist – die man zwar mit Willensstärke bewältigen kann, die nichtsdestotrotz aber Auswirkungen auf den Körper hat. Die Folgen, gerade für das verletzte Knie, zeigen sich vielleicht erst im Nachhinein.
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Die Worte haben mich darin bestärkt, die Entscheidung nicht vorschnell zu treffen und nur mit einem wirklich guten Gefühl auf die Strecke zu gehen. Lieber einen Lauf auslassen, als das restliche Jahr auf dem Zuschauerposten verbringen zu müssen. Neuneinhalb Wochen bleiben noch bis zum Marathon, in viereinhalb Wochen steht eigentlich ein Testrennen auf der halben Distanz an. Ich bin zurzeit zwiegespalten, zwischen einerseits der Hoffnung, dass dieser Berliner Winter möglichst schnell zu einem Ende kommt, und andererseits dem Wunsch, dass die Monate März und April nicht allzu bald vor der Tür stehen.
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Berlin-Marathon: Die ältesten Starter sind oftmals Ende 80
Die Langfristigkeit nicht zu vergessen, ist aber nicht nur ein Thema, das mich betrifft. In den sozialen Medien, wie Instagram, fällt es mir immer wieder auf, dass andere Läufer sich in einem Jahr so viel vornehmen, als wäre ihre sportliche Karriere danach zu Ende. Ein Influencer nimmt sich vor, innerhalb von zehn Monaten eine Marathon-Bestzeit, den ersten Ultramarathon durch die Alpen und auch noch einen Triathlon über die Langdistanz zu schaffen. Eine andere Influencerin läuft so viele Marathons in der ganzen Welt, dass die Luft nach wenigen Jahren komplett raus ist und Rennen immer mehr zur Qual werden. Wieder andere nehmen sich schon als Anfänger direkt die 42-Kilometer-Distanz vor.
Zum Glück gibt es aber auch im Netz die Gegenstimmen. Es sei nicht cool, von 0 Kilometern kommend direkt einen Halbmarathon oder Marathon zu absolvieren oder so viel zu laufen, bis man sich irgendwann nur noch mithilfe von Schmerzmitteln bewegen kann, schrieb kürzlich eine Triathletin aus Österreich. Zu oft beobachte sie, wie Menschen zu viel in kurzer Zeit wollen und dann mit Ermüdungsbrüchen enden. Dabei ist es gar nicht nötig, alle Ziele schon in seinen 20er- oder frühen 30er-Jahren zu erreichen. Das zeigt sich jährlich beim Berlin-Marathon. Die ältesten Starter sind dort regelmäßig Ende 80.





