Schon vor ein paar Jahren hatte ich den Eindruck, dass es in Berlin kaum ein Wochenende gibt, an dem man nicht an irgendeinem Laufevent teilnehmen kann. Wenn man über den Tellerrand der großen, bekannten Rennen hinausblickt, findet sich fast immer zumindest eine Veranstaltung. Inzwischen muss ich diese Aussage etwas korrigieren, denn offenbar gab es doch noch ein paar Lücken im Laufjahr. Zumindest kommen in diesem Jahr gleich mehrere Events mit teils besonderen Konzepten hinzu – und machen den Rennkalender noch einmal voller.
Das zeigt auch, dass der Laufboom immer weitergeht. Im vergangenen Jahr hatten gleich mehrere Berliner Events Rekorde gebrochen. Der Veranstalter SCC Events vermeldete im Sommer „das größte Teilnehmer:innenfeld in der Geschichte der adidas Runners City Night“. Auch beim Berliner Morgenpost Great 10K oder beim Tierparklauf gab es so viele Läufer wie noch nie. Kommen jetzt noch neue Events hinzu, heißt das wohl: Die Organisatoren sehen immer noch Potenzial und halten den Markt längst nicht für übersättigt.
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Tempelhofer Feld: Zwei neue Laufevents für 2026 angekündigt
Obwohl es in Berlin bereits einige Rennen gibt, bei denen die Teilnehmer eine Distanz von zehn Kilometern absolvieren können – und mehrere davon mit flachen, schnellen Strecken werben –, kommt nun am 20. Juni ein weiteres Event über diese Streckenlänge hinzu. Und wird angekündigt mit den Worten: „flach, schnell und gemacht für echtes Momentum“. Das Event nennt sich „BLN 10k“ und wird organisiert vom Unternehmen TOP Sportevents, das auch hinter der „Berlin läuft“-Serie steckt. Die Teilnehmer rennen dabei in zwei Runden über das Tempelhofer Feld, die Ziellinie soll sich in einem der Hangars befinden.
Das 10-Kilometer-Rennen ist aber nicht das einzige Event, das in diesem Jahr neu auf dem Tempelhofer Feld stattfindet. Schon eine Woche vorher, am 13. Juni, wird dort das „Pace Race“ organisiert, allerdings mit einem völlig anderen Konzept. Denn eine feste Streckenlänge gibt es nicht, stattdessen läuft jeder Teilnehmer so viele 1000-Meter-Runden wie möglich. Jede Runde muss innerhalb eines Zeitlimits absolviert werden, wobei das Limit mit jeder Runde kürzer wird, der Schwierigkeitsgrad also steigt – zusätzlich zur ohnehin fortschreitenden Ermüdung.
Der Gravel-Trend kommt auch im Laufen an
Trotzdem betonen die Organisatoren, dass auch Einsteiger willkommen seien, weil die Rundenzeit für Kilometer 1 bei 8 Minuten liege – was für die meisten machbar sein sollte. Danach wird es in großen Sprüngen schneller: Das Zeitlimit sinkt auf 7, dann 6:30, 6:15 und in der fünften Runde schließlich auf 6 Minuten. Von dort an reduziert sich die erlaubte Zeit mit jeder Runde um zehn Sekunden. In Runde 17 rechnen die Veranstalter vor, wäre man damit bei einem Tempo von vier Minuten pro Kilometer angekommen. Ein kurzer Spoiler: Ich würde nicht so weit kommen. Wobei für Frauen auch schon 13 Runden reichen würden, um sich für die „Pace Race Championships“ zu qualifizieren.
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Noch unbekannt ist dagegen der Ort des ersten „Gravel Runs“ in Berlin. Im Fahrradbereich ist das Graveln schon lange ein Trend: Gefahren wird auf abwechslungsreichen Strecken, dazu können Straßen genau wie Off-Road-Passagen in der Natur gehören. Der Sport bewegt sich damit zwischen Rennrad- und Mountainbikefahren – und ist jetzt wohl auch in der Laufszene angekommen. Beim „Gravel Running“ wird demnach auf Schotterwegen, Wald- oder Wiesenpassagen gelaufen, der Untergrund ist also abwechslungsreich, aber technisch weniger fordernd als beim Traillauf. Ausprobieren lässt sich das in Berlin beim „Gravel Run“ Anfang September auf einer acht Kilometer langen Strecke.
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Dass sich die Laufszene weiterentwickelt, man immer wieder Neues ausprobieren kann, ist ein großes Plus. Ich weiß, dass mir auf absehbare Zeit in dem Sport nicht langweilig werden wird. Was ich mir in dieser Entwicklung aber auch wünschen würde: Dass in Zukunft nicht der Kommerz den Laufsport bestimmt, sondern dass er offen für alle bleibt. Und die Events das bunte Teilnehmerfeld behalten, das ich bei ihnen so schätzen gelernt habe.





