Der Countdown auf meinem Handy erinnert mich unerbittlich daran: Der Hamburg-Marathon rückt näher und näher. Jeden Tag zeigt mir eine App an, wie viele Tage es noch bis zum Marathon sind. An diesem Donnerstag stehen dort: 14 Wochen und drei Tage. Das hört sich zunächst einmal nach einer vergleichsweise langen Zeit an und keinem Grund dafür, jetzt schon in Panik zu verfallen. 14 Wochen und vier Tage klingen allerdings gar nicht mehr so lang, wenn man zurzeit nicht laufen kann. Und damit schon die ersten Wochen des Trainingsplans nur in stark abgewandelter Form umsetzen kann.
Zwar ist absehbar, dass Schnee und Glätte in den nächsten Tagen – zumindest fürs Erste – in Berlin verschwinden und die Gehwege in der Stadt so wieder gefahrlos betretbar sein werden. Was mutmaßlich allerdings nicht ganz so schnell verschwinden wird, ist meine Knieverletzung. Seit einem Monat schon schleppe ich die Probleme mit mir rum, ein Untersuchung hat nun gezeigt: Es gibt eine Rissbildung im Innenmeniskus samt minimalem Kapselödem, außerdem Zeichen eines „Läuferknies“, bei dem ein Sehnenstrang an der Oberschenkelaußenseite gereizt ist. Das sind prinzipiell Dinge, die sich in den Griff bekommen lassen. Es sind aber auch nicht die besten Voraussetzungen, um in eine Marathonvorbereitung zu starten.
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Schnelle Arzttermine: Berlin liefert nicht nur Gründe zum Meckern
Um in dem Ganzen etwas Positives zu finden: Vom ersten Arztbesuch über die MRT-Untersuchung bis zur Besprechung der Ergebnisse beim Orthopäden verging gerade einmal eine Woche. Einen MRT-Termin zu buchen, war innerhalb von 48 Stunden problemlos online möglich, und zwar nicht am anderen Ende der Stadt, sondern nur wenige Busstationen von meiner Wohnung entfernt. Berlin liefert nicht immer nur Gründe zum Meckern, sondern kann einen manchmal auch positiv überraschen.
Trotzdem bedeutet das natürlich, dass der eigentlich vorgesehene Trainingsplan erst mal nicht abgearbeitet werden kann. Im Jahr 2026 war ich noch kein einziges Mal laufen. Laut Plan hätten es allein in der vergangenen Woche vier Einheiten sein sollen, wobei deren Umsetzung auch wetterbedingt schwierig geworden wäre. Auf alternatives Training hatte ich mich schon während der extremen Kälte eingestellt, jetzt wird es mich aber noch etwas länger begleiten. Was heißt: Radfahren, Schwimmen, Krafttraining und Physiotherapie dominieren erst mal den Wochenplan.
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Verletzung im Marathontraining: Geduldig bleiben und Druck rausnehmen
Ohne Frage habe ich mir das ganz anders vorgestellt. An Motivation fürs Training fehlte und fehlt es nicht. Das Ziel, das ich mir für den Marathon gesetzt hatte, ist durchaus ehrgeizig und erfordert eine ordentliche Vorbereitung. Die ohne laufen nur schwer möglich ist. Zumal bei der späteren Umstellung von „Ich laufe gar nicht“ auf „Ich absolviere ein Marathontraining“ gleich die Gefahr der nächsten Überlastungsverletzung besteht.
Die größte Herausforderung liegt jetzt darin, positiv zu bleiben und mir nicht zu viel Druck zu machen. Die Knieverletzung ist passiert. Es hilft mir nicht zu überlegen, wie sie hätte verhindert werden können. Jetzt muss ich damit umgehen, geduldig bleiben und daran arbeiten, die Verletzung möglichst schnell heilen zu lassen. Das heißt auch, trotz aller Motivation nicht zu schnell wieder ins Lauftraining einzusteigen, sondern zu akzeptieren, dass die Fitness erst mal durch andere Sportarten erhalten werden muss.
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Druck versuche ich mir auch damit zu nehmen, mich nicht zu sehr auf mein eigentlich gesetztes Zeitziel zu fokussieren. Einen Marathon zu laufen, ist immer ein Erfolg – und wie lange man dafür braucht, am Ende zweitrangig. Die größte Errungenschaft ist es, überhaupt gesund und bestmöglich vorbereitet an der Startlinie zu stehen. Darauf werde ich mich jetzt konzentrieren. Und selbst wenn die Trainingszeit doch nicht mehr ausreichen sollte, um mit einem guten Gewissen in Hamburg an den Start zu gehen: Gerade erst hat das Unternehmen Blackroll eine Übersicht mit 110 Marathons allein in Deutschland erstellt. Ich bin deshalb zuversichtlich. Es wird sich in jedem Fall noch ein Rennen finden, das ich in diesem Jahr laufen kann.





