Ich bin eigentlich ein Mensch, der nicht gerade für seine Entscheidungsfreude bekannt ist. Der alles gründlich abwägt und erst dann zu einem Ergebnis kommt. Aber manchmal geht es doch ganz schnell. Nachdem ich über die Anmeldung zu meinem ersten Marathon in Berlin lange nachgedacht habe, fiel der Entschluss für meine zweite Teilnahme binnen weniger Minuten. Möglicherweise war es die Euphorie darüber, wie unkompliziert die Registrierung für den Hamburg-Marathon möglich ist, die mich dazu bewogen hat, spontan, während wir auf unser Essen im Restaurant gewartet haben, das Formular auszufüllen.

In Hamburg ist, obwohl der Marathon im kommenden Jahr sein 40. Jubiläum feiert und die Startgebühr deutlich unter den Kosten in Berlin liegt, kein Losglück nötig, um einen Platz zu bekommen. Die Anmeldung ist bereits seit mehreren Monaten geöffnet, ausverkauft ist aber zumindest die volle Distanz – im Unterschied zum Halbmarathon – noch nicht. Dabei ist auch die Zahl der Startplätze geringer: Bis zu 20.000 sind es in Hamburg, 58.000 waren es im vergangenen Jahr in Berlin. Für diesen September ist eine ähnliche Zahl angekündigt. Was zeigt, dass die Anziehung Berlins, vermutlich auch international, nochmal deutlich größer ist.

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Marathon-Training: Es herrscht die Ruhe vor dem Sturm

Mit Blick auf meinen zweiten Marathon herrscht zunächst aber noch die Ruhe vor dem Sturm. Das Rennen findet am 26. April 2026 statt, bis zum neuen Jahr kann ich die Gedanken an die 42 Kilometer und das dafür notwendige Training also getrost verdrängen. Immerhin ist meine Motivation für die Läufe bei Kälte und Dunkelheit mit der Anmeldung schon jetzt gesichert. Denn was die äußeren Bedingungen angeht, wird sich das Training vor dem Hamburg-Marathon von der Vorbereitung für den Berlin-Marathon im vergangenen Jahr deutlich unterscheiden.

Damals hatte ich zum Teil mit der Hochsommer-Hitze zu kämpfen, dafür war es kein Problem, Einheiten in den Feierabend zu legen und trotzdem im Hellen zu beenden. Statt Sonnencreme und stets gefüllten Wasserflaschen werden im Winter wahrscheinlich eher Stirnband und Sicherheitslicht meine treuen Trainingsbegleiter sein. Ich hoffe schon jetzt, dass der aktuell regelmäßige Starkregen nicht im Winter in Form von Rekord-Schneefall wiederkehrt.

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Adidas Runners City Night in Berlin: Das nächste Rennen steht schon an

Auch wenn in diesem Jahr kein Marathon mehr ansteht, ist noch einiges an deren Events geplant. Mindestens ein Fünf-Kilometer-Lauf, zwei Zehn-Kilometer-Rennen und ein Halbmarathon stehen noch auf der Liste. Den Anfang macht die Adidas Runners City Night am Wochenende. Und auch, wenn man es auf den ersten Blick denken würde, sind die kürzeren Distanzen nicht zwangsläufig weniger anstrengend. Denn während sich die ersten Kilometer im Marathon oder auch Halbmarathon noch ganz erträglich anfühlen, stelle ich mir bei fünf oder zehn Kilometern ziemlich schnell die Frage, warum ich mir das Ganze nochmal freiwillig antue.

Was mir hilft, ist es, mich während des Laufens abzulenken. Indem ich mir die Plakate durchlesen, die Zuschauer am Streckenrand gebastelt haben oder die Bands beobachte, die auch bei der Runners City Night wieder entlang des Kudamms für Stimmung sorgen sollen. Im besten Fall bin ich außerdem nicht allein im Rennen, sondern habe einen oder mehrere Mitläufer an der Seite. Selbst wenn es auf der zweiten Hälfte nicht mehr für eine Unterhaltung, sondern nun noch ein gemeinsames angestrengtes Schweigen reichen sollte.

Auf den letzten Kilometern hilft es mir dafür dann, das Ziel zu visualisieren, das einen nahe der Gedächtniskirche mit bunten Lichtern erwartet. Und außerdem weiß ich ja: So sehr ich die Anstrengung während des Laufens vielleicht verfluchen werde, so sehr werde ich mich freuen, wenn ich ein paar Monate später wieder an der Startlinie stehe und das ganze Spiel von vorn beginnt.