In meiner Vorstellung sah das Ganze wie ein hervorragender Plan aus. Einen Marathon im April laufen, das würde mir den ganzen Winter über die Motivation fürs Training sichern, so dachte ich. Das große Ziel vor Augen würde mich bei Kälte und Dunkelheit nach draußen treiben, genauso wie ins zum Jahresbeginn stets überfüllte Fitnessstudio, sagte ich mir im Vorfeld. Im Idealfall würden sich die Läufe sogar weniger anstrengend anfühlen, als es bei höheren Temperaturen der Fall wäre. Und von diesem Training würde ich dann das ganze Jahr über profitieren, denn es gibt ja den Spruch: Die Sieger des Sommers werden im Winter gemacht.

Nun ja, sagen wir: Meine theoretische Vorstellung hat sich in der Praxis nicht so ganz bewährt, was unterschiedliche Gründe hat. Da ist zum einen mein verletztes Knie, das zwar besser wird, aber das eigentlich vorgesehene Lauftraining nach wie vor unmöglich macht. Mein längster Laufversuch waren bislang gut drei Kilometer – indoor, auf dem Laufband. Was mit Blick auf den Marathon auch bedeutet: 39 Kilometer fehlen noch.

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Winter in Berlin: Der Ostwind bläst einem erbarmungslos ins Gesicht

Das Knieproblem ist aber nur ein Punkt, der mich vom Lauftraining abhält. Der andere ist das Wetter und noch viel mehr: die aktuelle Beschaffenheit der Wege in Berlin. Die ich an dieser Stelle schon mal Anfang Januar kritisiert hatte, an der sich aber seither leider nicht allzu viel verändert hat. Das Risiko zu fallen, ist schon beim normalen Gehen gegeben – und gar nicht mal so gering, wie die aktuellen Berichte aus den Berliner Notaufnahmen beweisen. Mit höherem Tempo dürfte dieses Risiko nicht geringer werden, und eine weitere Verletzung ist das Letzte, das ich gerade brauche.

Zu den glatten Gehwegen kommt der Ostwind, der einem seit Tagen bitterkalt und erbarmungslos ins Gesicht pustet. Beides führt dazu, dass ich zurzeit meist froh bin, wenn ich heil und ohne Frostschäden wieder in meiner Wohnung angekommen bin. Zweieinhalb Stunden durch Berlin joggen? Für mich aktuell unvorstellbar. Und dass der Wind seine Richtung ändert, ist laut Wetterexperten nicht absehbar.

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Der ideale Zeitpunkt für einen Marathon? Schwierig zu finden

Jetzt werden immer wieder Stimmen laut, die fordern, wir sollten alle weniger empfindlich sein. Es sei schließlich Winter, und zu dem könnten Minustemperaturen, Eis und Schnee nun mal dazugehören. Das mag auch stimmen. Aber musste dieser kalte Januar (und ähnlich beginnende Februar) ausgerechnet in das Jahr fallen, in dem ich mich auf einen Marathon vorbereiten möchte? Denn ein Blick in die vergangenen Jahre zeigt, dass ein Winter auch ganz anders ausfallen kann.

Ein Blick in mein Trainingstagebuch verrät zum Beispiel, dass meine erste kleine Rennradfahrt im Jahr 2025 auf den 9. Februar fiel. Die habe ich zwar kalt, aber durchaus erträglich in Erinnerung. Von vereisten Wegen war in jedem Fall keine Spur. Die Wettervorhersage geht für den 9. Februar in diesem Jahr von Temperaturen zwischen -4 und -1 Grad Celsius aus, gefühlt sollen diese sogar nur zwischen -5 und -10 Grad liegen. Und ich prognostiziere vor dem Hintergrund einmal: Ich werde am 9. Februar keine Rennradtour unternehmen. Das einzig Positive an den Bedingungen ist, dass sich die Investition in einen Rollentrainer fürs Rennrad so schon nach einem Jahr bezahlt gemacht hat.

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Bei all der Kritik am Wintertraining, muss ich allerdings auch einräumen, dass der ideale Zeitpunkt für einen Marathon schwer zu finden ist. Wer beim Berlin-Marathon Ende September starten will, muss im Juli und August trainieren und hat in der Regel mit sommerlicher Hitze zu kämpfen. Und im schlimmsten Fall, wie 2025, auch während des Marathons selbst. Wer einen Monat später bei den Läufen in München oder Frankfurt am Main teilnehmen will, hat vermutlich etwas angenehmere Bedingungen beim Training, kann dafür aber einen Renntag mit unangenehmerem Wetter erwischen. Für einen gelungenen Marathon braucht es eben immer auch eine Portion Glück. Und falls es das Glück doch nicht so gut mit einem meint, den Willen und das Durchhaltevermögen, es irgendwie trotzdem zu schaffen.