Ob Freunde, Kollegen oder Nachbarskinder: Die Begeisterung über den aktuellen Schnee in Berlin scheint bei vielen groß zu sein. Durch unseren Innenhof werden Kinder auf Schlitten gezogen und Schneebälle geworfen, und die Kugeln für die Schneemänner sind teilweise so groß, dass die Jungen gar nicht mehr in der Lage waren, sie übereinanderzuschichten. Erwachsene erzählen mir ebenfalls von Rodelfahrten (dann allerdings nicht durch unseren Innenhof, sondern den Görlitzer Park) oder davon, wie schön winterlich die Stadt doch aussehe.
Ich dagegen gehöre zu denen, die dem Wintereinbruch in Berlin wenig abgewinnen können. Was auch daran liegt, dass ich für den Winter nicht gemacht zu sein scheine. Um nicht zu frieren, brauche ich zuverlässig eine Kleidungsschicht mehr als andere Menschen. Und während manche locker und mit schnellen Schritten über die nur mittelmäßig gestreuten Gehwege marschieren, benötige ich vollste Konzentration, um nicht auf dem Boden zu landen.
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Wadenmuskelkater dank Silvesterlauf durch den Schnee
Was fürs Gehen gilt, trifft ebenso aufs Laufen zu, das konnte ich zuletzt erst wieder beim Silvesterlauf beobachten. Pünktlich, bevor es an den Start ging, setzte der Schneefall ein und wollte einfach nicht mehr enden. Wer braucht schon ein „White Christmas“, wenn er einen „White New Year‘s Eve“ haben kann, mögen sich die Wettergötter gedacht haben. So schön der Schnee im Wald auch aussah – das muss selbst ich zugeben –, so rutschig wurde es vor allem zum Ende des Laufes hin, als der Schnee zunehmend platt getreten war.
Dennoch schafften es andere Läufer, mühelos an mir vorbeizustürmen. Ich, ehrlicherweise auch nicht mit den besten Schuhen für das Wetter ausgerüstet, sah meinen Mitläufern mit einer Mischung aus Bewunderung und Erstaunen hinterher und wich selbst an den Rand des Weges aus, wo der Schnee noch etwas tiefer war. Das reduzierte die Glätte, erhöhte dafür allerdings die Anstrengung – und brachte mir am nächsten Tag einen ordentlichen Wadenmuskelkater.
Ausweichen ins Fitnessstudio? Aktuell nur zu Randzeiten zu empfehlen
Dass Eis und Schnee in Berlin in absehbarer Zeit verschwinden, ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Laut Wetterprognosen dürfte noch der eine oder andere Zentimeter hinzukommen. Meine Pläne für Draußensport werden so ziemlich durchkreuzt. An Dunkelheit und Kälte habe ich mich inzwischen halbwegs gewöhnt. Aber Dunkelheit, Kälte und dazu noch Glätte? Die Kombination ist nicht mein Fall. Ein Sturz samt Knochenbruch ist nichts, was ich zum Jahresbeginn gebrauchen kann.
Ungünstigerweise befinden wir uns gerade an dem Zeitpunkt, der im gesamten Jahr am ungeeignetsten für einen Besuch im Fitnessstudio ist. Neujahrsvorsätze treiben die Menschen in Scharen in die Muckibude, was bedeutet: Gedränge in der Umkleide, Anstehen an der Getränkebar, ungewollte Nähe zu Mitsportlern während der Kraftübungen. Erfahrungsgemäß entspannt sich die Lage im Laufe des Februars, bis dahin gilt es, in Randzeiten auszuweichen. Samstag- oder Sonntagmorgen hat sich als empfehlenswert herausgestellt.
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Schwimmen, Radfahren, Laufen – vielleicht doch eine Triathlon-Premiere?
Auch Schwimmbäder scheinen noch nicht im Fokus derjenigen zu stehen, die im neuen Jahr im Sport durchstarten wollen. Mit etwas Glück findet man eine Bahn, auf der man fast allein schwimmen kann. Abgesehen von der erfreulichen Leere habe ich noch einen anderen Vorteil festgestellt: Wenn man anfängt, regelmäßig einen neuen oder lange nicht ausgeübten Sport zu machen, zeigen sich schnell Fortschritte. In der Technik, dem Tempo oder der gefühlten Anstrengung.
Als letzte Alternative bleibt das Fahrrad in meinem Wohnzimmer, das ich inzwischen als Teil der Wohnungseinrichtung akzeptiert habe. Und ich kann sagen, mit den richtigen Einheiten und simulierten Anstiegen kann das Indoor-Radfahren genauso anstrengend sein wie das Intervalltraining im Laufen. Das Training wird aktuell also etwas vielseitiger aufgestellt: schwimmen, Rad fahren, so weit wie möglich weiter joggen – vielleicht sollte ich das Wetter einfach als Anstoß nehmen, dieses Jahr doch eine Triathlon-Premiere zu feiern.




