Es gibt etwas, das zum Start ins neue Jahr inzwischen fast genauso dazu gehört wie das „Dinner for One“: Das Ziel, mehr Sport zu machen, rangiert Jahr für Jahr in der Liste der Top-Vorsätze der Deutschen. Gerade erst hat das eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit bestätigt. Für 2026 liegt demnach mehr Zeit mit Familie und dem Freundeskreis zu verbringen an der Spitze der Vorhaben. 62 Prozent aller Befragten gaben dieses Ziel an. Auf Platz zwei landet der Vorsatz, mit Stress besser umzugehen (61 Prozent), auf Rang drei schließlich der Anspruch, sich mehr zu bewegen (57 Prozent).

Dass der Vorsatz jedes Jahr so weit vorn landet, beweist aber auch, dass es in der Praxis noch etwas hapert. Zwar wird es in der aktuellen Studie schon als Erfolg benannt, dass immerhin knapp zwei Drittel der Befragten ihre Vorsätze aus dem Vorjahr länger als drei Monate umgesetzt haben. Aber irgendwann zwischen Ostern und Weihnachten scheinen die dann doch abhandenzukommen – und so steht der Vorsatz, sportlicher zu werden, pünktlich zum nächsten Silvester erneut auf der Liste von Plänen fürs kommende Jahr.

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Der Januar ist ein schwieriger Monat, um mit dem Sport zu beginnen

Ich bin selbst kein großer Fan von Vorsätzen fürs neue Jahr. Allein der Punkt, dass sich die Jahreszahl um eins erhöht, erscheint mir keine ausreichende Begründung dafür, wesentliche Dinge im Leben zu verändern. Und ich glaube, darin liegt auch ein Problem, warum viele Neujahrsvorsätze früher oder später scheitern: Die richtige Motivation fehlt. Wenn ich auf etwas eigentlich gar keine Lust habe, sondern nur das Pflichtgefühl empfinde, mehr Sport machen zu müssen, dann kann ich mich vielleicht drei Monate dazu zwingen. Aber auf Dauer hat das Ganze wenig Aussicht auf Erfolg.

Gegen das grundsätzliche Ziel, mehr (oder überhaupt) Sport zu machen, ist natürlich nichts einzuwenden. Wobei ich bestimmt nicht den Januar wählen würde, wenn ich jemandem zu einem Zeitpunkt raten müsste, um mit einem Sport zu beginnen. Fitnessstudios sind überlaufen, draußen ist es dunkel und kalt – das sind nicht die besten Voraussetzungen, um ungewohntes Training mit Spaß zu verknüpfen. Umso entscheidender ist in solchen Situationen, die Frage nach dem Warum beantworten zu können. Mich motiviert es beim Laufen oder Radfahren, mich selbst herauszufordern, Dinge auszuprobieren und unbekannte Orte zu sehen.

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Mehr Sport im neuen Jahr: Sich bloß nicht überfordern

Ich setze mir immer neue Ziele, für die ich dann dranbleibe, auch wenn das Wetter schlecht oder das Fitnessstudio überfüllt ist. Wobei es nicht darum geht, ständig einen Wettkampf oder eine neue Bestleistung im Kopf zu haben. Manchmal genügt es auch schon, an das Gefühl nach einem Training zu denken. Vor allem an Tagen, an denen man eigentlich zu müde oder träge ist und sich dann doch überwindet, ist die Zufriedenheit umso größer. Und es ist etwas dran an der Aussage, dass man sich nach einem Lauf eigentlich nie schlechter fühlt als vorher.

Die einzige Voraussetzung ist, dass man sich während der Läufe nicht überfordert. Wer sich als Anfänger direkt vornimmt, einen Marathon zu laufen, weil das plötzlich jeder mit einem Social-Media-Profil zu machen scheint, wird mutmaßlich schnell frustriert oder verletzt sein. Lieber setzt man sich kleine Zwischenziele, entwickelt sich Schritt für Schritt und sieht eine stete Verbesserung. Zu erleben, wie sich die investierte Zeit auszahlt, war gerade für mich als Laufanfängerin ein großer Ansporn. Und klar ist: Am leichtesten macht man dann Fortschritte, wenn man etwas neu erlernt.

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Was einen antreibt, muss am Ende jeder für sich allein herausfinden. Für mich steht fest, dass mir ein bloßer Jahreswechsel als Grund nicht ausreichen würde, langfristig Zeit für Sport im Kalender freizuräumen. Aber um trotzdem nochmal zurück zu den guten Vorsätzen der Deutschen zu kommen: Auch die können durchaus eine Motivation sein. Mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen, Stress besser verarbeiten – praktischerweise lässt sich das im Sport, so zumindest meine Erfahrung, alles miteinander verbinden.