Wir verlassen den S-Bahnhof Grünau am Hauptausgang Richtung Wäldchen und Dahme. Auf der anderen Seite des Adlergestells befindet sich eine Stele zum Gedenken an die Opfer des Kapp-Putsches von 1920. Rechts neben einem Imbiss führt die gepflasterte Büxensteinallee, ­benannt nach Friedrich Wilhelm Georg ­Büxenstein (1857–1924, ­Mitbegründer des Berliner Rudervereins), durch einen kleinen Wald und vorbei an schönen Altbauten zur Regattastraße.

Viele Ausflügler gehen hier normalerweise nach rechts, zu den Regat­ta­tribünen und dem Strandbad Grünau. Wir aber biegen links ab und kommen zum altehrwürdigen Café Liebig (siehe Info). Gleich dahinter lockt ein schmaler Grünstreifen zur Dahme mit einem frei zugänglichen, weit ins Wasser ragenden Steg. Links: ein Denkmal zu Ehren des einst in ­Grünau beheimateten Schriftstellers Stefan Heym (1913–2001), ein stilisiertes Lesepult mit der Aufschrift „Ich habe mich immer eingemischt“.

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Zwischen Regattastraße und Dahme stehen edle Neubauten

Über die Wassersportallee hinweg – rechts geht es zur BVG-Fähre F12 hinüber nach Wendenschloss – bringt uns die Regattastraße vorbei an ­einigen Läden zur Rießerseestraße und in die Dahmestraße. Hier beginnt ein edles Neubaugebiet, einige der Wohnblöcke haben einen ­eigenen Zugang zum Wasser. Hinter der Königs­seestraße beginnt der Park an der Dahme, ein großzügig angelegtes Terrain direkt am Ufer, das wir bis zum nördlichsten Zipfel begehen, um dann nach links wieder zurück in die Regattastraße zu kommen.

Rechts erreichen wir den Teichmummelring, von dem ein Weg durch ein weiteres Neubaugebiet abzweigt. An dessen Ende befindet sich ein ­„Privat-Spielplatz“, der laut Beschilderung kurioserweise nur für die Bewohner einiger bestimmter hier angrenzenden Häuser gedacht ist. Schräg links geht es über die Regattastraße zur Friedrich-Wolf-Straße, die eine Linkskurve macht. Gegenüber der Hausnummer 47 biegen wir rechts ab und landen an der Waldstraße. Wer mag, kann hier einen Ausflug über ­diverse Wege in den angrenzenden Wald beginnen. Wir aber folgen der Waldstraße nach links, die in die Walchenseestraße übergeht.

Noch mehr Spaziergänge in Berlin:

Am Ende eines Sportplatzes führt ein Pfad links zur Lahmertstraße, an deren Ende rechts uns ein Weg wieder zur Regattastraße leitet. Achtung, der Zugang zum Pfad ist sehr leicht zu übersehen und befindet sich ganz am linken Ende der Lahmertstraße zwischen zwei Zäunen. Rechts und wieder rechts erreichen wir die schöne evangelische Friedenskirche ­Grünau, erbaut von 1904 bis 1906 nach ­Plänen von Ludwig von Tiedemann und Wilhelm Walther. Sie befindet sich auf dem Don-­Ugoletti-Platz, benannt nach einem Pfarrer aus Albinea in ­Italien, seit 1997 Partnerstadt von Treptow-­Köpenick.

Wir erreichen wieder die Walchenseestraße, ein interessantes, denkmalgeschütztes Holzhaus trägt die Hausnummer 3 und lohnt einen Abstecher nach links. Dann aber geht es über den kleinen Park und an einem schönen Spielplatz vorbei zur Ammerseestraße. Sie bringt uns nach links zur Wassersportallee und nach rechts zurück zum S-Bahnhof Grünau.

Ausflugs-Info

  • Café Liebig Von so einer Tradition können andere Etablissements nur träumen: Im Jahr 1870 gründete Otto Kerger das „Kaffeehaus mit Konditorei“. Seit 1903 war hier die Familie Liebig aktiv, nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Jugendstil-Café auch nach ihr benannt. Und so ging es durch die Jahrzehnte – bis im Jahr 2019 Fred und Niklas als Pächter einstiegen, den Laden liebevoll renovierten und dabei den alten Parkettboden freilegten. Der frische Wind hat dem Traditionsort gutgetan: Neben dem Abhalten einer gemütlichen Kaffeerunde mit hausgemachtem Kuchen kann man hier auch gut speisen – vom ­Steirischen Backhendl bis zum Biolachs auf Mandelreis reicht das Angebot. Regattastr. 158, Grünau, Tel. 70 76 17 71, geöffnet Mi.–So. ab 11.30 Uhr, www.cafeliebig.de
  • Wegstrecke und Dauer Für die knapp fünf Kilometer lange Route sollte man anderthalb Stunden einplanen. Wer Lust und Zeit hat, kann auch noch mit der Tram 68 vom S-Bahnhof Grünau bis ins schöne Schmöckwitz und zurückfahren.

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