Corona-Krise

Tempelhof-Schöneberg gestattet Heizpilze in der Gastronomie

Ab sofort und nur für diese Herbst- und Wintersaison dürfen Gastronomen Heizpilze im Außenbereich aufstellen.

Heizpilze gelten als Umweltsünder. Sie stoßen Kohlendioxid in nicht geringen Mengen aus.

Heizpilze gelten als Umweltsünder. Sie stoßen Kohlendioxid in nicht geringen Mengen aus.

Foto: Sergej Glanze

Berlin. Gastronomen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg dürfen ab sofort Heizpilze in ihren Außenbereichen aufstellen. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) stimmte am Mittwoch mehrheitlich einem Antrag von SPD, CDU und Linke zu. Allein die Fraktion der Grünen stimmte aus Gründen des Klimaschutzes gegen den Antrag. Das Heizpilzverbot wird laut Beschluss aber nur für die Wintersaison 2020/21 aufgehoben.

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Weil gerade die gasbetriebenen Heizpilze als Umweltsünder gelten, wird das Bezirksamt gleichzeitig damit beauftragt zu prüfen, wie man den Umweltschaden ausgleichen kann. Vorgeschlagen wurden Baumpflanzungen. Wo möglich, sollen außerdem elektrisch betriebene Wärmeinfrarotstrahler bevorzugt zum Einsatz kommen.

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Grüne zu Heizpilzen: „Klimapolitische Sauerei“

Jan Rauchfuß, Bezirksverordneter der SPD, betonte, wie sehr die kalte Jahreszeit die Wirte in Bedrängnis bringen würde. Um die Abstandsregeln einzuhalten, dürfen sie noch immer weit weniger Plätze anbieten, als üblich. „Heizpilze wurden zwar nicht ohne Grund aus dem Verkehr gezogen, aber es darf auch nicht zu einem Massensterben in der Gastronomie kommen“, so Rauchfuß. Auch die Linke hatte sich für die Heizstrahler eingesetzt. „Wir brauchen eine schnelle Lösung“, sagte Christine Scherzinger (Linke).

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Das Thema hatte eine Debatte in der Bezirksverordnetenversammlung entfacht. Die Fraktion der Grünen hatte sich in einem eigenen Antrag gegen die Heizstrahler ausgesprochen und stattdessen Innenluftfilter gefordert, die dazu beitragen sollen, das Infektionsrisiko in Räumen zu verringern. Der Antrag bekam keine Mehrheit. Bertram von Boxberg, Mitglied der Grünen-Fraktion, nannte die Anträge der Fraktionen, die die Heizpilze zulassen wollen, eine „riesige klimapolitische Sauerei“.

Stadträtin Heiß (Grüne): Zelte begünstigen Coronavirus-Ausbreitung

Der „Gastro-Gipfel“, zu dem Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) vor zwei Wochen eingeladen hatte, hatte keine einheitliche Regelung für Berlin hervorgebracht. Die Bezirke können darüber also selbst entscheiden. Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg lehnen die Heizpilze für die Außengastronomie ab. Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf gestatten den Gastronomen ihrer Bezirke den Einsatz. Pankow erlaubt neben Heizpilzen sogar zeltartige Einhausungen.

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Christiane Heiß, Tempelhof-Schönebergs Bezirksstadträtin für Straßen und Grünflächen, betrachtet solche Zelte eher mit Sorge. Ihre Befürchtung ist, dass Heizpilze zusammen mit diesen Außenräumen die Bedingungen für die Ausbreitung des Coronavirus sogar noch begünstigen könnten.