Das Berliner Medien-Festival „Doxumentale“ startet am Donnerstag in seine zweite Ausgabe – und ändert wegen eines Rechtsstreits einen Buchstaben im Namen. „Ein großer Player der deutschen Kulturlandschaft sieht im Namen eine zu große Ähnlichkeit zur eigenen Marke“, so die Festival-Leitung. Das „X“ im neuen Namen sei als Kuss für alle zu sehen, die Non-Fiction-Formate lieben. Die künstlerische Leiterin Anna Ramskogler-Witt leitete zwischen 2019 und 2024 das Human Rights Film Festival.

Die „Doxumentale“ startete am Mittwochabend mit der immersiven Performance „Glanz & Widerstand“ der Berlin Ballet Company in Anwesenheit von Film- und Medienschaffenden, einer gelungenen Hommage an Berlins größtem Filmstar Marlene Dietrich. Die Performance nutzte Teile der berühmten Doku „Marlene“ von Maximilian Schell, in der er die Diva in ihrer Pariser Wohnung interviewte, ohne sie zu filmen. Das zehntägige Event, der unter anderem von Transparency International und dem Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) gefördert ist, bietet dieses Jahr 40 Dokumentarfilme, Virtual-Reality-Erlebnisse, Talks, Lesungen (z.B. von Rainer Rother) und mehr. Auch für Kinder ist einiges geboten.
Eine Auswahl aus dem umfangreichen Programm

Was ist wahre Kreativität? In der Doku „Creativo Paradiso“ entlockt das ungewöhnliche Duo Blixa Bargeld und Lilith Stangenberg Künstlern wie Ridley Scott („Alien“), Björk und Marina Abramovic ihre Gedanken dazu.
Dienstag, 17. Juni, 20.30 Uhr, Kant Kino (Charlottenburg); Mittwoch, 18. Juni, 21.30 Uhr, Freiluftkino Insel Atelier Gardens (Tempelhof)
In „Death is an Asshole“ lernen die Zuschauer den Berliner Bestatter, Buchautor und Podcaster Eric Wrede und sein Team kennen. Der ehemalige DJ und Musikmanager bricht mit seinem bundesweiten Institut „Lebensnah“ Tabus um die Themen Trauer und Tod.
Donnerstag, 12. Juni, 21.30 Uhr, Freiluftkino Atelier Gardens (Tempelhof); Sonntag, 22. Juni,18 Uhr, B-ware Ladenkino (F‘hain)

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„Changing Sides – Eichi and the FC Pio“ erzählt die Geschichte des ehemaligen Rechtsextremisten Thomas „Eichi“ Eichstädt, der ein Fußballteam junger Geflüchteter trainiert. Die Doku, die im östlichen Mecklenburg-Vorpommern spielt, ist ein bewegendes Exempel für zweite Chancen und den Mut zur Veränderung.
Mittwoch, 18. Juni, 18 Uhr, Kant Kino (Charlottenburg); Donnerstag, 19. Juni, 20 Uhr, Skatehalle Berlin (RAW-Gelände Friedrichshain)
In „Curtains“ leiht Sandra Hüller („Zone of Interest“) einer Frau ihre Stimme, die aus einer gewaltvollen Beziehung ausgebrochen ist. Die Doku „enthüllt das Versagen des Staates, die Frauen wirklich zu schützen“, heißt es im Programm. Hinter der Doku steht die deutsche Filmemacherin Alina Cyranek.
Sonntag, 15. Juni, 21.45 Uhr, Atelier Garden Ton 1 (Tempelhof); Freitag, 20. Juni, 21 Uhr, Sputnik Kino Südstern (Kreuzberg)
Der legendäre Berliner Techno-Club Kater Blau an der Spree wird zur Kulisse für ein Event, umschrieben als „D‘Lounge“, das Film, Kunst und Party verbindet. Die Deutschlandpremiere der Doku „Ouvivor“ des Finnen Matias Bergström erzählt die Geschichte von 120 Hausbesetzern in Sao Paulo (Brasilien), die gegen Kommerzialisierung und für Unabhängigkeit und Kunst kämpfen.
Freitag, 20. Juni, 18 Uhr D‘Lounge, 19.30 Uhr Film, Kater Blau (Friedrichshain)
Außerdem laden drei Ausstellungen in den Atelier Gardens zum Entdecken ein: „Ode an das Handwerk“ von Fotografin und Kunstlehrerin Donata Wenders (Ehefrau des Regisseurs Wim Wenders) ist ab 12. Juni zu sehen. Die zweite Ausstellung zeigt die Schrecken des Ukraine-Krieges aus der Sicht des Oscarpreisträgers Chernov: „Mariupol: The City that refused to die“. Die dritte Ausstellung wartet mit Fotos über die Proteste in Serbien auf.
Die atemberaubende Balletperformance „Glanz & Widerstand“ der Berlin Ballet Company wird am 12., 13. und 14. Juni jeweils um 18 Uhr in den Atelier Gardens wiederholt (Besuchern wird empfohlen ab 17.30 Uhr zu kommen) Ticketpreis: 20 Euro, erm. 15 Euro.
Das komplette Programm der Doxumentale (12. Juni bis 22. Juni 2025) gibt es auf der Website des Festivals. Online-Tickets (Festival-Ticket 85 Euro, Einzeltickets 10 Euro) kann man hier kaufen.





