Fab.com

Designplattform Fab.com sammelt 150 Millionen Dollar ein

Investoren aus China und Japan führen die Finanzierungsrunde für den Online-Designhändler Fab.com an. Mit dem Geld soll unter anderem die in Berlin geplante Eigenfertigung von Möbeln ausgebaut werden

Foto: fab.com

Die Designhandelsplattform Fab.com hat bei Investoren mehr als 150 Millionen Dollar eingesammelt. Das bestätigte Gründer Jason Goldberg. Zuvor hatte der Branchendienst Techcrunch über die Finanzierungsrunde berichtet. Damit werde das 2011 gegründete Unternehmen auf nunmehr eine Milliarde Dollar bewertet. „150 Millionen einzusammeln ist fast wie ein nicht-öffentlicher Börsengang“, sagte Goldberg. „Wir haben uns entschlossen, dieses Geld zu sammeln um die Zeit und Ressourcen zu haben, unsere Firma auf lange Sicht zu lenken.“

Fab.com gilt als die derzeit schnellstwachsende Handelsplattform weltweit. Das 2011 gegründete New Yorker Unternehmen hatte im vergangenen Jahr rund 150 Millionen Dollar Umsatz erzielt und rechnet für 2013 mit bis zu 300 Millionen Dollar. Im Februar teilte das Unternehmen mit, dass das Januar-Geschäft sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht hatte. Fast 40 Prozent des Umsatzes erlöst das von Berlin aus gesteuerte Europa-Geschäft. Nach eigenen Angaben zählt Fab.com mittlerweile 14,5 Millionen Kunden.

Die Finanzierung wird von dem chinesischen Internetkonzern Tencent und dem japanischen Mischkonzern Itochu angeführt. Die bisherigen Investoren Atomico, Andreessen Horowitz, Menlo Ventures, RTP Capital, Pinnacle Ventures, Lars Hinrichs und Docomo Capital sollen sich ebenfalls beteiligt haben. Angeblich sollen bis Abschluss der Finanzierungsrunde weitere 100 Millionen Dollar in das Unternehmen fließen.

Mit dem Geld will das Unternehmen zum einen die Lieferkette verbessern. Bestellte Waren sollen binnen 24 Stunden die Lagerhäuser verlassen. Für die Belieferung der europäischen Kunden soll in den Niederlanden ein neues Auslieferungszentrum errichtet werden. Mit der Beteiligung von Tencent eröffnet sich zum anderen für Fab.com die Chance, den chinesischen Markt mit seiner wachsenden, konsumfreudigen Mittelschicht zu erobern. „Wir haben besonders nach strategischen Investoren gesucht, nach Firmen die uns helfen können unsere Vision voranzutreiben und Fab in neue Märkte zu bringen“, sagte Goldberg.

Fabs Europa-Zentrale in Berlin spielt Schlüsselrolle

Zugleich treibt Fab.com-Gründer Jason Goldberg seine Idee voran, vor allem Möbel selbst zu designen und fertigen zu lassen. Die Berliner Europazentrale spielt dabei eine Schlüsselrolle. Das Unternehmen hatte zuletzt im Mai die Hamburger Möbelmanufaktur Massivkonzept übernommen und an den Berliner Stammsitz verlegt.

Fab.com hatte bereits vor einem Jahr das Berliner Start-up Casacanda (damals ein Klon der Fab-Idee) für einen offiziell nicht näher bezifferten Betrag gekauft und mit dem Team seine Europa-Filiale aufgebaut. Mit 30 Leuten fing man in Berlin an, mittlerweile sind es 250. Am Ende diesen Jahres soll mit dem Geschäft in 26 europäischen Ländern ein Umsatz von 80 Millionen Euro erzielt werden. Das wäre eine Verfünffachung um Vergleich zu 2012.