Neuer Accelerator

Telekom lädt Start-ups aus Tel Aviv nach Berlin ein

Start-ups aus Israel haben den US-Markt im Fokus, Europa ist für viele Gründer uninteressant. Das will die Telekom ändern und bietet Start-ups aus Tel Aviv Büros in Berlin an.

Foto: screemo

Israelische Internet-Start-ups konzentrieren sich meist auf den US-amerikanischen Markt. Denn dort finden die Erfolgsgeschichten statt: Zuletzt kaufte Google die Navi-App Waze Berichten zufolge für 1,3 Milliarden US-Dollar.

Jetzt schlägt hub:raum, der Start-up-Inkubator der Deutschen Telekom, israelischen Start-ups eine Brücke nach Europa. Israelische Gründer erhalten Unterstützung, um ihre Geschäftsideen in Europa zum Erfolg zu führen.

Mentoren bereiten die Teilnehmer des neuen Accelerator-Programms zunächst in Israel auf die Anforderungen des europäischen Marktes vor. Anschließend stellt hub:raum den Start-ups Büros in Berlin, wo sie mit lokaler Hilfe und Beratung in Europa Fuß fassen können.

Bis zu 30.000 Euro für jedes Team

Finanzielle Unterstützung hilft zudem, einen Teil der Kosten zu decken, die durch Reisen und Unterkunft in Europa entstehen. Insgesamt dauert das Programm etwa drei Monate (10.000 Euro plus 5000 Euro pro Team-Mitglied, maximal 20.000 Euro).

Im Gegenzug sichert sich hub:raum die Möglichkeit, über die T-Venture, die Wagniskapital-Tochter der Deutschen Telekom, an der nächsten Finanzierungsrunde der Start-ups teilzunehmen (bis zu 300.000 Euro). In Tel Aviv arbeitet hub:raum mit den Accelerator Programmen TheJunction und TheTime zusammen.

Interaktion zwischen Fans und Verein

Screemo ist das erste Start-up aus Tel Aviv, das an dem Programm teilnimmt. Sein Produkt ermöglicht Interaktionen zwischen sozialen Medien, digitalen Screens und ihren Smartphones in Echtzeit, was insbesondere bei Sportereignissen interessant ist.

Zum Beispiel während Spielen des Basketball-Clubs Maccabi Tel Aviv, der die Plattform bereits nutzt: Zuschauer werden aufgefordert, Fragen zu beantworten, die auf den Anzeigetafeln in der Halle gestellt werden. Sie posten ihre Antworten mit Smartphones via Facebook oder über die mobile Website des Vereins.

Drei Pilotprojekte in Deutschland

Screemo macht jeden teilnehmenden Fan für fünf Sekunden berühmt: Sein Profilbild wird in Echtzeit für fünf Sekunden auf dem Display in der Halle gezeigt. Diese Interaktion mit den Fans eröffnete dem Verein neue Vermarktungsmöglichkeiten. Möglich sind auch Votings, die während des Spiels veranstaltet werden.

Zusammen mit der Telekom kann Screemo noch in diesem Jahr in Deutschland drei Pilotprojekte durchführen. Das neue Accelerator-Programm ist für Start-ups offen, die bereits über ein Produkt verfügen.