Bundesliga

Warum Union der beste Aufsteiger ist

Aufsteiger Union braucht nicht mal eine komplette Serie, um 20 Punkte zu holen. Die Morgenpost nennt die Gründe für die Erfolgsbilanz.

Unions Marcus Ingvartsen (Mitte) feiert sein Tor in Paderborn mit Kapitän Christopher Trimmel und Robert Andrich (r.).

Unions Marcus Ingvartsen (Mitte) feiert sein Tor in Paderborn mit Kapitän Christopher Trimmel und Robert Andrich (r.).

Foto: Friso Gentsch / dpa

Berlin. Die Hinrunde in der Fußball-Bundesliga hat noch zwei Spieltage vor sich, für den Aufsteiger Union Berlin kann jedoch jetzt schon festgehalten werden: Der Aufsteiger aus Köpenick spielt eine vorzügliche erste Saisonhälfte.

Der Faustregel folgend, dass 40 Punkte für den Klassenerhalt reichen, darf festgehalten werden, dass Union schon jetzt die Hälfte der erforderlichen Punkte für das gesteckte Saisonziel erreicht hat. Eventuell sogar schon mehr, reichten in den vergangenen zehn Spielzeiten im Durchschnitt doch 34,9 Zähler zum Ligaverbleib.

Union Berlin zählt zu den besten Aufsteigern seit 2009

„20 Punkte sind nicht schlecht, aber wir müssen dranbleiben“, mahnte Union-Trainer Urs Fischer nach dem 1:1 beim SC Paderborn. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass seine Mannschaft in dieser Spielzeit der beste Aufsteiger ist und sich auch mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre nicht zu verstecken braucht.

Von den 25 Mannschaften, die seit 2009 den Sprung in die Erstklassigkeit schafften, waren nur sechs besser, und die zum Teil auch nur minimal. Die Morgenpost nennt die Gründe für den Aufschwung.

Union Berlin punktet immer nach einem 1:0

Es ist kein Geheimnis, dass es sich leichter spielt, wenn man selbst das erste Tor schießt. Der Gegner muss einen Tick offensiver werden, die eigene Mannschaft kann den dadurch entstehenden Platz zum schnellen Umschaltspiel nutzen.

Der 1. FC Union ist dafür eine Paradebeispiel. In sieben der 15 Partien gingen die Köpenicker in Führung, keine ging verloren. Im Gegenteil: Alle sechs bisherigen Saisonsiege resultierten aus einem eigenen 1:0. Erst Mitaufsteiger Paderborn konnte dem Gesetz der Serie ein wenig trotzen.

Union Berlin zeigt sich defensiv stark

Mehr als ein Unentschieden sprang dennoch nicht heraus. „Gegen Union bekommt man nicht viele Torchancen“, musste auch Steffen Baumgart, Paderborns Trainer und Ex-Unioner, am Sonnabendnachmittag feststellen.

Derweil war Fischer mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: „Wir hatten über 90 Minuten Paderborn nicht schlecht im Griff, gerade bei ihrem Umschaltspiel.“ Defensive Stabilität gepaart mit dem Führungstreffer als ein Schlüssel zum Ligaverbleib.

Union Berlin profitiert vom großen Kader

Natürlich liegt bei einer Mannschaftsstärke von 33 Spielern der Verdacht nahe, dass es relativ schnell unruhig werden könnte. Dies ist bei Union nicht der Fall. Das Team präsentiert sich als verschworene Gemeinschaft. Das hilft neuen Spielern, sich schneller zurechtzufinden.

Aktuellstes Beispiel ist Marcus Ingvartsen. Der Däne kam im Sommer vom belgischen Meister KRC Genk, stand auch bei Union elf Mal in der Startelf. Dennoch brauchte der Angreifer einige Wochen, um sich an die Spielweise in der Bundesliga zu gewöhnen.

In Paderborn erzielte er nun seinen dritten Saisontreffer, zudem hat er sich im offensiven Mittelfeld festgespielt, ob hinter den Spitzen oder auf der rechten Außenbahn.

Bei Union Berlin ist jeder bereit

Auch die Vorgabe, bereit zu sein, wenn man gebraucht wird, haben Unions Profis offenbar verinnerlicht. Hier dient Michael Parensen als perfektes Beispiel. Unions Urgestein (seit Januar 2009 im Verein) stand in Paderborn erstmals nicht nur als „Ersatzmann“ auf dem Platz. Gegen Freiburg und Köln spielte er statt des angeschlagenen Subotic, in Mainz wurde er für den verletzten Keven Schlotterbeck eingewechselt.

„Weil Micha es zuvor gegen Köln gut gemacht hat. Noch dazu steht eine englische Woche an. Es gilt, die Kräfte entsprechend einzuteilen, deshalb ist mir diese Entscheidung sehr leicht gefallen“, begründete Trainer Fischer, warum er sich für Parensen und nicht für Neven Subotic entschieden hatte.

Union Berlin ist bei Standards in Europa Spitze

Ein probates Mittel, um zum Torerfolg zu kommen, sind ruhende Bälle. Gerade bei Union haben sich Standardsituationen zu einer echten Waffe entwickelt. Neun der 18 Treffer, die Union selbst erzielt hat (dazu kommt ein Eigentor des Mainzers Daniel Brosinski), entsprangen Ecken oder Freistößen (darunter vier Elfmeter). Damit zählt Union in den fünf Top-Liegen Europas zur absoluten Spitze.

Herrscher der ruhenden Bälle bei Union ist Kapitän Christiopher Trimmel. Seine Ecken oder Freistöße sorgen stets für Gefahr im gegnerischen Strafraum, vor allem in Kombination mit Sebastian Andersson. Der Schwede ließ schon durchblicken, dass er – sollte es ihn mal von Union wegziehen – „seine Ecken und Freistöße gern mitnehmen“ würde.

Zweimal führte die Kombination Eckball Trimmel/Kopfball Andersson beim 3:2 in Mainz zu Toren, einmal beim 2:0 gegen Köln. Nicht ausgeschlossen also, dass es auch im Jahresendspurt gegen die TSG Hoffenheim am Dienstag (20.30 Uhr, Alte Försterei) und bei Fortuna Düsseldorf am Sonntag (15.30 Uhr, Sky) wieder Tore nach Standards bei Union Berlin gibt.

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