Bundesliga

Union feiert gegen Gladbach die nächste Party

Bundesliga-Aufsteiger Union bezwingt Spitzenreiter Mönchengladbach verdient mit 2:0. Ujah und Andersson treffen für die Köpenicker.

Unions Profis feiern zusammen mit Maskottchen Ritter Keule den Sieg gegen Borussia Mönchengladbach.

Unions Profis feiern zusammen mit Maskottchen Ritter Keule den Sieg gegen Borussia Mönchengladbach.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Das größte Lob für Union Berlin gab es vom Gegner. „Union ist eine Mannschaft, die in der Bundesliga angekommen ist“, sagte Max Eberl, der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach. Als Beleg für die Anerkennung diente das 2:0 (1:0) des Bundesliga-Aufsteigers am Sonnabend. Es war der fünfte Sieg der Köpenicker im Oberhaus. Und er war hochverdient.

„Wenn man über 90 Minuten so eine Leistung abliefert, dann wird es für jeden Gegner sehr schwer“, freute sich Union-Kapitän Christopher Trimmel. Für den Gladbacher Florian Neuhaus brachten die 90 Minuten in Köpenick folgende Erkenntnis: „Das Spiel hat gezeigt, dass wir offenbar doch noch nicht so weit sind, wie man uns in den vergangenen Wochen nachgesagt hat.“

Als Spitzenreiter waren die Gladbacher nach Berlin gereist. Als bislang beste Mannschaft in dieser Spielzeit agierte die Borussia auch – 15 Minuten lang. Danach stellten die Gäste völlig unerklärlich ihren Spielaufbau ein. Als würden ein Fernschuss von Denis Zakaria (6.), ein mäßiger Kopfball von Marcus Thuram (10.) und ein fast perfekter Kopfball von Patrick Herrmann an den Pfosten nach einem schulbuchmäßigen Angriff (12.) schon genug sein.

Union Berlin mit Mut, Borussia Mönchengladbach zu passiv

Gladbachs zunehmende Passivität spielte Union genau in die Karten. Mut, nicht nur nach vorn zu verteidigen, sondern auch selbst Chancen zu kreieren, hatte Trainer Fischer seiner Mannschaft mit auf den Weg gegeben. Das Team solle „dem Gegner auch unsere Stärken zeigen“. Nichts leichter als das bei einer solchen Einladung.

Zakaria verlor den Ball am nachsetzenden Christopher Lenz, der sofort Marcus Ingvartsen mit dem Spielgerät auf die Reise schickte. Von links segelte eine weite Flanke in den Strafraum, über Sebastian Andersson hinweg, und fand Anthony Ujah. Sein Kopfball an Torwart Yann Sommer vorbei hinein ins Gladbacher Tor (15.) löste einen wahren Jubelorkan in der mit 22.012 erneut restlos ausverkauften Alten Försterei aus.

Der Favorit war schockiert, der Außenseiter euphorisiert. Ingvartsen zieht aus 20 Metern einfach ab – Pfosten (21.). Andersson vergab gleich zwei gute Möglichkeiten (31., 33.). Das Selbstvertrauen des Schweden, der sich gerade erst mit der schwedischen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft im nächsten Jahr qualifiziert hatte, war deutlich zu spüren.

Union Berlins Gikiewicz verhindert den Ausgleich

Union war hellwach, gab keinen Zweikampf verloren. Felix Kroos holte sich nach einem Foul an Christoph Kramer an der Seitenlinie die Gelbe Karte ab (28.). Wie erwartet ersetzte Kroos den Gelb-gesperrten Robert Andrich im defensiven Mittelfeld. Zudem ersetzte Ujah in der Offensive Sebastian Polter. Ansonsten vertraute Coach Fischer den Spielern, die vor der Länderspielpause in Mainz (3:2) Unions ersten Auswärtssieg in der Bundesliga-Geschichte einfuhren.

Erschütternd, wie fahrlässig die Gladbacher mit ihren Qualitäten umgingen. Warum Plea in der 38. Minute derart unmotiviert den aus seinem Tor geeilten Rafal Gikiewicz anschoss anstatt zum Ausgleich ins Tor, wird Borussias Offensivmann wohl selbst nicht wissen.

„In der zweiten Halbzeit haben sie uns das Leben schon schwer gemacht, aber wir haben dagegengehalten“, sagte Innenverteidiger Neven Subotic. Tatsächlich versuchten die Mönchengladbacher nun mehr, Trainer Marco Rose brachte mit Lars Stindl für Florian Neuhaus eine frische Offensivkraft.

Union Berlin verteidigt leidenschaftlich bis zum Ende

Doch es dauerte bis zur 74. Minute, ehe man einen Torschuss der Gäste verzeichnen durfte. Herrmann, noch gestört von Keven Schlotterbeck traf das Außennetz. Zu wenig, um den Anspruch eines Tabellenführers zu untermauern. „Für uns sind viele Dinge so eingetreten, wie wir sie erwartet haben“, sagte Gladbach-Coach Rose: „Wir sind auf eine Berliner Mannschaft getroffen, die unglaublich gut organisiert ist. Sie hat ganz fleißig und leidenschaftlich zu Ende verteidigt.“

Und sie setzte auch den Schlusspunkt durch Andersson. In der Nachspielzeit stürmte der eingewechselte Verteidiger Julian Ryerson nach vorn, dessen Pass in den Strafraum wurde vom Gladbacher Oscar Wendt so unglücklich abgefälscht, dass der schwedische Stürmer gar nicht anders konnte, als den Ball in vollem Lauf über die Linie zu bugsieren. Das 2:0 war bereits Anderssons sechster Saisontreffer.

„Diese Leidenschaft, diese Bereitschaft über 90 Minuten, alles für einen Sieg zu tun, war ein Punkt, der uns geholfen hat“, lobte Trainer Fischer seine Mannschaft. Union Berlin hat mit nun 16 Punkten den elften Platz in der Tabelle gefestigt und ein Polster von fünf Punkten zwischen sich und dem ärgsten Verfolger legen können: Hertha BSC.

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