Kommentar

So gelingt Union auch der Klassenerhalt

Bundesliga-Aufsteiger Union zeigt nicht nur gegen den Spitzenreiter, dass er einen Plan für den Verbleib in der Liga hat, meint Michael Färber.

Union-Trainer Urs Fischer (Mitte) hat einen Plan, die Spieler setzen ihn um.

Union-Trainer Urs Fischer (Mitte) hat einen Plan, die Spieler setzen ihn um.

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Wer als Aufsteiger in die Bundesliga den Spitzenreiter bezwingt, der hat ohne Zweifel vieles richtig gemacht. Mit Leidenschaft verteidigt zum Beispiel. Oder sich vor dem gegnerischen Tor effizient präsentiert, mehr noch: die Treffer zum richtigen Zeitpunkt erzielt. Und er ist meist auch mehr gelaufen als der Gegner.

Dies alles trifft auf den Sieg des 1. FC Union gegen Borussia Mönchengladbach zu. Und doch ist es nur die Wirkung einer Ursache, die maßgeblich ist, will man gegen – zumindest auf dem Papier – bessere Gegner bestehen.

Es braucht in erster Linie einen Plan, eine Spielidee, und dann natürlich eine Mannschaft, die diesen Plan umsetzt. Die Marschroute war dabei stets die gleiche. Der Gegner wird seiner Qualitäten beraubt, indem man ihn zu Fehlern zwingt, um dann die eigenen Stärken ausspielen zu können.

Union Berlin legt Gladbachs Spiel lahm

Gegen Gladbach gab es oft lange Bälle in Richtung gegnerische Abwehr, die dann erobert wurden, anstatt selbst Ballverluste im eigenen Aufbauspiel heraufzubeschwören. Das Umschaltspiel der Borussia war damit lahmgelegt.

Zuvor beim ersten Auswärtssieg in Mainz agierte Union eher ungewohnt mit zwei Stürmern, die die zentrale Defensive bedrängten. Das Aufbauspiel der Mainzer war dadurch minimiert. Und die spielstarken, aber keineswegs fehlerfreien Freiburger hielt Union mit eigenem Aufbauspiel in Schach.

Selbst bei Niederlagen erwies sich Union bereits als harter Brocken. In Wolfsburg wurden durch die Umstellung auf die Dreier-Abwehrkette einfach die Außenbahnen verstärkt, dem Gegner dadurch die Flügel gestutzt. Und bei den Bayern gingen die Köpenicker mit zuweilen drei defensiven Mittelfeldspielern dem Meister gehörig auf die Nerven.

Union Berlin nimmt dem Gegner die Freude am Spiel

Wer noch nicht gefestigt genug ist, oder auch die Qualität nicht besitzt, um dem Gegner sein eigenes Spiel aufzudrängen, der muss sich die Spielweise des Gegners zunutze machen. Ihm die Freude am eigenen Spiel nehmen. Und seinem Trainer vertrauen.

Union Berlin ist dies nun gegen Borussia Mönchengladbach zum wiederholten Mal gelungen. So wird auch der Klassenerhalt gelingen.

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