Wer eine Immobilie kaufen oder bauen möchte, kommt meist nicht um einen Vergleich der Bauzinsen herum. Zu den Anbietern für Immobilienkredite gehört auch die 1822direkt, eine Tochter der Frankfurter Sparkasse. Anders als viele klassische Direktbanken beschränkt sie sich bei der Baufinanzierung jedoch nicht auf ein einzelnes eigenes Kreditangebot. Die 1822direkt ist zugleich Kreditgeber und Vermittler. Interessenten können dadurch Finanzierungsangebote verschiedener Banken und Sparkassen miteinander vergleichen. Daneben bietet die Direktbank gemeinsam mit ihrer Muttergesellschaft, der Frankfurter Sparkasse, eine eigene Baufinanzierung an.
Doch wie gut sind die Bauzinsen der 1822direkt im Vergleich zum Wettbewerb? Unsere Auswertung zeigt: Bei den günstigsten Konditionen kann der Anbieter durchaus mithalten. Entscheidend dafür ist allerdings ein bestimmter Faktor.
Baufinanzierung bei 1822direkt: Diese Zinsen bietet die Sparkassen-Tochter
Kreditnehmer sollten sich bewusst sein: Eine Baufinanzierung lässt sich nicht ohne Weiteres pauschal vergleichen. Die jeweiligen Konditionen werden von einer Vielzahl an Faktoren bestimmt – darunter Darlehensbetrag, Eigenkapitalanteil, Immobilienwert, Beleihungsauslauf, Tilgungsrate, Zinsbindungsdauer sowie Bonität. Wichtig für Letzteres ist auch der Schufa-Score. Dieser lässt sich über eine kostenlose Schufa-Auskunft bei Bonify* prüfen und gegebenenfalls optimieren.
Eine erste Orientierungshilfe ist der sogenannte Zweidrittelzins dennoch. Dieser gibt an, was eine Finanzierung für zwei Drittel aller Kreditnehmer höchstens kostet. Banken sind verpflichtet, diesen transparent auszuweisen. Der Nachteil: Die Berechnungsbeispiele, auf deren Basis die Bauzinsen ausgewiesen werden, sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.
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Die 1822direkt* nennt in ihrem repräsentativen Beispiel einen gebundenen Sollzins von 3,84 Prozent p. a. und einen effektiven Jahreszins von 3,93 Prozent (zuvor 3,65 Prozent). Grundlage ist ein Nettodarlehensbetrag von 300.000 Euro, eine Sollzinsbindung von zehn Jahren und eine anfängliche Tilgung von 2,00 Prozent. Die monatliche Rate beträgt in diesem Beispiel 1460 Euro. Zu beachten ist dabei aber ein wesentliches Detail: Für Immobilien, die nicht den Energiestandards A+ bis C entsprechen, erhebt der Anbieter einen Zinsaufschlag von 0,10 Prozentpunkten auf die genannten Konditionen.
Gut zu wissen: Für den Vergleich mit anderen Angeboten ist der effektive Jahreszins besonders wichtig, weil er die Gesamtkosten eines Darlehens besser abbildet als der reine Sollzins. Trotzdem ersetzt auch dieser Wert kein individuelles Angebot.
Bauzinsen im Check: Wie schneiden die Konditionen der 1822direkt ab?
Eine Besonderheit der 1822direkt: Sie arbeitet selbst mit Vergleichspartnern und tritt als Vermittler auf. Nach eigenen Angaben kooperiert sie bei der Baufinanzierung mit Finmas, dem Finanzmarktplatz der Sparkassen-Finanzgruppe, und Prohyp, einer Tochter des Kreditvermittlers Interhyp. Dadurch kann die 1822direkt Angebote von mehr als 400 Banken und Sparkassen vergleichen. Zusätzlich bietet sie gemeinsam mit der Frankfurter Sparkasse ein eigenes Produkt an.
Damit ist die 1822direkt anders einzuordnen als eine Bank, die ausschließlich ihr eigenes Darlehen anbietet. Der Vergleichsansatz ist breiter. Dennoch sollten Kreditnehmer die ausgewiesenen Konditionen mit anderen Vermittlern und Banken abgleichen. Doch wie schneidet die Sparkassentochter hier ab? Es zeigt sich: Mit Blick auf aktuelle Top-Konditionen der Darlehensvermittler kann die 1822direkt durchaus mithalten.

Die 1822direkt* nennt abseits ihres repräsentativen Beispiels einen Top-Sollzins von 3,81 Prozent für eine fünfjährige Zinsbindung. Der effektive Jahreszins liegt bei 3,90 Prozent. Zum Vergleich: Der Kreditvermittler Dr. Klein* nennt derzeit Top-Zinsen zwischen 3,69 und 4,32 Prozent, je nach Sollzinsbindung. Damit liegt der Top-Zins der 1822direkt innerhalb dieser Spanne. Interhyp* weist für einen fünfjährigen Zeitraum einen üblichen Zins von 4,04 Prozent aus. Baufi24* nennt 4,15 Prozent. Hier liegt die 1822direkt jeweils darunter. Kreditnehmer sollten allerdings auch an den Zinsaufschlag bei der 1822direkt von 0,10 Prozentpunkten denken, wenn die Energiestandards nicht A+ bis C entsprechen. (Stand: 28. August 2026)
In unserem Baufinanzierungsvergleich finden Sie die aktuellen Konditionen für Immobilienkredite im August. Unser Kredit-Ticker verfolgt die Entwicklungen am Markt. Unser Rechner hilft bei einem weiteren Vergleich:
Zinsrabatt bei 1822direkt nur für energieeffiziente Immobilien
Einen Zinsrabatt gibt es bei der 1822direkt, anders als bei der Baufinanzierung der ING, aktuell nur für besonders energieeffiziente Gebäude:
- Energieeffizienz-Rabatt: Die 1822direkt nennt einen Zinsrabatt von 0,10 Prozent p. a. für Immobilien der Energieeffizienzklassen A+ bis C. Voraussetzung ist laut Anbieter, dass das Objekt diese Energieeffizienzklasse bereits erreicht hat oder durch eine energetische Sanierung erreichen wird. Der Endenergiebedarf beziehungsweise -verbrauch muss dafür derzeit unter 50 kWh pro Quadratmeter liegen.
Welche Voraussetzungen und Konditionen nennt die 1822direkt?
Eine Baufinanzierung bei der 1822direkt setzt wie bei anderen Anbietern voraus, dass Einkommen, Bonität, Eigenkapital und Objekt zur Finanzierung passen. Die 1822direkt nennt in ihrem Ratgeber als wichtige Grundlagen unter anderem Volljährigkeit, Wohnsitz und Konto in Deutschland, regelmäßiges Einkommen und eine gute Bonität. Außerdem muss die monatliche Rate dauerhaft tragbar sein.
Da die 1822direkt als Vermittler auftritt, gibt es keine einheitlichen Konditionen zum Thema Sondertilgung oder Tilgungssatzwechsel. Kreditnehmer sollten diese Optionen aber prüfen. Denn: Diese Details können wichtig sein. Eine höhere Tilgung senkt die Restschuld schneller. Sondertilgungen schaffen Spielraum, wenn später Bonuszahlungen, Erbschaften oder andere größere Beträge zur Verfügung stehen. Ein Tilgungssatzwechsel kann helfen, wenn sich finanzielle Gegebenheiten ändern.
Bitte beachten:
Dieser Artikel stellt keine Kreditberatung dar. Alle Informationen wurden sorgfältig recherchiert und dienen der redaktionellen Übersicht. Bei Interesse an einem Kredit sollten Sie individuelle Konditionen direkt bei der jeweiligen Bank prüfen und bei Bedarf eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen.
Welche Nachteile kann die 1822direkt-Baufinanzierung haben?
Ein klarer struktureller Nachteil im Vergleich zu anderen Anbietern lässt sich bei der 1822direkt nicht benennen. Der Anbieter kombiniert Sparkassen-Hintergrund, eigenes Produkt und Vergleich über Partner. Was dennoch zu beachten ist:
- Nicht automatisch der günstigste Zins: Die 1822direkt vergleicht zwar viele Angebote, arbeitet dabei aber mit bestimmten Plattformen und Partnern. Ein zusätzlicher Vergleich mit weiteren Vermittlern oder bei der Hausbank kann trotzdem sinnvoll sein.
- Energieeffizienz beeinflusst den Zins: Wer keine Immobilie der Energieeffizienzklasse A+ bis C finanziert, muss mit einem abweichenden Zinssatz rechnen. Das macht den Energieausweis besonders relevant.
- Keine klassische Filialberatung: Die 1822direkt ist ein Direktbanking-Anbieter. Wer eine persönliche Beratung in einer Filiale bevorzugt, muss prüfen, ob telefonische oder digitale Beratung ausreicht.
Generell gilt: Verbraucherschützer raten bei Immobilienfinanzierungen grundsätzlich zu einer genauen Kalkulation. Schließlich läuft das Darlehen meist über Jahrzehnte. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt, nicht vorschnell zu handeln, ausreichend Eigenkapital mitzubringen, eine Zinsbindung von mindestens zehn Jahren zu wählen und auf die Möglichkeit kostenloser Sondertilgungen zu achten.
Wie lange dauert der Abschluss einer Baufinanzierung bei der 1822direkt?
Die 1822direkt beschreibt den Ablauf in mehreren Schritten: Interessenten verschaffen sich zunächst einen Überblick, fordern anschließend einen kostenlosen Finanzierungsvorschlag an und schließen danach die Finanzierung ab. Nach Sichtung der Anfrage melden sich nach Angaben der 1822direkt entweder Baufinanzierungsexperten der 1822direkt oder des Partners Interhyp telefonisch.

Das Angebot erhalten Kunden dann per Post oder E-Mail. Nach Rücksendung des unterschriebenen Angebots und der erforderlichen Unterlagen dauert die Prüfung des Kreditwunsches laut 1822direkt ungefähr eine Woche. Nach der Zusage des Finanzierungspartners folgt das finale Vertragsangebot eine weitere Woche später. Damit dauert der gesamte Prozess mehrere Wochen.
Für Kreditnehmer heißt das: Wer schnell eine Finanzierungsbestätigung braucht, sollte Einkommensnachweise, Eigenkapitalnachweise, Objektunterlagen, Kaufvertragsentwurf, Grundbuchinformationen und Energieausweis früh vorbereiten. Fehlende Unterlagen verzögern den Prozess.
Kann man eine 1822direkt-Baufinanzierung vorzeitig zurückzahlen oder ablösen?
Eine vorzeitige Rückzahlung ist nicht dasselbe wie eine Sondertilgung. Sondertilgungen müssen im Darlehensvertrag geregelt sein. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen weist darauf hin, dass Sondertilgungen ausdrücklich schriftlich vereinbart werden sollten, weil sich Bedingungen und Höhe je nach Anbieter unterscheiden.
Wer das gesamte Darlehen vor Ende der Zinsbindung ablösen will, muss dagegen häufig mit einer Vorfälligkeitsentschädigung rechnen. Eine wichtige Ausnahme betrifft das gesetzliche Kündigungsrecht: Immobilienkredite mit langer Zinsbindung können nach zehn Jahren gekündigt werden. Dann fällt keine Vorfälligkeitsentschädigung an.
Wer steckt hinter der 1822direkt?
Die 1822direkt ist ein Unternehmen der Frankfurter Sparkasse. Bei der Baufinanzierung arbeitet sie mit Fimas und Prohyp zusammen und kann dadurch nach eigenen Angaben Angebote von mehr als 400 Banken und Sparkassen vergleichen. Zusätzlich bietet sie gemeinsam mit der Frankfurter Sparkasse ein eigenes Produkt an.
Für Kreditnehmer ist diese Konstruktion wichtig: Die 1822direkt ist bei der Baufinanzierung nicht nur eine Einzelbank mit einem einzigen Darlehensangebot. Sie verbindet ein eigenes Sparkassen-Produkt mit einem breiteren Marktvergleich über Partner.
Fazit: Top-Zins, aber mit wichtigem Haken
Die 1822direkt-Baufinanzierung* fällt im direkten Vergleich vor allem durch ihren ausgewiesenen Bestzins auf. Mit 3,81 Prozent gebundenem Sollzins und 3,90 Prozent effektivem Jahreszins kann der Anbieter mit den Top-Konditionen der Vermittler mithalten.
Kreditnehmer sollten diesen Wert aber genau einordnen. Der Bestzins gilt in dem Beispiel nur bei einer kurzen Sollzinsbindung von fünf Jahren. Wer sich die Konditionen länger sichern möchte, etwa für zehn oder 15 Jahre, sollte mit höheren Zinsen rechnen. Zudem spielt die Energieeffizienz der Immobilie eine wichtige Rolle: Die 1822direkt weist darauf hin, dass für Immobilien, die nicht die Energieeffizienzklassen A+ bis C erreichen, ein Aufschlag von 0,10 Prozentpunkten auf die genannten Zinsen anfallen kann.
Entscheidend ist demnach, ob dieser Zinssatz zur eigenen Finanzierung passt. Wer eine längere Zinsbindung wünscht oder eine Immobilie mit schlechterer Energieeffizienz finanziert, sollte genau nachrechnen und weitere Angebote einholen. Am Ende zählt nicht der niedrigste Beispielzins, sondern das verbindliche Gesamtpaket aus Effektivzins, Zinsbindung, Tilgung, Beleihung, Energieeffizienz und Flexibilität.
Quellen:
Tipps zum Hypothekenzinsvergleich, in: Verbraucherzentrale Niedersachsen. Zuletzt abgerufen am 28.08.2026
Die richtige Zinsbindung fürs Eigenheim, in: Verbraucherzentrale Hamburg. Zuletzt abgerufen am 28.08.2026
FAQ zur Baufinanzierung, in: 1822direkt. Zuletzt abgerufen am 28.08.2026
Baufinanzierung, in: 1822direkt. Zuletzt abgerufen am 28.08.2026
Bauzinsen aktuell: Die Zinsentwicklung bei Immobiliendarlehen, in: Interhyp. Zuletzt abgerufen am 28.08.2026
Aktuelle Bauzinsen: Entwicklung & Prognose, in: Dr. Klein. Zuletzt abgerufen am 28.08.2026
Bauzinsen – aktuelle Entwicklung und Prognose, in: Baufi24. Zuletzt abgerufen am 28.08.2026



