Die meisten Menschen sind auf eine Baufinanzierung angewiesen, um ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Denn selten kann ein Haus komplett aus eigenen Mitteln finanziert werden. Eine Möglichkeit, Kosten zu sparen, ist eine KfW-Förderung in Anspruch zu nehmen. Diese bietet finanzielle Unterstützung durch zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse.
Doch welche Programme sind aktuell besonders interessant? Wir haben Jan Schulze, Baufinanzierungsexperte beim Kreditvermittler Dr. Klein, nach den wichtigsten Förderungen gefragt.
Aktuelle KfW-Förderungen für Bauherren und Käufer
Laut Schulze bietet die KfW aktuell eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten an. Einige können als zinsgünstiger Kredit mit Tilgungszuschuss oder als Direktzuschuss in Anspruch genommen werden.
Besonders gefragt sind derzeit zwei Programme:
- das KfW-Programm 124, auch „Wohneigentumsprogramm“ genannt,
- sowie das KfW-Programm 261, bekannt als „BEG Wohngebäude.

KfW-Programm 261: Das steckt hinter dem „BEG Wohngebäude“
Das KfW-Programm 261 unterstützt vor allem diejenigen, die ein Haus kaufen oder sanieren möchten. Dabei wird der Kauf eines frisch sanierten Effizienzhauses oder die energetische Sanierung einer Bestandsimmobilie gefördert. Beim Effizienzhaus handelt es sich um einen technischen Standard.
Die Effizienzhaus-Stufe gibt dabei die Klasse der Energieeffizienz an. Die Werte reichen von 40 bis 85. Je kleiner die Kennzahl ist, desto geringer ist der Energiebedarf der Immobilie. Als Vergleich dient ein Referenzgebäude, das den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entspricht.
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„Die energetischen Maßnahmen werden mit einem zinsgünstigen Kredit und einem Tilgungszuschuss unterstützt“, erklärt Schulze.
Die Höhe des Kredits variiert je nach Effizienzhausstufe: So kann der Kredithöchstbetrag bei 120.000 Euro oder 150.000 Euro liegen. Der maximale Tilgungszuschuss beträgt dabei bis zu 37.500 Euro je Wohneinheit.
KfW-Programm 261: Voraussetzungen für die Förderung
„Für das KfW-Programm 261 ist eine Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten zwingend erforderlich, um die Förderung zu erhalten. Dafür gibt es eine Förderung von bis zu 50 Prozent der Kosten“, erklärt Schulze. Außerdem muss der Kredit vor der Auftragserteilung beziehungsweise vor der Vertragsunterzeichnung bei einer Fachfirma beantragt werden. Ein weiterer Punkt: Der Bauantrag für Bestandsimmobilien darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.
Die Förderung gilt dabei für alle Wohngebäude – egal, ob Einfamilienhaus, Eigentumswohnung oder Mehrfamilienhaus. Auch für Kapitalanlagen können Bauherren und Käufer diese Programme nutzen. Es ist allerdings notwendig, der KfW einen Nachweis über die durchgeführten Maßnahmen vorzulegen. Nur dann wird der zugesagte Tilgungszuschuss auch gutgeschrieben.
So hoch sind die aktuellen Zinsen bei der Förderung
Bei der Darlehenshöhe spielt die Energieeffizienz demnach eine zentrale Rolle. Schulze betont: „Wie hoch der Kredit und der Tilgungszuschuss ausfallen, hängt davon ab, welche Effizienzhausstufe nach der Sanierung erreicht wird. Je besser die Energieeffizienz, desto höher fällt auch der Tilgungszuschuss aus.“
Was ist die Zinsbindung?
„Von einer Zinsbindung spricht man, wenn das Baufinanzierungsdarlehen zwischen Kreditgeber (Bank) und Kreditnehmer (Kunde) im Zinssatz mit einer bestimmten Zeit (Zinsbindungsfrist) für beide Seiten verbindlich vereinbart wird“, erklärt Zimmermann. „Gängige Zinsbindungen sind 5, 10, 15 oder auch 20 Jahre. Darüber hinaus gibt es sogenannte Volltilger-Darlehen mit festem Zins und Rate zur vollständigen Tilgung. Die Zinsbindung ist nicht zu verwechseln mit der angenommenen Gesamtlaufzeit eines Darlehens“.“
Nur bei einem Volltilger-Darlehen sei die Gesamtlaufzeit mit der Zinsbindung identisch. Üblicherweise seien Zinsbindungen mit einer längeren Laufzeit teurer, so der Experte. Sie bieten dafür Planungssicherheit und damit Verlässlichkeit.
Die Zinsen variieren dabei je nach Laufzeit. Wer zum Beispiel eine Laufzeit von vier bis zehn Jahren wählt, mit einer Zinsbindung über zehn Jahre, bekommt einen effektiven Jahreszins von 2,09 Prozent (Stand März 2025). Je länger die Laufzeiten ausfallen, desto höher sind die Zinsen.
Aktuelle Zinsen beim Annuitätendarlehen für das KfW-Programm 261
| Laufzeit | Zinsbindung | Sollzins pro Jahr (effektiver Jahreszins) |
|---|---|---|
| 4 bis 10 Jahre | 10 Jahre | 2,07 % (2,09 %) |
| 11 bis 20 Jahre | 10 Jahre | 2,66 % (2,69 %) |
| 21 bis 30 Jahre | 10 Jahre | 2,80 % (2,84 %) |
Aktelle Werte von Kfw.de; Stand März 2025.
Zum Vergleich: Die aktuellen Zinsen für eine Baufinanzierung liegen derzeit laut Dr. Klein zwischen 3,32 und 3,98 Prozent (Stand: 14.03.2025, effektiver Jahreszins) nachdem sie im März sprunghaft angestiegen sind. Wo es aktuell die besten Zinsen gibt, können Sie auch über unseren Baufinanzierungsrechner prüfen.
Nachteile bei der KfW-Förderung
Dennoch gibt es auch Einschränkungen bei den KfW-Programmen. „Ein genauer Vergleich der Kreditkonditionen ist empfehlenswert“, rät Schulze. „Klassische Kredite können in manchen Fällen günstiger sein als KfW-Darlehen. Andererseits machen Zuschüsse die Konditionen der KfW wieder interessant.“ Der individuelle Fall ist daher entscheidend.
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Ein weiterer Nachteil ist die eingeschränkte Zinsfestschreibung. „Bei manchen KfW-Krediten gibt es nur eine Zinsbindung von 10 Jahren. Eine Anschlussfinanzierung kann dann teurer werden“, so Schulze. „Außerdem sind keine kostenlosen Sondertilgungen möglich, was die Flexibilität einschränkt.“
Ein weiteres Problem: Wenn die energetischen Maßnahmen nicht die erforderliche Effizienzhausstufe erreichen, können Bauherren das KfW-Programm nicht in Anspruch nehmen. In diesem Fall besteht jedoch die Möglichkeit, die Sanierungsmaßnahmen von der Steuer abzusetzen, rät der Profi.



