Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e. V. (ADAC) prägt seit über 100 Jahren die deutsche Mobilitätskultur. Gegründet 1903, begann er als kleiner Motorsportverein. Heute ist der ADAC Europas größter Automobil-Club mit über 21 Millionen Mitgliedern. Neben Pannenhilfe und Reiseinfos bietet er auch diverse Finanzdienstleistungen.
Eine davon ist die ADAC-Kreditkarte, die sich in erster Linie an die Mitglieder richtet. Die Visakarte des ADAC ist eine kostenlose Kreditkarte – es wird also keine Jahresgebühr fällig. Doch neben einigen Besonderheiten zeigen sich beim zweiten Blick auch ein paar Extra-Gebühren, die es bei anderen Visa- und Mastercard-Kreditkarten in unserem Vergleich nicht gibt. Im Folgenden haben wir uns die Kreditkarte vom ADAC genauer angeschaut.
Inhaltsverzeichnis
- Was kostet die ADAC-Kreditkarte für Mitglieder?
- Die Gebühren der ADAC-Kreditkarte im Überblick
- Was für (Zusatz-)Leistungen bietet die Kreditkarte?
- Was sind die Vor- und Nachteile der ADAC-Kreditkarte?
- Fazit zur ADAC-Kreditkarte – Gebühren sind ein Haken
Kreditkarte vom ADAC: Wie viel kostet die Visakarte für Mitglieder?
Im Unterschied zu anderen Kreditkarten von Visa in unserem Vergleich ist die ADAC-Kreditkarte nicht für jedermann zugänglich – eine Mitgliedschaft im ADAC ist Voraussetzung. Die Basis-Mitgliedschaft kostet aktuell 54 Euro pro Jahr. Eine separate Jahresgebühr für die ADAC-Kreditkarte gibt es aber nicht. Neben dem Mitgliedsbeitrag sind aber die Gebühren für das Geldabheben und außerhalb der EU die Fremdwährungsgebühr zu beachten.
Die ADAC-Kreditkarte ist zudem eine Revolving-Kreditkarte mit Kreditrahmen. Wer die Teilzahlung nutzt, muss also auch die Zinsen einkalkulieren. Aktuell liegt der Effektivzins bei 12,95 Prozent pro Jahr. Das ist weniger als bei vielen anderen Kreditkarten. Die Visa-Kreditkarte der Bank Norwegian setzt 19,55 Prozent im Jahr an. Für die Mastercard Gold der TF Bank werden 24,79 Prozent fällig. Der Zinssatz ist wichtig, wenn die Teilzahlung häufig in Anspruch genommen wird.
Welche Kreditkarte habe ich?
Bei der Charge Kreditkarte werden alle Ausgaben gesammelt und normalerweise einmal monatlich abgerechnet. Der Kunde muss den kompletten Betrag zur festgelegten Zeit zahlen. Es fallen keine Zinsen an, solange der Betrag fristgerecht beglichen wird. Oft wird der Rechnungsbetrag auch direkt von einem Referenzkonto eingezogen.
Die Revolving Kreditkarte wird umgangssprachlich als echte Kreditkarte bezeichnet. Der Kunde bekommt von der Bank einen Kreditrahmen bis zu einem festgesetzten Limit. Dieses ist unter anderem abhängig von der Bonität oder der Höhe der Einkünfte. Im Unterschied zu Charge kann die Rückzahlung entweder in voller Höhe oder in Teilbeträgen erfolgen. Bei Teilzahlungen fallen Zinsen an.
Die Prepaid Kreditkarte muss vor der Nutzung aufgeladen werden. Sie eignen sich für Personen ohne regelmäßiges Einkommen oder mit schlechterer Bonität, da kein Kredit gewährt wird. Man gibt nur das Geld aus, das auf der Karte vorhanden ist.
Die Debit Kreditkarte ist direkt mit einem Bankkonto (Girokonto) verknüpft.
Alle Zahlungen mit der Debit Kreditkarte werden zeitnah vom Bankkonto abgebucht – es wird also kein Kreditrahmen gewährt. Debitkarten sind ein Hybrid aus Giro- und Kreditkarte. Einige Direktbanken wie die DKB oder die ING geben Debitkarten mittlerweile als Standardkarten zum Girokonto dazu.
Spezialisierte oder Bonus-Kreditkarten: Diese Kategorie umfasst Kreditkarten, die spezielle Funktionen bieten. Dazu zählen etwa Geschäftskreditkarten, die auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten sind, sowie Kreditkarten mit Treueprogrammen, die Punkte, Meilen oder Cashback für getätigte Einkäufe anbieten. Diese Karten können je nach Anbieter und Programm Eigenschaften der oben genannten Grundtypen (Charge, Revolving, Prepaid, Debit) aufweisen, bieten aber zusätzliche Vorteile.
Die Gebühren der ADAC-Kreditkarte im Überblick:
| Jahresgebühr | keine |
|---|---|
| ADAC-Mitgliedschaft | 54 Euro pro Jahr |
| Effektivzins | 12,95 % pro Jahr |
| Zahlen im In und Ausland | kostenlos, 1,75 % Fremdwährungsgebühr außerhalb der EU |
| Bargeld abheben im Inland | 3 % vom Umsatz, mindestens 7,50 Euro |
| Bargeld abheben im Ausland | 3 % vom Umsatz, mindestens 5,00 Euro |
| Partnerkarte (optional) | kostenlos |
Vor allem die Gebühren für das Bargeldabheben schlagen bei der ADAC-Kreditkarte zu Buche. Zum Vergleich: Die Visa-Kreditkarte von Barclays gibt es ebenfalls ohne eine fixe Jahresgebühr und das Geldabheben im In- und Ausland ist kostenlos und ohne eine separate Fremdwährungsgebühr möglich. Auch die Mastercard zum Girokonto der C24* bietet das kostenlose Geldabheben im In- und Ausland bis zu viermal pro Monat an.
Statt ADAC-Kreditkarte: Keine Gebühren fürs Geldabheben:
- Barclays Visa-Kreditkarte* – weltweit gebührenfrei ohne Fremdwährungsgebühr
- Kreditkarte der Bank Norwegian – weltweit gebührenfrei ohne Fremdwährungsgebühr
- Mastercard (Debit) der C24 Bank – weltweit bis zu viermal gebührenfrei Bargeld abheben ohne Fremdwährungsgebühr
- Kreditkarte von Trade Republic* – weltweit gebührenfrei ohne Fremdwährungsgebühr ab 100 Euro
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Zu beachten ist: Automatenbetreiber im In- und Ausland können ebenfalls Gebühren ansetzen. Diese werden von der Bank in der Regel nicht erstattet. Die Höhe der Gebühren ist von Land zu Land und von Betreiber zu Betreiber unterschiedlich. Die Frankfurter Finanzberatung FMH hat in einer Untersuchung ermittelt, dass im Schnitt zwischen fünf und zehn Euro pro Transaktion fällig werden können.
Versicherungspakete und Co. – was bietet die ADAC-Kreditkarte?
Für viele ADAC-Mitglieder ist die Kreditkarte primär auch wegen der Versicherung interessant. Die Kreditkarte bietet einen Basis-Schutzrahmen mit Auslandskrankenschutz und Reiserücktritts-Versicherung. Ein Highlight im Reiseservice ist der Botendienst, wenn die Visa-Kreditkarte im Ausland verloren geht.
Per Bote wird dann eines eine Notfallkarte zugestellt. „Alles, was Sie tun müssen: Melden Sie den Verlust Ihrer Karte beim ADAC-Kartenservice per Telefon und geben dabei Ihren Aufenthaltsort und die -dauer an“, heißt es auf der Homepage.
„Der Bote wird Sie anschließend kontaktieren und einen Termin für die Übergabe festlegen.“ Die Versicherungen der Kreditkarte greifen, wenn mindestens 50 Prozent des gesamten Reisepreises mit der ADAC Kreditkarte bezahlt werden. Neben dem Basis-Versicherungsschutz bietet der ADAC weiterführende Versicherungen für Kreditkarteninhaber an, welche optional über einzelne Pakete dazu gebucht werden können.
Insgesamt werden vier Pakte für die Kreditkarte angeboten. In jedem Paket sind die Basisleistungen inbegriffen.
| Paket | Leistungsumfang |
| Paket Schutz | Karten- und Dokumentenschutz für Kredit-, Giro-, Mitglieds- und SIM-Karten durch CPP, Identitätsschutz im Internet, Schlüsselschutz für Auto und Wohnung, Selbstbehalt- und Geldautomatenraub-Versicherung und ADAC Unfall-Assistance |
| Paket Sparen | 2 % Tank-Rabatt weltweit, 5 % Rabatt auf Ferienmietwagen im Ausland, 10 % Rabatt auf ADAC Clubmobile im Inland, Ticketshop ohne Versandgebühren und Cashback bei Online-Einkäufen |
| Paket Reise | Reiserücktritts- und Reiseabbruch-Versicherung, Erhöhung der Versicherungssumme, Auslandskrankenschutz, Zusatz-Haftpflichtversicherung für Mietwagen im Ausland, Reise-Rechtsschutzversicherung für Mietfahrzeuge weltweit, Reise-Vertrags-Rechtsschutzversicherung weltweit und Verkehrsmittel-Unfallversicherung weltweit |
| Paket Platin | Alle Leistungen von Schutz, Sparen und Reise gebündelt (4,80 Euro pro Monat im Vergleich zu Einzelbuchung der Pakete sparen) |
Die vier Pakete machen die Leistungen der ADAC-Kreditkarte erst interessant. Wer viel reist, profitiert im „Paket Reise“ neben einem großen Versicherungspaket auch von höheren Schadenssummen. Bei anderen Anbietern sind die Versicherungsleistungen weniger umfangreich oder mit Einschränkungen verbunden. Für die Mastercard Gold der TF Bank* und bei der Bank Norwegian gelten etwa bestimmte Versicherungen für Senioren nicht mehr.
Auch die Advanzia Bank mit der Gebührenfrei Mastercard Gold schränkt bestimmte Versicherungen ab 67 Jahren ein. Das Cashback mit Tankrabatt im „Paket Sparen“ sollten sich Interessierte ebenfalls genau anschauen. Die kostenlose Bestcard Basic der Santander* bietet zum Beispiel ein ähnliches Bonussystem – die Kreditkarte gibt es ebenfalls ohne Jahresgebühr. Auch die Payback American Express ist eine Alternative für Verbraucher, die häufig mit ihrer Kreditkarte zahlen.
➣ Passend dazu: Kreditkarte mit Cashback – beste Produkte im Vergleich
Was sind die Vor- und Nachteile der ADAC-Kreditkarte?
Es sind primär die Leistungen der optional buchbaren Pakete, mit denen die ADAC-Kreditkarte punkten kann. Wer ohnehin ADAC-Mitglied ist, hat keine zusätzlichen Fixkosten. Hinzu kommt die vergleichsweise niedrige Effektivzinssatz für die Teilzahlung. Der Rechnungsbetrag wird wie bei einer Charge Kreditkarte automatisch vom Girokonto abgebucht. Wer die Teilzahlung nicht nutzt, kann die Kreditkarte im Guthaben führen und es fallen keine Zinsen an.
| Kreditkarte | effektiver Jahreszinssatz |
|---|---|
| ADAC-Kreditkarte | 12,95 % im Jahr |
| Barclays Visa | 22,71 % im Jahr |
| Bank Norwegian | 19,55 % im Jahr |
| Mastercard Gold der TF Bank | 24,79 % im Jahr |
| Bestcard Basic der Santander | 18,87 % im Jahr |
| Mastercard Gold der Advanzia Bank | 24,69 % im Jahr |
Was ist der effektive Jahreszinssatz?
Der effektive Jahreszins, auch bekannt als effektiver Jahreszinssatz oder Effektivzins, ist eine wichtige Kennzahl im Finanzwesen. Sie dient dazu, die tatsächlichen Kosten eines Kredits oder einer Kreditkarte pro Jahr in Prozent auszudrücken. Dieser Zins berücksichtigt alle Kosten, die bei der Inanspruchnahme des Kreditrahmens anfallen. Je höher der Effektivzins, desto höher auch die Gesamtkosten. Die Kennzahl bietet somit eine transparente Grundlage, um verschiedene Kreditkartenangebote zu vergleichen.
Finanzdienstleister sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Effektivzins in ihren Vertragsunterlagen anzugeben. Verbraucher finden ihn entweder auf der Website oder im Preis-Leistungs-Verhältnis. Kreditkarten ohne eine fixe Jahresgebühr beinhalten oft einen höheren Jahreszins als gebührenpflichtige Produkte. Wer Teilzahlung oder Zahlpausen häufiger in Anspruch nimmt, sollte bei der Auswahl der Kreditkarte den Effektivzins im Blick haben.
Ein großer Haken sind die Gebühren für das Geldabheben, die bei der ADAC-Kreditkarte sowohl in Deutschland als auch im Ausland berechnet werden. Mindestens fünf Euro werden pro Abhebung fällig. Dazu kommen die Fremdwährungsgebühr für Zahlungen im EU-Ausland und die jährliche Mitgliedschaftsgebühr. Zum Vergleich: Ab 50 Euro im Jahr gibt es schon eine Gold- oder Premium-Kreditkarte von Mastercard, Visa oder Amex.
+++ viele Informationen finden Sie auch auf unserer Themenseite Kreditkarte +++
- 1822direkt-Kreditkarte
- Postbank-Kreditkarte
- Kreditkarte von Bank Norwegian
- „Gebührenfrei Mastercard Gold“ Advanzia Bank
- Payback American Express Kreditkarte
- Visa Card Extra Berliner Sparkasse
- Mastercard Gold der TF Bank
- Kreditkarte von Trade Republic
- Kreditkarten von Visa
- Kreditkarten von Mastercard
- Kreditkarten (Charge) mit monatlicher Abbuchung
- Kreditkarte (Visa) von Amazon
Fazit zur ADAC-Kreditkarte – Gebühren sind ein großes Minus
Die Kreditkarte ist primär für ADAC-Mitglieder interessant und punktet in unserer Auswertung vor allem wegen der umfangreichen Leistungen in den optional buchbaren Paketen sowie dem Effektivzins. Auch, dass im Verlustfall ein Bote kommt und eine Ersatz-Kreditkarte vorbeibringt, ist ein Alleinstellungsmerkmal. Wer im Urlaub rundum abgesichert sein möchte, findet in der Visakarte vom ADAC einen perfekten Reisebegleiter.
Nicht überzeugen kann uns die ADAC-Kreditkarte bei der Gebührenstruktur. Das betrifft die Gebühren für das Bargeldabheben und die Fremdwährungsgebühr. Beides gibt es bei vielen Visa- und Mastercard-Kreditkarten in unserem Vergleich nicht. Für eine Kreditkarte, die mit umfangreichem Versicherungsschutz wirbt und sich damit für Urlaubsreisen perfekt eignet, sind die Gebühren für den Auslandseinsatz ärgerlich.
Unsere aktuelle Empfehlung ist die Mastercard (Debit) der C24 Bank, die grundlegende Funktionen einer Kreditkarte wie das Zahlen und Geldabheben kostenlos im In- und Ausland bietet. Wer einen Kreditrahmen benötigt, fährt mit der Barclays Visa* oder der Visa-Kreditkarte der Bank Norwegian gut. Beide Revolving-Kreditkarten können im Guthaben geführt werden. Es entstehen also keine Kosten, wenn der Rechnungsbetrag fristgerecht bezahlt wird.
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