Teils unerträgliche Schmerzen, jeden Monat aufs Neue, und kaum etwas hilft wirklich. Endometriose wird in vielen Fällen nicht erkannt und diagnostiziert. Und das, obwohl in Deutschland zwischen zwei und vier Millionen Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter von der Erkrankung betroffen sind, wie die Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. schätzt. So hat sich nach Zahlen einer aktuellen Studie der Barmer Krankenkasse allein in Hamburg die Zahl der Frauen mit einer dokumentierten Endometriose-Diagnose seit 2005 mehr als verfünffacht.

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„Die Endometriose ist eine bislang unheilbare Krankheit, deren Entstehung noch unklar ist“, erklärt Dr. Matthias Riedl. „Dabei gelangt gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe nach außerhalb der Gebärmutter. Dieses kann sich überall in der Nähe ansiedeln – im Bauchfell, am Darm, an den Eierstöcken.“ Dieses Gewebe könne im Verlauf des Menstruationszyklus vermehrt Beschwerden verursachen, was ein enormes Problem darstelle, sagt der Ernährungsmediziner vom Unicum Hamburg. „Dazu kommt noch eine ganze Reihe von anderen Auffälligkeiten.“ Etwa die Neigung zu Autoimmunerkrankungen, Migräne, Fruchtbarkeitsstörungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Welche Rolle die Ernährung dabei spielt und inwiefern sich durch bestimmtes Essen Schmerzen lindern lassen, erklärt Dr. Matthias Riedl hier.

Endometriose: Ernährung kann Schmerzen „erträglich“ machen

Endometriose zählt trotz der teils extrem starken Beschwerden zu den schlecht diagnostizierten Erkrankungen. „Diese Frauen warten teilweise länger als zehn Jahre auf die richtige Diagnose“, so der Ernährungsmediziner. Da es sich um zyklusabhängige Beschwerden handele, „sollte bei jedem Arzt die Lampe angehen“, sagt er. „Dann besteht hochgradig der Verdacht auf eine Endometriose.“ Allerdings habe ja jede Frau gewisse Zyklusbeschwerden.

Dr. Matthias Riedl hat über Endometriose ein Ratgeberbuch geschrieben, weil die Krankheit seiner Ansicht nach in der Forschung vernachlässigt wird. „Mich triggert immer, wenn ein Bereich in der Medizin unterrepräsentiert ist. Die Diagnostik läuft nicht richtig, die Behandlung funktioniert nicht.“ Und man könne es nicht dabei belassen, dass Menschen unnötig leiden, so der Ernährungsexperte.

Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl empfiehlt Frauen, die an Endometriose leiden, eine spezielle Ernährungsweise.
Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl empfiehlt Frauen, die an Endometriose leiden, eine spezielle Ernährungsweise.© FUNKE Foto Services | Marcelo Hernandez

Denn diese Frauen seien oft schlimm dran. „Wir reden ja davon, dass man mit einer Endometriose unter Umständen tageweise krank ist und zu Hause bleiben muss – mit dem Gefühl, dem ausgeliefert zu sein und damit alleingelassen zu werden. Und das möchte ich ändern.“ Die Ernährung spiele eine Rolle dabei, die Symptomatik deutlich zu vermindern – „im Einzelfall von unerträglich auf erträglich zu reduzieren“. Das sei natürlich kein Ersatz für die traditionellen medizinischen Maßnahmen, aber als Unterstützung empfehle er es jeder Frau.

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Folge 106: Endometriose: Dr. Riedl gibt Ernährungstipps zur Linderung der Beschwerden
Dr. Matthias Riedl – So geht gesunde Ernährung
 

Endometriose-Beschwerden: Antientzündliche Ernährung kann Symptome lindern

Frauen mit Endometriose hätten eine stärkere Neigung zu Entzündungen. Riedl: „Deshalb ist es wichtig, die Entzündung durch antientzündliches Essen zu reduzieren. Das heißt:

  • wenig Zucker,
  • tierische Fette reduzieren,
  • hochverarbeitete Lebensmittel herunterfahren
  • und das, was antientzündlich wirkt, hochfahren: Gemüse, Ballaststoffe und gesunde Fette.

„Da muss man bei dieser Erkrankung wirklich Gas geben“, rät der Experte. Wichtig seien laut Riedl auch Omega‑3‑Fettsäuren. „Betroffene sollten den Omega-3-Index messen lassen.“

Frauen mit Endometriose hätten oft auch eine gewisse Histamin-Empfindlichkeit, daher sollte man beispielsweise Tomaten, Rotwein und Schokolade reduzieren. „Diese Ernährung macht aber auch gesunde Menschen fitter“, sagt der Ärztliche Direktor des Medicums Hamburg. Ein wichtiger Faktor sei zudem die Stressreduktion. „Stress macht uns empfindlicher für die Wahrnehmung von Beschwerden“, so Riedl.

Zander auf Linsen-Risotto

Für zwei Personen, Zubereitung: 15 Min., Garen: 30 Min. Nährwerte pro Portion: 715 kcal | 46 g EW | 16 g F | 87 g KH | 14 g BST

Zutaten:
½ Stange Lauch, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Rapsöl, 50 ml Weißwein, 100 g Risottoreis, 800 ml glutenfreie Gemüsebrühe, 150 g rote Linsen, 30 g geriebener Parmesan, 3 EL gehackte Petersilie, abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone, 150 g Zanderfilet, Salz, 2 EL Schnittlauchröllchen.

Zubereitung:

1. Den Lauch putzen, waschen und in dünne Streifen schneiden. Knoblauch schälen und fein würfeln. Beides in einem Topf in 1 EL Öl ca. 3 Min. andünsten, mit Wein ablöschen und ca. 2 Min. köcheln lassen. Den Reis hinzufügen und kurz anbraten. Nach und nach die Brühe dazugießen, alles offen bei mittlerer Hitze unter Rühren in etwa 10 Min. bissfest garen.

2. Die Linsen dazugeben und alles noch ca. 10 Min. köcheln lassen. Dann Parmesan, Petersilie und ½ TL Zitronenschale untermischen. Währenddessen den Fisch waschen, trocken tupfen und salzen. Das übrige Öl in einer Pfanne erhitzen und den Fisch darin auf jeder Seite ca. 4 Min. anbraten.

3. Zum Servieren das Linsen-Risotto mit dem Fisch auf Tellern anrichten und mit dem Schnittlauch garnieren.

Riedl-Podcast
Rezept von Dr. Matthias Riedl: Zander auf Linsen-Risotto.© Gräfe und Unzer Verlag / Marina Jerkovic | Gräfe und Unzer Verlag / Marina Jerkovic
Der Endometriose-Balance-Plan
Buchhinweis: Dr. Matthias Riedl hat das Ratgeberbuch „Der Endometriose Balance-Plan“ geschrieben.© Gräfe & Unzer Verlag | Gräfe & Unzer Verlag