An ihrem Bauch sind drei kleine Einschnitte. Kaum zu erkennen und noch von Pflastern überdeckt. Im Sitzen ist nicht zu sehen, dass Jesmin Voigt erst vor zwei Wochen operiert wurde. Doch wenn die 27-Jährige aufsteht, das Gesicht noch immer blass und die Augen von einem Schatten umrahmt, verraten ihre zitternden Beine, wie sehr ihr Körper gelitten hat – über Jahre hinweg.
Jesmin Voigt leidet an Endometriose. Eine chronische Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Während der Menstruation kann es nicht abfließen – Zysten, Entzündungen oder Vernarbungen entstehen. Es ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen, bleibt jedoch oft lange unerkannt: Laut der Deutschen Endometriose-Vereinigung e. V. vergehen im Schnitt sieben bis zehn Jahre, bis Betroffene eine Diagnose erhalten. Allein in Deutschland sind zwei Millionen Frauen betroffen. Jesmin Voigt ist eine von ihnen.






