Marathonlaufen gilt für gewöhnlich als gesund: Die Bewegung macht schlank, ausdauernd und diszipliniert. Doch eine kleine US-Studie wirft nun Fragen auf, ob extreme sportliche Belastung nicht auch eine Schattenseite haben könnte. Demnach treten bei Marathon- und Ultramarathonläuferinnen und -läufern deutlich häufiger Krebsvorstufen im Darm auf als in der Allgemeinbevölkerung.

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Der Verdacht kam dem Onkologen Timothy Cannon, nachdem gleich mehrere auffallend fitte und sportliche Patienten in seiner Praxis mit fortgeschrittenem Darmkrebs erschienen waren. Alle hatten intensive Langstreckenläufe absolviert, darunter 100-Meilen-Rennen oder Marathonläufe.

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Cannon startete daraufhin eine Untersuchung: 100 Ausdauerläuferinnen und -läufer im Alter zwischen 35 und 50 Jahren wurden zur Vorsorgekoloskopie eingeladen. Das Ergebnis überraschte selbst die Ärzte. Bei fast der Hälfte fanden sich Polypen, 15 Prozent hatten sogar sogenannte „fortgeschrittene Adenome“, also Gewebeveränderungen, die als direkte Vorstufe von Krebs gelten. Zum Vergleich: In der allgemeinen Bevölkerung dieser Altersgruppe liegt die Rate bei rund fünf Prozent.
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Weltweite Zunahme: Darmkrebs trifft immer mehr unter 50-Jährige
Der Befund reiht sich in größere Sorgen der Mediziner ein: In den vergangenen Jahrzehnten steigt die Zahl der Darmkrebsfälle bei Menschen unter 50 Jahren, ein Alter, in dem die Erkrankung bislang als selten galt.
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Warum gerade Jüngere häufiger betroffen sind, ist unklar. Häufig genannt werden Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Gründe, die bei den Extremläuferinnen und -läufern jedoch nicht greifen.
Ungeklärte Ursachen
Wie Extremlaufen das Darmkrebsrisiko beeinflussen könnte, ist bislang reine Hypothese. Diskutiert wird, dass bei extremen Belastungen der Blutfluss vom Darm in die Muskulatur umgeleitet wird. Dies kann zu einer vorübergehenden Unterversorgung der Darmschleimhaut führen, mit Mikroschäden und Entzündungen. Ob daraus langfristig ein Krebsrisiko entsteht, ist bislang nicht belegt.
Andere Expertinnen und Experten mahnen deshalb zur Vorsicht. Die Studie liefere zwar einen Hinweis, aber noch keine Beweise. Zum Beispiel fehlte eine Kontrollgruppe von Nichtläufern im gleichen Alter. Zudem könnten genetische Faktoren oder familiäre Vorerkrankungen eine Rolle gespielt haben.
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Mediziner warnen dennoch davor, mögliche Warnsignale auf die leichte Schulter zu nehmen. Blut im Stuhl, anhaltende Bauchschmerzen oder ungewohnte Durchfälle sollten abgeklärt werden, auch wenn viele Läufer solche Beschwerden als harmlose „Runner’s Trots“ abtun. Der Läuferdurchfall kann während oder unmittelbar nach dem Laufen auftreten. Er äußert sich in häufigem, dünnem Stuhlgang.












