In Deutschland entscheiden sich immer mehr Menschen dazu, auf Fleisch oder alle tierischen Produkte zu verzichten. Nach Angaben der Verbraucherzentrale ernähren sich hierzulande etwa acht Millionen Menschen vegetarisch – davon ist etwa eine Million vegan (Stand: 2024). Dass Obst und Gemüse der Gesundheit guttun, ist bekannt. Ebenso der Zusammenhang zwischen hohem Fleischkonsum und bestimmten Krankheiten.

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Doch kann eine vegetarische Ernährung sogar das Krebsrisiko senken? Eine neue Studie, veröffentlicht im „American Journal of Clinical Nutrition“, liefert spannende Antworten.
Studie zeigt: Vegetarier erkranken seltener an bestimmten Krebsarten
Das Forscherteam um den Epidemiologen Gary Fraser von der Loma Linda University in den USA hat untersucht, wie sich Vegetarismus auf das Risiko einiger Krebsarten auswirkt. Dazu verglichen die Forscher medizinische Daten von rund 8000 Siebenten-Tags-Adventisten, Anhänger einer evangelischen Freikirche, die zwischen 2002 und 2007 in den USA und Kanada lebten und zunächst krebsfrei waren. Die Nachuntersuchungen, die sie bis 2015 durchgeführt haben, ergaben, dass Vegetarier im Laufe der Jahre seltener an Krebs erkrankten als Fleischesser.
Wie das Team berichtet, war die Wahrscheinlichkeit, an Magenkrebs zu erkranken, bei Vegetariern um etwa 45 Prozent geringer. Bei den Krebserkrankungen des lymphatischen Systems war die Wahrscheinlichkeit um 25 Prozent niedriger. Besonders beeindruckend: Das Gesamtrisiko für alle Krebsarten verringerte sich um 12 Prozent. „Diese Daten deuten auf ein geringeres Risiko bei Vegetariern für alle Krebsarten zusammen sowie für mittelhäufige Krebsarten als Gruppe hin“, so das Forschungsteam.
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Forscher warnen: Verarbeitetes Fleisch gilt als Risikofaktor
Dass sich vegetarische Ernährung gerade auf das Magen-Darm-System stark auswirkt, ist laut den Forschern nicht verwunderlich. „Diese Organe haben direkten Kontakt mit Nahrungsmitteln und deren Abbauprodukten während der Verdauung sowie anderen daraus gewonnenen Metaboliten, die durch die Wirkung der Darmbakterien entstehen“, erklären Fraser und seine Kollegen „Verarbeitetes Fleisch gilt als Risikofaktor für beide Bereiche. Auch bei Magenkrebs bietet ein höherer Verzehr von Obst (vor allem Zitrusfrüchten), gegrilltem Fisch und Fleisch sowie Gemüse wahrscheinlich Schutz.“
Gleichzeitig weist der Studienleiter darauf hin, dass der Verzicht auf Fleisch nicht vor allen Krebsarten schützt – vor allem nicht vor solchen, die die Harnwege oder das Nervensystem betreffen. Die Daten deuteten zwar auch auf mögliche Schutzeffekte bei Lungen-, Eierstock- und Bauchspeicheldrüsenkrebs hin, erreichten aber noch nicht den erforderlichen Standard, um eindeutige Aussagen zu treffen.
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Einschränkungen der Studie: Auch andere Faktoren spielen eine Rolle
Die Besonderheit der Studie liegt im Vergleich zwischen vegetarisch und nicht-vegetarisch lebenden Adventisten. Obwohl viele nicht-vegetarische Adventisten ebenfalls einen sehr gesundheitsbewussten Lebensstil pflegten, konnten dennoch Unterschiede festgestellt werden, erklärt Fraser.
Frühere Untersuchungen zeigten bereits, dass nicht-vegetarische Adventisten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein um 25 Prozent verringertes Krebsrisiko haben – bei vegetarischen Menschen sinkt dieses Risiko sogar auf 35 Prozent. Die Forscher betonen jedoch, dass die Studie lediglich Zusammenhänge, keine direkten Ursachen aufzeigen kann. Vegetarier könnten auch durch andere Entscheidungen wie höhere sportliche Aktivität von besseren Prognosen profitieren.
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Auch wenn die Studienergebnisse faszinierend sind, warnen die Forscher vor zu extremen Ernährungsweisen, die insbesondere bei bestimmten Vorerkrankungen zu Nährstoffmängeln führen können. Statt strikt auf alle tierischen Produkte zu verzichten, raten sie dazu, mehr Gemüse in den Speiseplan zu integrieren. Die Studie wurde von der Loma Linda University finanziert und basiert auf Daten des National Cancer Institute sowie des World Cancer Research Fund.
pau/fmg











