Mindestens 25.000 Schritte täglich – oft mehr. Das war über drei Jahre lang das Ziel von Laura Hanel. Frühmorgens, wenn es draußen noch dunkel war, lief die heute 25-Jährige in ihrem Zimmer auf und ab und lernte währenddessen für die Uni. Alles, um ihr Sport-Pensum zu erfüllen. Nach der Uni ging sie noch ins Fitnessstudio. „Ich habe mich mindestens fünf Stunden pro Tag bewegt“, sagt die Studentin. Erst im Nachhinein habe sie von mehreren Therapeuten erfahren, dass sie an einer Sportsucht leide.

Sportsucht ist noch keine anerkannte Diagnose

Sportsucht ist noch wenig erforscht. Bislang stellt der Begriff noch keine offiziell anerkannte Diagnose dar. „Substanzgebundene Süchte wie Alkohol- oder Nikotinabhängigkeit sowie Verhaltenssüchte wie die Glücksspielsucht sind klar beschrieben. Bei der Sportsucht fehlt so eine Definition bislang“, erklärt Nadja Walter. Sie ist Sportwissenschaftlerin und -psychologin an der Universität Leipzig und forscht seit über zehn Jahren zu Sportsucht.

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