Von , Digital-Volontärin

Kirsten Rössing sitzt alleine in ihrer Arztpraxis für Osteopathie in Hannover, als ihr am Telefon das bestätigt wird, was sie seit Wochen befürchtet: Sie trägt die Genmutation CDH1 in sich – eine seltene erbliche Veränderung, die das Risiko für Magenkrebs massiv erhöht. „Ich hatte Todesangst, ein inneres Vibrieren, als würde mir der Boden weggezogen“, erinnert sich die heute 44‑Jährige.

Die Nachricht trifft die ehemalige Ärztin hart – auch wenn sie die Befürchtung schon lange mit sich herumträgt. In ihrer Familie ist Magenkrebs nämlich kein Einzelfall: Ihr Vater stirbt mit 37, zwei Onkel mit 23 und 36 Jahren an einer erblichen Form, der CDH1-Mutation. „Wir haben gefühlt jedes Jahr jemanden verloren“, sagt sie. Die Angst, selbst früh zu sterben, sei seit Kindertagen präsent. Von einem Tag auf den anderen ist Kirsten nicht mehr die Ärztin, sondern die Patientin. Und es kommt noch schlimmer: Auf den Magenkrebs folgt Brustkrebs. Wie sie heute damit lebt.

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