- Sinkende Notenbankzinsen machen das Festgeld und Tagesgeld zunehmend unattraktiv
- Aktuell findet man bei Direktbanken aber noch gut verzinste Angebote
- Wir stellen eine Auswahl der aktuell besten Fest- und Tagesgeldangebote vor
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dieses Jahr dreimal die Leitzinsen gesenkt. Und Experten erwarten, dass die EZB diesen Kurs beibehält, um die Inflation nahe der angestrebten Zwei-Prozent-Marke zu halten. Für Sparerinnen und Sparer ist das eine schlechte Nachricht: Banken und Finanzdienstleister orientieren sich bei Tages- und Festgeldzinsen am Einlagezinssatz der EZB – und der fiel bereits am 17. Oktober auf 3,25 Prozent.
Tagesgeld oder Festgeld? Die Top-Deals für Sparer
Schon nach den ersten beiden Zinssenkungen der EZB haben viele Tages- und Festgeldanbieter ihre Zinsen nach unten korrigiert. Daher könnte jetzt der richtige Zeitpunkt sein, zu einem Festgeldkonto zu wechseln. Dort parken Sie ihr Geld zwar über einen längeren Zeitraum, können also anders als beim Tagesgeld nicht frei darüber verfügen. Allerdings garantiert die Bank in diesem Zeitraum auch den vereinbarten Zins.
In unserem Finanzen-Ticker zum Festgeld und Tagesgeld informieren wir Sie über aktuelle Zinsänderungen. Hier im Beitrag haben wir uns gezielt einige der besten Angebote am Markt angeschaut, die sich auch jetzt noch lohnen. Welche Banken bieten die Top-Deals? So viel vorweg: Bis zu 3,45 Prozent Zinsen sind für ein Festgeld aktuell noch möglich.
Tagesgeld: Diese Banken zahlen die besten Zinsen
Für ein Tagesgeld gibt es im Durchschnitt aktuell 2,04 Prozent Zinsen, wie eine Auswertung des Vergleichsportale Biallo zeigt. Bei einigen Banken bekommen Sie aber noch deutlich mehr. Im Vergleich von Biallo schneiden die Angebote der Advanzia Bank, der TF Bank und der Opel Bank besonders gut ab (Stand 24. Oktober). Allerdings gibt es bei den drei Banken diese hohen Zinssätze nur für Neukunden.
Advanzia Bank:
Neukunden bekommen 3,76 Prozent pro Jahr für die ersten drei Monate. Danach sinkt der Zinssatz auf 2,12 Prozent. Außerdem ist eine Mindesteinlage von 5.000 Euro erforderlich. Das Tagesgeld der Advanzia Bank ist bis zu 100.000 Euro pro Kunden und Konto durch das luxemburgische Einlagensicherungssystem abgesichert. Die Advanzia Bank steht zudem hinter der Mastercard Gold – einer kostenlosen Kreditkarte mit interessanten Benefits.
TF Bank:
Neukunden bekommen 3,65 Prozent Zinsen für drei Monate. Anschließend sinkt der Zinssatz auf 1,25 Prozent jährlich. Das TF-Bank-Tagesgeld ist bis zu 1.050.000 schwedischen Kronen (rund 92.000 Euro) durch die schwedische Einlagensicherung geschützt.
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Opel Bank
Neukunden bekommen 3,60 Prozent Zinsen für drei Monate garantiert, danach sinkt der Zinssatz auf 1,50 Prozent pro Jahr. Das Tagesgeld der Opel Bank ist bis zu 100.000 Euro durch das deutsche Einlagensicherungssystem abgesichert.
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Dauerhaft hohe Tagesgeldzinsen – auch für Bestandskunden – gibt es hingegen bei der Bank Norwegian auf dem Sparkonto, beim Neobroker Trade Republic oder bei Hoist Sparen über Weltsparen.
Norwegian Bank:
Die Bank Norwegian ist für ihre Kreditkarte bekannt, bietet aber auch ein kostenloses Sparkonto mit aktuell 3,35 Prozent Zinsen pro Jahr an. Die Einlagen sind durch die schwedische Einlagensicherung bis 1.050.000 SEK (rund 100.000 Euro) abgesichert.
Trade Republic:
Für das Cashkonto von Trade Republic gibt es aktuell 3,25 Prozent Zinsen. Die Einlagen sind durch Partnerbanken (Deutsche Bank, J. P. Morgan, HSBC Continental Europe) bis zu 1000.000 Euro abgesichert. Bei großen Summen wird ein Teil der Ersparnisse auch in Geldmarktfonds investiert, die eine Alternative zum Tagesgeld sein können. Geldmarktfonds sind allerdings Wertpapiere, was ein wesentlicher Unterschied zu traditionellen Tagesgeldkonten ist.
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Hoist Sparen
Hoist Finance sichert Ihnen derzeit 3,30 Prozent Zinsen für Einlagen bis eine Million Euro zu. Die Einlagen sind über die schwedische Einlagensicherung bis 1.050.000 SEK abgesichert.
Festgeld: Diese Banken bieten die besten Zinsen
Auch für Festgeldkonten sinken die Zinsen weiter. Ein einjähriges Festgeld bietet aktuell im Schnitt nur noch 2,49 Prozent. Bei einer Laufzeit von zwei Jahren liegt der durchschnittliche Zinssatz laut Verivox bei 2,51 Prozent – 0,20 Prozentpunkte weniger als im September. Einige Anbieter bieten jedoch weiterhin deutlich bessere Konditionen.

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Die besten Zinsen aufs Festgeld mit einer Laufzeit von 12 Monaten gibt es aktuell bei der Ayvens Bank mit 3,4 Prozent Zinsen, bei Hoist Sparen über Weltsparen mit 3,18 Prozent oder auf bei der Stellantis Bank mit 3,24 Prozent Zinsen im Jahr.
Wer sein Geld für 24 Monate anlegen kann, findet weiterhin gute Festgeldangebote: Die Ayvens Bank bietet 3,45 Prozent Zinsen, Hoist Sparen über Weltsparen 3,33 Prozent*, und die Stellantis Bank 3,15 Prozent pro Jahr.
Ayvens Bank
Für eine 12-monatige Festgeldanlage gibt es 3,40 Prozent bei einer Mindesteinlage von 1.000 Euro und 3,45 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Die Einlagen sind durch die niederländische Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt. Ganz ohne Mindesteinlage ist das Festgeld Plus von Klarna. Auch hier gibt es noch rund drei Prozent jährliche Verzinsung.
Hoist Sparen über Weltsparen
Für eine zwölfmonatige Festgeldanlage mit einer Mindesteinlage von 1.000 Euro und maximal 85.000 Euro gibt es 3,18 Prozent Zinsen. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten steigt der Zinssatz auf 3,33 Prozent. Die Einlagen sind durch die schwedische Einlagensicherung bis zu 1.050.000 SEK geschützt.
Unsere Lesetipps zum Tagesgeld:
- Leitfaden: Tagesgeld-Guide: In fünf Schritten zum neuen Tagesgeldkonto
- Statt Sparbücher: Kaum Zinsen fürs Tagesgeld: Sparkassen-Kunden haben Alternativen
- Statt Tagesgeld: Diese Alternativen bieten langfristig mehr Rendite
- Tagesgeld-Upgrade: So gelingt der Einstieg ins ETF-Sparen
- Aktuelle Infos: Unser Spar-Ticker zum Fest- und Tagesgeld
Stellantis Bank
Ab einer Mindesteinlage von 500 Euro gibt es 3,25 Prozent für ein einjähriges Tagesgeld und 3,15 Prozent für ein Festgeld mit 24 Monaten Laufzeit. Die Einlagen sind bis 100.00 Euro pro Person über die französische Einlagensicherung geschützt.
Fünf wichtige Hinweise, auf die Sie beim Festgeldkonto achten sollten
Beim Festgeld legen Sie Geld für eine feste Laufzeit an und haben währenddessen keinen Zugriff darauf. Eine vorzeitige Kündigung kann zusätzliche Gebühren verursachen. Achten Sie daher nicht nur auf Zinssatz und Anlagedauer, sondern auch auf folgende Punkte, bevor Sie ein Festgeldkonto eröffnen:
- Sicherheit der Anlage: Stellen Sie sicher, dass die Bank der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt. In der EU sind pro Anleger und Bank bis zu 100.000 Euro geschützt. Das bedeutet: Sollte die Bank insolvent werden, erhalten Sie Ihr Geld zurück. Bei Banken außerhalb der EU kann die Einlagensicherung jedoch deutlich geringer ausfallen.
- Mindest- und Maximalbetrag: Viele Festgeldkonten verlangen eine Mindestanlage, manche Banken setzen auch eine Höchstgrenze. Wenn Sie größere Beträge anlegen möchten, prüfen Sie, ob die Obergrenze für Ihre Ziele ausreichend ist.
- Zeitpunkt der Zinsgutschrift: Manche Festgeldkonten bieten eine jährliche Zinsgutschrift, während andere die Zinsen erst am Ende der Laufzeit auszahlen. Wollen Sie über einen längeren Zeitraum vom Zinseszins profitieren, ist die jährliche Gutschrift vorteilhafter.
- Automatische Verlängerung: Einige Festgeldkonten verlängern sich automatisch (Prolongation), wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen – allerdings zu den dann gültigen Marktkonditionen. Achten Sie daher stets auf die Kündigungsfrist.
- Währungsrisiko: Falls Sie Ihr Festgeld in einer fremden Währung anlegen, sollten Sie das Währungsrisiko berücksichtigen. Ein Festgeld in Fremdwährung kann auf den ersten Blick mehr Zinsen bieten, es gibt aber Risiken wie etwa den Wechselkurs.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Tagesgeld
1. Was ist Tagesgeld?
Tagesgeld ist eine klassische Form von Sparanlage. Bei dieser wird das Geld auf einem speziellen Konto (Tagesgeldkonto) bei einer Bank einbezahlt. Die Besonderheit: Der Sparer kann jederzeit auf sein Geld zugreifen und zusätzlich Zinsen auf den eingezahlten Betrag bekommen.
2. Was bedeutet Einlagensicherung?
Die Einlagensicherung ist ein Mechanismus, der das Geld bei einer Bank bis zu einem bestimmten Betrag absichert – falls die Bank insolvent werden sollte. In der Europäischen Union sind Einlagen von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank durch gesetzliche Einlagensicherungssysteme geschützt. Zahlreiche Banken in Deutschland sind zusätzlich in freiwilligen Einlagensicherungsfonds organisiert – diese gewährleisten noch höhere Sicherungen.
3. Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld, Festgeld und Wertpapieren?
Der Hauptunterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld besteht in der Verfügbarkeit des Geldes und der Zinsstruktur. Bei einem Tagesgeldkonto haben Sparer jederzeit Zugriff auf ihr Geld und die Zinsen werden in der Regel jährlich gutgeschrieben. Bei einem Festgeldkonto legen die Bankkunden ihr Geld für einen festen Zeitraum an und können während dieser Zeit nicht darauf zugreifen. Dafür ist der Zinssatz oft höher und für die gesamte Laufzeit garantiert.
Tagesgeld und Wertpapiere sind unterschiedliche Anlageformen. Tagesgeld ist sicher und flexibel – es bietet aber meist nur geringe Zinsen. Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Fonds haben das Potenzial für höhere Renditen – sind aber auch mit einem höheren Risiko verbunden. Wertpapiere können im Wert schwanken und es ist möglich, dass beim Verkauf weniger zurückkommt als ursprünglich investiert wurde.
4. Worauf sollten Sparer beim Vergleich von Tagesgeldkonten achten?
Folgende Faktoren sollten Sparer beim Vergleich von Tagesgeldkonten berücksichtigen:
- Zinssatz: Ein höherer Zinssatz bedeutet mehr Ertrag für das Geld. Zu beachten ist: Einige Banken bieten nur für einen begrenzten Zeitraum hohe Zinssätze an.
- Zinszahlungsintervall: Manche Banken zahlen die Zinsen jährlich aus – andere quartalsweise oder monatlich. Eine mehrmalige Zinszahlung kann vorteilhaft sein – auf diese Weise profitiert man vom Zinseszinseffekt.
- Einlagensicherung: Die Bank sollte ein anerkanntes Einlagensicherungssystem haben. In der EU sind Einlagen bis 100.000 Euro per Gesetz geschützt.
- Gebühren: Einige Banken erheben Gebühren für die Kontoführung oder für bestimmte Dienstleistungen. Über diese Gebühren sollte man sich vor Abschluss informieren.
- Kundenservice: Guter Kundenservice kann wichtig sein – besonders, wenn es Probleme oder Fragen gibt. Im Idealfall bietet eine Bank verschiedene Kommunikationskanäle wie E-Mail, Telefon oder Live-Chat an.
- Online-Zugang: Ein gut gestaltetes Online-Banking-System kann das Verwalten des Kontos erleichtern. Es lohnt sich zu prüfen, ob die Bank eine benutzerfreundliche Webseite und gegebenenfalls eine mobile App hat.
- Mindest- und Höchstanlagebeträge: Manche Banken haben Vorgaben für den Mindest- oder Höchstbetrag, der auf dem Tagesgeldkonto liegen darf. Diese Limits sollten den individuellen Anforderungen entsprechen.
5. Sollte man nur auf das Tagesgeld setzen oder bieten sich andere Anlagenformen an?
Diese Entscheidung ist von den persönlichen Zielen, der Risikobereitschaft und der finanziellen Situation abhängig. Tagesgeld ist eine sichere Anlageform, die einen stetigen, wenn auch meist geringen Zinsertrag bietet und jederzeit verfügbar ist. Dies macht es zu einer guten Wahl für den Aufbau eines Notgroschens oder für Geld, das in absehbarer Zeit benötigt wird.
Für langfristige Sparziele oder zur Vermögensbildung kann es jedoch sinnvoll sein, auch andere Anlageformen zu berücksichtigen:
- Festgeld: Festgeldkonten bieten in der Regel höhere Zinsen als Tagesgeldkonten – aber man kann nicht jederzeit auf das Geld zugreifen. Das Festgeld kann eine gute Option sein, wenn Sparer wissen, dass sie das Geld für einen bestimmten Zeitraum nicht benötigen.
- Wertpapiere: Aktien, Anleihen und Fonds haben das Potenzial für höhere Renditen als Tagesgeld – bringen aber auch mehr Risiko mit sich. Sie könnten an Wert verlieren und am Ende kann man weniger Geld zurückbekommen, als man ursprünglich investiert hat.
- Immobilien: Immobilien können eine gute langfristige Investition sein und bieten sowohl das Potenzial für Kapitalwachstum als auch für Mieteinnahmen. Allerdings sind sie auch mit Kosten und Verpflichtungen verbunden und man benötigt ein erhebliches Startkapital.
- Sparpläne: Sparpläne erlauben regelmäßige Einzahlungen in verschiedene Anlageformen wie Aktien oder Fonds. Diese können besonders für langfristige Ziele wie die Altersvorsorge geeignet sein.
Eine breit gestreute Anlagestrategie – ein sogenanntes "Diversifiziertes Portfolio" – kann dabei helfen, Risiken zu minimieren und die Renditechancen zu optimieren. Ein Finanzberater kann helfen, die individuell passende Anlagestrategie zu finden. Auch Verbraucherschützer können beratend unterstützen. Es ist wichtig, dass die Anlageentscheidung auf der Grundlage der eigenen Ziele, Bedürfnisse und Risikobereitschaft getroffen wird. Neben der Beratung sollte man sich daher immer auch selbst über das Thema Geldanlage informieren.
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