Die Ukraine ist um einen bislang kaum bekannten Helden reicher: Wladyslaw Polskyj, Kommandeur einer Sturmkompanie des ukrainischen 475. Sturmregiments, rettete offenbar zwei schwer verwundete Soldaten unter Lebensgefahr. Über Polskyj war selbst in der Ukraine vor diesem Wochenende kaum etwas bekannt. Sein Regiment, das auch unter dem Namen Code 9.2 bekannt ist, gehört allerdings zu den renommiertesten Einheiten der ukrainischen Streitkräfte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Code 9.2 ist eine hochtechnologische Drohnenangriffseinheit, die als äußerst effektiv gilt. Sie war an Kämpfen in den Regionen Charkiw und Luhansk, an der Schlacht um Bachmut sowie an der Kursker Operation der ukrainischen Armee beteiligt. Geführt wird die Einheit von Major Oleksandr Nesterenko, Spitzname Flint. Ihm werden ausgeprägte Managementfähigkeiten und vergleichsweise geringe Personalverluste zugeschrieben. Flint wurde als „Held der Ukraine“ ausgezeichnet und gilt im Land als Militärlegende.
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Ukraine: Plötzlich trifft die Soldaten eine FPV-Drohne
Umso bedeutender ist, dass ausgerechnet Nesterenko von der jüngsten Heldentat Polskyjs berichtete. Sie zeigt zugleich, wie die Einheit mit ihren Soldaten umgeht. Laut Flint überwachte Polskyjs Kompanie einen bodengestützten Roboterkomplex, der zwei verwundete Soldaten evakuieren sollte. Die beiden Sturmsoldaten hatten zuvor ihre Kampfmission an einem nicht näher genannten Ort erfolgreich beendet. Auf dem Rückweg wurden sie jedoch von einer russischen FPV-Drohne der Klasse Molnija („Blitz“) angegriffen.
Beide wurden bereits durch den ersten Beschuss schwer verletzt und konnten sich nicht mehr selbstständig bewegen. Deshalb wurde ein Landroboter zu ihrer Rettung geschickt. Doch auch der Roboter geriet unter Beschuss. Die beiden Verwundeten lagen nun schutzlos im Freien.
Ukrainian Defender Vladyslav Polskyi, commander of the 1st Assault Company, 1st Assault Battalion, saved his wounded brothers-in-arms.
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) 16. August 2026
According to "Flint," commander of the 475th Separate Assault Regiment (CODE 9.2), they were monitoring an unmanned ground vehicle evacuating… pic.twitter.com/UftjCvlOup
„Wladyslaw riskierte sein Leben“
Der nächste Angriff hätte für sie fast sicher tödlich enden können. Während über eine Lösung für die kritische Situation beraten wurde, übernahm Polskyj selbst die Verantwortung. Laut der Führung der Vereinigten Kräfte der Ukraine, die bis vor Kurzem vom neuen Armeechef Drapatyj geleitet wurde, sprang der Kompaniekommandeur hinter das Steuer, „ohne auch nur eine kugelsichere Weste anzulegen“.
„Wladyslaw riskierte sein Leben, eilte zu dem angegriffenen Roboter, lud die schwer verletzten Soldaten im Alleingang auf die Ladefläche seines Pick-ups und fuhr mit ihnen in hoher Geschwindigkeit in Deckung“, heißt es. So konnten die beiden Soldaten gerettet werden. Die Evakuierung mit einem zivilen Pick-up war allerdings auch für Polskyj lebensgefährlich.
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Ukraine-Krieg: 15 weitere Minuten hätten den Tod der beiden Soldaten bedeutet
„Beide Kämpfer erlitten offene Beinbrüche“, berichtet Polskyjs Vorgesetzter Flint. „Wäre Wladyslaw nicht eingetroffen, hätten weitere 10 bis 15 Minuten den unausweichlichen Tod der beiden bedeutet. Eine zweite Drohne wäre eingetroffen und hätte beide Verwundete getötet.“
Der Vorfall zeigt, wie stark robotergestützte Versorgung inzwischen zum Kriegsalltag an der Front gehört. Das Schicksal einzelner Soldaten hängt aber trotz aller Technik weiterhin stark von persönlichen Entscheidungen ab – und manchmal von einer riskanten Heldentat.








