Die Euphorie nach dem Treffen in Alaska ist verflogen, in Russland tritt eine gewisse Ernüchterung ein. Noch vor dem Gipfel in Washington konstatierte Kirill Dmitrijew, Putins Sonderbeauftragte für wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ausland, „Panik“ bei den Europäern. Von Panik allerdings war in Washington wenig zu spüren. Die Häme aber bleibt: Die „antirussische, kriegstreiberische Koalition der Willigen“ habe es nicht geschafft, US-Präsident Donald Trump auf dessen Terrain zu übertrumpfen, schrieb der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew bei X. „Europa hat ihm gedankt und sich eingeschleimt.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Wie aber geht es weiter? Wladimir Putin hat es nicht eilig. Militärisch sind seine Truppen auf dem Vormarsch, er hat genug Soldaten, die Rüstungsindustrie läuft auf Hochtouren. Die Ukraine hingegen hat erschöpfte Truppen. Und ist von Donald Trump abhängig. Er kann Waffenverkäufe stoppen, aber auch US-Aufklärungsdaten verweigern. Die Europäer haben diese Daten nicht.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Ukraine: Nato-Mitgliedschaft scheint vom Tisch
Laut dem US-Präsidenten soll es binnen zweier Wochen ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj geben. Der Kreml dementiert dies nicht, bestätigt bislang aber auch nicht direkt. Es gehe um die Fortsetzung der Verhandlungen, erläutert Präsidentenberater Juri Uschakow. „In diesem Zusammenhang wurde insbesondere die Idee diskutiert, dass es notwendig sei, die Möglichkeit zu prüfen, die Ebene der Verhandlungsführer auf der ukrainischen und der russischen Seite zu erhöhen.“
Zwei seiner Ziele hat Wladimir Putin bereits erreicht. Er spielt weltpolitisch wieder mit. Donald Trump hat ihn mit allen Ehren in Alaska empfangen. Und die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine ist vom Tisch. Als Gesprächsthemen bleiben vor allem die Sicherheitsgarantien und die Gebietsabtretungen. Putin hatte nach dem Treffen in Alaska zwar auch von Sicherheitsgarantien für die Ukraine gesprochen, aber Truppen aus Nato-Staaten würde man nicht akzeptieren, so das russische Außenministerium.

Aus russischer Sicht scheint Trump auf der Seite Putins
Ähnlich kompliziert ist auch die Frage von Gebietsabtretungen. Bereits seit 2022 werden die annektierten ukrainischen Gebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson in der russischen Verfassung als neue Regionen aufgeführt. Selenskyj betont, die ukrainische Verfassung lasse keinen Verzicht auf Gebiete zu. Er sagt aber auch, dass er über territoriale Fragen direkt mit Putin verhandeln wolle.
Luhansk ist fast erobert, Donezk aber nicht vollständig. Mögliche Lösung: Russland gibt besetzte Teile der ukrainischen Gebiete Sumy, Charkiw, und Dnipropetrowsk auf und erhält im Gegenzug Donezk und Luhansk. Offen ist das Schicksal von Saporischschja und Cherson. Die Krim hingegen bliebe russisch.
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Komplizierte Verhandlungen – der Frieden ist noch weit entfernt. Doch Russlands Präsident Putin zeigt sich verhandlungsbereit. Was auch daran liegen könnte, dass es mit Trump politische und wirtschaftliche Vereinbarungen gibt, von denen wir bislang nichts wissen. Aus russischer Sicht scheint Trump nach wie vor auf der Seite Putins. Ein Indiz dafür: wer ins Weiße Haus eingeladen wurde. „Unter ihnen befand sich kein einziger Vertreter eines Nato-Landes, dessen Führung radikal proukrainisch ist“, bemerkt das Portal ng.ru. „Weder der polnische Premierminister Donald Tusk noch die Staatschefs der baltischen Staaten.“








