Vor einem halben Jahr sorgte der rechtsgerichtete Journalist Brian Glenn für einen von vielen Tiefpunkten bei dem Treffen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj. Vor laufenden Kameras im Oval Office des Weißen Hauses fragte er Selenskyj, warum er denn keinen Anzug trage. Anstatt sich in Schale zu werfen, trug der Präsident ein langärmeliges, schwarzes Hemd mit einem aufgestickten Dreizack, dem ukrainischen Nationalsymbol. Inmitten eines Trommelfeuers an Attacken und Beleidigungen eine weitere Demütigung, die er hinnehmen musste.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Glenn, der für das erzkonservative Medium „Real America‘s Voice“ – auf deutsch „Die Stimme des echten Amerikas“ – arbeitet, konnte sich auch bei dem Gipfeltreffen am Montag wieder in Szene setzen. Diesmal überschüttete er Selenskyj aber mit Lob. Zwar hatte der hohe Gast keine Krawatte um den Hals, trug aber einen dunklen Anzug. „Präsident Selenskyj, sie sehen toll aus in dem Anzug!“, so Glenn. Dem fügte Trump hinzu, „Das habe ich ihm auch gesagt.“ Diesmal sichtlich entspannter als im Februar ließ Selenskyj es sich nicht nehmen, zu kontern. Er schaute den Reporter an und meinte „Ihr Anzug ist derselbe. Sie sehen, ich habe mich umgezogen, Sie aber nicht!“ Schallendes Gelächter im Oval Office, Trump und Selenskyj amüsierten sich bestens.
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Glenn gehört seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit einer unverwüstlichen Gruppe von Hofberichterstattern an, die den Präsidenten mit Komplimenten überschütten und ihm simple Fragen stellen, die Trump als Anlass dienen, um in endlosen Tiraden über die „linksradikalen Demokraten“ zu schimpfen. Schließlich hat Regierungssprecherin Karoline Leavitt sichergestellt, dass Medienorganisationen, die Fans der „Make America Great Again“ (Maga) Bewegung sind, bevorzugt akkreditiert werden und mit Abstand die meisten Fragen stellen können.
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Zu den Maga-Journalisten, die bei Trump hoch im Kurs sind, gehört auch Glenn. Sein Arbeitgeber wurde während Trumps erster Amtszeit gegründet und ist auf Livestreams von Auftritten des Präsidenten sowie rechtsgerichtete Kommentierung spezialisiert. Dabei ist Glenn weniger für seine journalistischen Entgleisungen bekannt als für seine prominente Partnerin Marjorie-Taylor Greene.
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Glenns Partnerin wurde durch wilde Verschwörungstheorien berühmt
Die rechtsgerichtete Parlamentarierin ist mit verrückten Verschwörungstheorien von einer Hinterbänklerin im Repräsentantenhaus zu einer der einflussreichsten Stimmen der Maga-Bewegung aufgestiegen. Sie meinte unter anderem, dass die Regierung von Ex-Präsident Joe Biden Hurrikane verursacht hätte, um Wähler des republikanischen Staats Florida zu bestrafen – oder behauptete, dass weltraumgesteuerte Lasermaschinen für die verheerenden Brände in Kalifornien verantwortlich gewesen wären.
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Nachdem Brian Glenns Held Donald Trump die Nationalgarde einberief, um in der US-Hauptstadt angeblich wieder Ordnung herzustellen, meinten Glenn und seine Partnerin, dass es „jetzt endlich wieder sicher genug ist, um auf den Straßen Washingtons zu spazieren“.








