Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat während der in Katar laufenden Bemühungen um eine Waffenruhe im Gazastreifen den Sieg über die islamistische Hamas beschworen. „Wir werden diese Monster besiegen und unsere Geiseln zurückholen“, sagte Netanjahu dem ultrakonservativen US-Sender Newsmax.
Gaza: Hoffnung auf Rückführung von zunächst zehn Geiseln
Er hoffe, dass „in wenigen Tagen“ im Rahmen einer 60-tägigen Waffenruhe, über die derzeit indirekt verhandelt wird, zehn der noch lebenden Geiseln freikämen, sagte der Regierungschef.
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Zu Beginn der Waffenruhe sollen zudem Gespräche aufgenommen werden, um den Krieg dauerhaft zu beenden, sagte Netanjahu laut seines Büros in einer Stellungnahme zum Ende seines USA-Besuchs.
Dutzende Menschen sterben bei neuen israelischen Angriffen
Unterdessen wurden bei israelischen Angriffen palästinensischen Angaben zufolge erneut Dutzende Menschen getötet. In medizinischen Kreisen in Gaza war von mindestens 55 Toten die Rede. Unabhängig ließ sich dies nicht überprüfen. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa wurden allein in der zentral gelegenen Stadt Deir al-Balah 16 Menschen getötet, darunter nach Krankenhausangaben zehn Minderjährige.
Laut Klinik wurden bei dem Angriff Menschen getroffen, die auf Lebensmittelhilfe warteten. Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell äußerte sich entsetzt über die Berichte. „Die Tötung von Familien, die versuchen, lebensrettende Hilfe zu erhalten, ist unverantwortlich“, sagte sie. Unicef fordere Israel zu einer unabhängigen Untersuchung des Vorfalls auf.
Netanjahu: Entmilitarisierung Gazas zur Not mit Gewalt
Um das Ziel einer Waffenruhe erreichen zu können, müssten Israels Bedingungen erfüllt werden, erklärte Netanjahu: Die Hamas legt die Waffen nieder, hat keine staatlichen oder militärischen Fähigkeiten mehr, zudem wird Gaza entmilitarisiert. Sollten diese Forderungen nicht durch Verhandlungen innerhalb der 60 Tage erfüllt werden, werde Israel dies mit Gewalt erreichen.
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Noch befänden sich 50 Geiseln in Gaza, sagte Netanjahu dem Sender Newsmax. „20 sind definitiv am Leben, und etwa 30 sind nicht am Leben, und ich möchte sie alle herausholen“. Man habe jetzt eine Vereinbarung, dass die Hamas zunächst zehn Geiseln freilasse und etwa die halbe Anzahl der Leichen aushändige.
Vereinten Nationen liefern wieder Treibstoff in Gazastreifen
Er werde aber auch alle übrigen Verschleppten, die lebenden wie die toten, herausholen. „Ich hoffe, wir können das in ein paar Tagen abschließen“, sagte der israelische Regierungschef dem US-Sender weiter.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Hamas verlangt Garantien der USA, dass Israel nach Ablauf einer dritten Waffenruhe nicht einseitig den Krieg wieder aufnehmen kann. Die US-Nachrichtenseite „Axios“ hatte während des Besuchs von Netanjahu in den USA berichtet, der US-Gesandte Steve Witkoff habe über einen palästinensisch-amerikanischen Geschäftsmann eine Botschaft an die Hamas übermittelt, dass US-Präsident Donald Trump zur Verlängerung der Waffenruhe entschlossen sei, sollten die Verhandlungen über die Beendigung des Krieges länger als 60 Tage dauern.
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Unterdessen haben die Vereinten Nationen eigenen Angaben zufolge erstmals nach 130 Tagen wieder Treibstoff in den Gazastreifen geliefert. 75.000 Liter seien in den abgeriegelten Küstenstreifen, wo Hunderttausende Menschen bittere Not leiden, gebracht worden, teilte UN-Sprecher Stéphane Dujarric mit.
Trump: Waffenruhe ab nächster Wochen möglich
Er betonte jedoch, dass es täglich Hunderttausende Liter Treibstoff für lebensrettende und lebenserhaltende Maßnahmen brauche. „Das bedeutet, dass die gestern gelieferte Menge nicht einmal ausreicht, um den Energiebedarf eines Tages zu decken.“ Israel hat den Gazastreifen abgeriegelt und kontrolliert die Zugänge zu dem Gebiet. Treibstoff wird zum Beispiel für den Betrieb von Generatoren für Krankenhäuser oder Bäckereien benötigt.
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Die US-Regierung hatte zuletzt ihre Hoffnung auf eine 60-tägige Waffenruhe bis Ende dieser Woche geäußert – Präsident Donald Trump hält inzwischen aber nach eigenen Worten auch die nächste Woche für möglich. Nach Beginn der Waffenruhe sollen Gespräche aufgenommen werden, um den Krieg dauerhaft zu beenden, sagte Israels Regierungschef Netanjahu nach Angaben seines Büros in einer Stellungnahme zum Abschluss seines viertägigen USA-Besuchs.
dpa/jle










