Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich bei der Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Carlo Masala gut geschlagen. „Merz hat alles richtig gemacht“, sagt der Konfliktforscher in einer Sonderfolge des Podcast „Im Krisenmodus“ der FUNKE Mediengruppe.

207142_569_cover.jpg
Trump, Merz und die Sicherheit Europas mit Carlo Masala
Im Krisenmodus
 

In der Frage des Ukraine-Krieges habe der Christdemokrat im Oval Office die „richtige Mischung“ zwischen einschmeichelnder Betonung von Trumps Bedeutung für die Lösung des Konflikts und der klaren und eindeutigen Vertretung der deutschen beziehungsweise europäischen Position gefunden, so Masala.

Es sei zudem richtig gewesen, dass Merz nicht auf die „komplett irrsinnige Analogie“ des US-Präsidenten eingegangen sei, der die Ukraine und Russland mit kämpfenden Kindern verglichen habe, die man zu Ende kämpfen lassen müsse. Stattdessen „hat er klar gemacht, dass Russland der Aggressor ist und es darum geht, Druck auf Russland auszuüben“. Merz sei nicht bereit gewesen, sich auf die „Verharmlosungen“ des Krieges durch Trump einzulassen.

News aus den USA

Merz bei Trump: Präsident nicht an Krieg interessiert

Zugleich sei in dem von Trump dominierten Auftritt vor der Presse erneut „sehr klar geworden, dass es einen Dissens über die Ukraine-Frage gibt“, so Masala. Trump habe es noch immer nicht geschafft, Russland als Verursacher des Konflikts zu verurteilen. Und es sehe nicht so aus „als ob Trump bereit ist, Sanktionen gegen Russland zu verhängen“.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Trump, glaubt der Politikwissenschaftler, sei an dem Krieg nicht wirklich interessiert. Der US-Präsident habe lediglich ein „übergeordnetes Interesse an einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland, der ökonomischen Beziehungen und der politischen Beziehungen“, wovon er sich viele Geschäfte erhoffe.  

Auch interessant

Für die von Russland überfallene Ukraine, wo das Treffen zwischen Merz und Trump auf großes Interesse gestoßen ist, war die Pressekonferenz nach Ansicht Masalas ambivalent. Zum einen trete Deutschland jetzt „klarer und entschlossener“ auf als zur Zeit der Ampelkoalition und setze sich an die Spitze der europäischen Unterstützer der Ukraine. Zum anderen sei die fehlende Bereitschaft der Trump-Administration, sich klar auf der Seite der Ukraine zu positionieren und Sanktionen zu verhängen, enttäuschend für die Ukrainer.

Dazu passe auch die Nachricht, dass die USA begonnen hätten, Zünder für Abfangraketen aus der Ukraine herauszuholen, die für den Schutz von Städten und damit Zivilisten gebraucht würden. Damit lasse die USA die „Bevölkerung da im Stich“, so Masala.

Auch interessant

„Im Krisenmodus“ auf Englisch

Alle zwei Wochen erscheinen neue Folgen von „Im Krisenmodus“  nun auch auf Englisch. In der letzten englischen Episode „Kherson Under Fire: Voices of Survival“ spricht Jan mit Menschen in Cherson in der Ukraine. In Cherson kämpfen die Menschen weiter – gegen Angst, für Hoffnung, gegen das Vergessen.

Die deutsche Folge finden Sie hier.

Auch interessant

Folgen Sie dem Podcast „Im Krisenmodus“:

In unserem Podcast „Im Krisenmodus“ teilen Menschen aus Krisengebieten ihre bewegenden Geschichten. Soldaten, Helfer und betroffene Bewohner berichten aus erster Hand von den Herausforderungen des Krieges und der Krise. Journalist Jan Jessen ist vor Ort, um diese Geschichten zu erzählen. Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge, die uns in die unterschiedlichsten Regionen der Welt führt.

Mehr Reportagen von Kriegsreporter Jan Jessen

Haben Sie eine Anmerkung oder Frage? Schreiben uns an: krisenmodus@funkemedien.de. Dann können wir Ihre Meinung in einer der nächsten Folge besprechen.

Folgen Sie unserem Podcast kostenlos, zum Beispiel bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder YouTube, dann verpassen Sie keine Folge.