• Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Ex-Berater Elon Musk eskaliert
  • Musk behauptet, Trump befinde sich in den sogenannten Epstein-Files – ohne Beweise vorzulegen
  • Trump droht damit, Musks Regierungsaufträge zu streichen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist bei seinem Besuch in Washington auch Zeuge der Fehde zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Ex-Berater Elon Musk geworden. „Ich weiß nicht, ob ich noch eine tolle Beziehung zu ihm habe”, sagte Trump nach Musks Kritik an Trumps Prestige-Projekt: ein teures Ausgabengesetz, das die Staatsverschuldung um 2,5 Billionen Dollar steigern wird. Doch inzwischen hat der Streit weit persönlichere Ausmaße angenommen. Musk brachte Trump mit den Epstein-Fällen in Verbindung.

Musk lässt „wirklich große Bombe“ platzen

Der Tesla-Gründer hatte selbst angekündigt, eine „wirklich große Bombe“ platzen zu lassen. Was er veröffentlichte, dürfte das Fass bei Trump zum Überlaufen bringen. Der US-Präsident befinde sich in den Epstein-Files. „Das ist der wahre Grund, warum sie nicht veröffentlicht wurden“, so die Anschuldigung des Milliardärs.

Mehr zum Fall Epstein

Jeffrey Epstein betrieb über Jahre einen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger. Der Investmentbanker nahm sich in Untersuchungshaft das Leben. Dass Trump in den Gerichtsdokumenten genannt wird, ist allerdings kein Geheimnis. Er und Epstein standen jahrelang in engem Kontakt. In den bislang veröffentlichten Seiten wurde er keiner Straftat beschuldigt.

Trump trägt Zwist beim Kanzler-Besuch aus

Eskaliert war der Zwist am Donnerstag im Oval Office des Weißen Hauses. „Ich bin sehr enttäuscht von Elon“, sagte Trump in Anwesenheit des Bundeskanzlers. „Elon und ich hatten ein großartiges Verhältnis. Ich weiß nicht, ob wir das noch haben werden“, sagte er vor Journalisten. Noch harmlose Aussagen, wie sich zeigen sollte. Demnach hätte der Tesla-Chef von dem Gesetzentwurf gewusst und mit diesem kein Problem gehabt. „Plötzlich hatte er ein Problem, und das Problem entstand erst, als er erfuhr, dass wir die Elektroauto-Pflicht kürzen“, sagte der US-Präsident.

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Auf X retweete Musk ein Video von Trumps Äußerungen aus dem Weißen Haus und kommentierte dies mit den Worten: „Falsch, dieser Gesetzentwurf wurde mir nicht ein einziges Mal gezeigt und mitten in der Nacht so schnell verabschiedet, dass ihn fast niemand im Kongress lesen konnte!“ Ohne ihn hätte Trump demnach nicht die Präsidentschaftswahl gewonnen.

Musk liebäugelt auf X mit Gründung von eigener Partei

Der Tech-Milliardär den Kongressmitgliedern der Republikanischen Partei nahe, sich ihm und nicht dem US-Präsidenten anzuschließen. „Trump hat noch dreieinhalb Jahre als Präsident – und mich wird es noch mehr als 40 Jahre geben“, schrieb er als „Denkanstoß“ für die Parlamentarier.

News aus den USA

Musk hatte mehr als 250 Millionen Dollar für Trumps Wahlkampf gespendet. Außerdem machte er persönlich Wahlkampf für ihn unter anderem im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania. Trump sagte nun, er hätte in Pennsylvania auch ohne Musk gewonnen und scheint damit die Attacke des Tech-Milliardärs provoziert zu haben.

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Alsdann begann der Tech-Milliardär mit einer regelrechten X-Tirade. Er startete eine Abstimmung, ob er eine neue politische Partei gründen soll. „Ist es an der Zeit, in Amerika eine neue politische Partei zu gründen, die tatsächlich die 80 % der Mitte vertritt?“, fragte Musk seine Follower. Von den 500.000 Abstimmenden stimmten dem bislang 83 Prozent zu.

Trump droht mit Kürzungen für Musks Unternehmen

Im Laufe des Donnerstags ging dieses Ping-Pong-Spiel aus Anschuldigen und Drohungen immer weiter: Trump drohte etwa mit finanziellen Konsequenzen für Musks Unternehmen. „Der einfachste Weg, in unserem Haushalt Milliarden und Milliarden Dollar einzusparen, ist, Elons Regierungs-Subventionen und -Verträge zu kündigen“, schrieb der Präsident. Er habe sich schon immer gewundert, dass sein Vorgänger Joe Biden das nicht getan habe. Die Tesla-Aktie verlor danach zeitweise mehr als 14 Prozent. 

Die Retourkutsche folgte sofort: Musk kündigte anschließend an, dass seine Firma SpaceX sofort damit anfangen werde, die Weltraumkapsel Dragon außer Betrieb zu nehmen. Er verwies auf Trumps Worte, dass man viel Milliarden damit einsparen könnte, wenn man die Regierungsverträge von Musks Unternehmen aufkündigt. Von dieser Idee war er aber kurz darauf wieder abgerückt.

SpaceX-Raumschiff gilt als unverzichtbar für die USA

Das SpaceX-Raumschiff ist aktuell praktisch unverzichtbar für die USA, um Astronauten ins All zu bringen. Boeing hat zwar das Raumschiff Starliner entwickelt, doch beim ersten Flug mit Menschen an Bord musste die Besatzung zu Sicherheit an Bord der Weltraumstation ISS bleiben, weil es technische Probleme gab. Starliner landete schließlich sicher – aber die Astronauten hingen monatelang auf der ISS fest, bevor sie mit einer SpaceX-Kapsel zurückkehrten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Musk wurde zeitweise zu einem engen Vertrauten von Trump, der ihn als Leiter des Effizienzbüros DOGE mit der Kürzung der Regierungsausgaben beauftragte. Ende Mai zog sich Musk dann wieder aus Washington zurück. Zum ersten Mal behauptete Trump auch, er habe Musk gebeten, sich aus Washington zurückzuziehen. Bisher verwiesen beide auf eine Regel, nach der externe Regierungsmitarbeiter nur 130 Tage pro Jahr beschäftigt werden dürfen.

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Trump wirft Musk eigene geschäftliche Interessen vor

Schon seit Tagen macht Musk Stimmung gegen das von Trump vorangetriebene Steuer- und Ausgabengesetz und fordert mehr Kostensenkungen. Trump legte unterdessen nahe, dass Musk als Chef des Elektroautobauers Tesla von geschäftlichen Interessen geleitet werde. Der Präsident hielt sich allerdings in den vergangenen Tagen trotz Musks eskalierender Attacken auf das Gesetz zurück. Das änderte sich nun.

mit dpa.