Die USA und die ganze Welt sollen zuschauen, wenn Amerika von Staats wegen tötet. Live, in Farbe, mit einem Erschießungskommando aus Soldaten. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat angekündigt, die Hinrichtung des Massenmörders von Fort Hood öffentlich übertragen zu lassen. Was wie eine makabre Inszenierung aus einem autoritären Staat klingt, soll am 3. Dezember Wirklichkeit werden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Schauplatz: der gleiche Militärstützpunkt in Texas, auf dem Nidal Malik Hasan, ein früherer Militärpsychiater, am 5. November 2009 13 Menschen erschoss und 32 weitere teils schwer verletzte. 2013 wurde der radikale Islamist zum Tode verurteilt. Donald Trump genehmigte die Vollstreckung am 2. Oktober auf Empfehlung Hegseths. Hasan sitzt seit dem Anschlag querschnittsgelähmt im Rollstuhl.
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Wie beiläufig Hegseth die geplante Exekution behandelt, zeigte sich im Gespräch mit dem ultrarechten Maga-Kommentator Jack Posobiec. Die Entscheidung sei ein „No-Brainer“, eine Sache, über die man nicht zweimal nachdenken müsse, sagte der ehemalige Fox-News-TV-Moderator. Dass Ort, Wochentag und Uhrzeit exakt dem Anschlag von 2009 entsprechen, ist Absicht. Hegseth: „Wir werden dafür sorgen, dass die Menschen zuschauen können. Denn sie müssen begreifen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben.“
Ob TV-Sender die Hinrichtung übertragen, ist offen
Das Pentagon bestätigte anschließend ausdrücklich einen Livestream. Einzelheiten zu Plattform, Kameraführung und Zugang fehlen bislang. Ob Fernsehsender die Bilder übernehmen oder Internetportale sie verbreiten, ist offen.
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Historisch wäre das ein Tabubruch. Die letzte Hinrichtung durch das US-Militär fand 1961 statt, damals durch den Strang. Ein militärisches Exekutionskommando kam seit 1945 nicht mehr zum Einsatz.
Amerikanische Gerichte haben Versuche, Hinrichtungen im Fernsehen zu zeigen, bislang abgeblockt. Die letzte öffentliche Exekution nach einem zivilen Todesurteil fand 1936 in Kentucky statt.
Der Vorgang passt zu Hegseths propagiertem „Warrior Ethos“, einem von ihm persönlich verfügten soldatischen Selbstverständnis aus Härte, Kampfwille und demonstrativer Abschreckung. Brenner Fissell, Professor für Militärrecht an der Villanova University: „Erschießungskommandos umgibt eine Aura von Männlichkeit und Militärischem. Genau das will Hegseth betonen – diese Kultur der Tödlichkeit.“

Kathryn Jean Lopez, konservative Kommentatorin der „National Review“, lehnt das ab: „Das ist widerwärtig. Der Tod eines Menschen ist keine Show. Soll das unserer Unterhaltung dienen? Ich fürchte, genau darum geht es.“
Rechtlich ist die Sache keineswegs ausgemacht. Hasan kann noch mehrere Bundesgerichte anrufen und damit die Vollstreckung verzögern. Ob die öffentliche Übertragung gegen das verfassungsrechtliche Verbot grausamer und ungewöhnlicher Strafen verstößt, ist ungeklärt. Eine höchstrichterliche Entscheidung speziell zu Livestreams existiert nicht.
Historiker und Todesstrafengegner warnen vor einer Rückkehr zur öffentlichen Zurschaustellung staatlicher Gewalt.









