Nach einem harten Wahlkampf scheinen sich CDU-Chef Friedrich Merz und SPD-Chef Lars Klingbeil in den Koalitionsverhandlungen immer besser zu verstehen. „Wir wollen gar nicht beste Freunde werden, aber ein Vertrauensverhältnis ist gerade dabei zu wachsen”, so Klingbeil an diesem Sonntagabend im Einzelinterview bei „Miosga”.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Er habe seit der Wahl das ein oder andere über Merz gelernt: „Dass man verlässliche Absprachen treffen kann, dass man belastbare Gespräche führt.“ Weiter erzählt er: „Seit drei Tagen duzen wir uns”. Merz habe ihm das angeboten.
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Auf die Frage nach Posten, etwa dem des Finanzministers für ihn selbst, geht Klingbeil dagegen trotz mehrfacher Nachfrage seitens der Moderatorin nicht ein. „Mein Hauptberuf sind gerade die Koalitionsverhandlungen”, sagt er. „Sie werden nichts anderes von mir hören.” Immerhin: Seine Äußerungen zu Verteidigungsminister Boris Pistorius, dem derzeit beliebtesten Politiker im Land, legen nahe, dass dieser im Amt bleiben könnte.
„Caren Miosga“: Das waren die Gäste
- Lars Klingbeil (SPD), Parteivorsitzender
- Florence Gaub, Forschungsdirektorin an der NATO-Militärakademie in Rom
- Rieke Havertz, Internationale Korrespondentin von Zeit Online
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg
Wie verlässlich sind die USA unter Trump? Experten warnen
Und dann geht es an diesem Abend noch um die USA und die Frage, wie verlässlich das Land unter einem Präsidenten Donald Trump überhaupt noch ist. Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sagt Rieke Havertz, die Internationale Korrespondentin von „Zeit Online“: „Trump will vor allem das Problem vom Tisch haben.” Über die Ämtervergabe in den USA sagt sie: „Es geht in der zweiten Amtszeit von Trump nicht um Kompetenz, sondern nur noch um Loyalität.”
Florence Gaub ist Forschungsdirektorin an der Nato-Militärakademie in Rom und meint: „Verhandlungen werden nicht nur vom Anführer bestimmt.” Es müsse auch der richtige Zeitpunkt sein, die Verhandlungsmasse müsse stimmen und es brauche diplomatische Expertise von einem ganzen Stab. Deshalb glaubt Klingbeil, „selbst wenn es ein Verhandlungsergebnis gibt, woran ich im Moment große Zweifel habe, habe ich Zweifel, dass es ein gutes Ergebnis ist.”

News aus den USA
Journalistin bei „Caren Miosga” in der ARD: „Donald Trump fühlt sich ausgenutzt”
Der SPD-Mann hält es auch nicht für den richtigen Zeitpunkt, jetzt über deutsche Truppen zur Sicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine zu diskutieren. Vielmehr müssten weitere Waffen geliefert und die ukrainische Armee ausgebildet werden. „Wir wissen gar nicht, ob solche Truppen überhaupt von Russland akzeptiert werden würden”, begründet er. So sehen es auch Gaub und Havertz, die beide vielmehr von einer Signalwirkung nach Washington bei der Zusage von Frankreich und Großbritannien, derartige Truppen bereitzustellen, ausgehen. „Ich glaube, das ist ein taktischer Move”, sagt Rieke Havertz.
Denn, so die Zeit-Journalistin weiter: „Donald Trump fühlt sich ungerecht behandelt, ausgenutzt.” Dieses Gefühl sei generell sein größter Motivator. Und Florence Gaub sieht hinter dem Frust der amerikanischen Regierung gegen die Europäer noch einen weiteren Beweggrund: „Die USA kann militärisch aufgrund ihrer Truppenzahl gar keinen Zwei-Fronten-Krieg mehr führen.” Für das Land sei China gerade die nächstgelegene strategische Bedrohung und wir Europäer würden sie davon abhalten, wenn sie hier gegen Russland unterstützen müssten. „Sie haben das Gefühl, dass sie nicht die Wahl haben.”













