Die Sondierungsgespräche zwischen der SPD und CDU/CSU haben am Freitag begonnen. Tagelang war unbekannt, in welcher Besetzung die Parteien an den Gesprächen teilnehmen würden. Am Donnerstagabend wurde dann öffentlich, dass beide Fraktionen jeweils neun Menschen einsetzen. Das sind die Namen der 18 Politikerinnen und Politiker.
Für die SPD sitzen neben dem Parteivorsitzenden Lars Klingbeil, Generalsekretär Matthias Miersch, Arbeitsminister Hubertus Heil, Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Achim Post – dem Co-Vorsitzenden der SPD Nordrhein-Westfalen – auch vier Frauen aus der SPD am Tisch. Teil des Sondierungsteams sind Co-Parteivorsitzende Saskia Esken, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger, sowie die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig.

CDU und SPD verhandeln: Mit diesen Politikerinnen geht die SPD in die Sondierungsgespräche
Während Lars Klingbeil und Saskia Esken als SPD-Parteivorsitzende als so gut wie gesetzt galten, war noch ungewiss, wer mit ihnen verhandelt. SPD-Generalsekretär Matthias Miersch wird ein gutes Verhältnis zum Generalsekretär der CDU, Carsten Linnemann, nachgesagt. Boris Pistorius wird häufig als rhetorisch versiert, dialogbereit und robust beschrieben. Arbeitsminister Hubertus Heil ist erfahren im Sondieren – er war bereits 2017 und 2021 Teil von Sondierungsgesprächen auf Bundesebene. Ergänzt wird das Team um Bärbel Bas, Anke Rehlinger und Manuela Schwesig.

Bärbel Bas (SPD) ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Zuletzt war sie Bundestagspräsidentin und bekleidete somit das protokollarisch zweithöchste Staatsamt. Bas ist Arbeiterkind, arbeitete sich selbst vom Hauptschulabschluss zur Berufspolitikerin hoch. Sie hat den Ruf, eine ruhige, aber entschlossene und neutrale Moderatorin zu sein, die auch in hitzigen Debatten ihre Position klar bezieht. Eine Eigenschaft, die in Sondierungsgesprächen von Vorteil sein dürfte. In ihrer Rolle als Bundestagspräsidentin hatte sie zuletzt auch die von ihrer eigenen Partei geführte Bundesregierung kritisiert.

Mit Anke Rehlinger ist die Ministerpräsidentin des einzigen Bundeslandes mit Ein-Parteien-Kabinett vertreten: Seit 2022 führt sie im Saarland eine SPD-Alleinregierung. Seit November 2024 ist sie außerdem Präsidentin des Bundesrates und dadurch Stellvertreterin des Bundespräsidenten. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, war bereits nach den Bundestagswahlen 2013 und 2017 Teil der Sondierungsgespräche zwischen SPD und CDU/CSU.

Sondierungsgespräche: Diese Männer und Frauen schicken CDU und CSU
Das Team der SPD trifft auf Verhandler aus der CDU und CSU: Friedrich Merz, Carsten Linnemann und Thorsten Frei für die CDU sowie die CSU-Kollegen Markus Söder, Martin Huber und Alexander Dobrindt galten schon vorab als gesetzt. Ein Foto dieser Herrenrunde war am Dienstag in sozialen Medien viral gegangen – und kritisiert worden. In der Bildunterschrift sprach Marcus Söder von einem „Politikwechsel“. Einer der ironischen Top-Kommentare unter dem Foto: „6 alte Männer, alle seit Jahrzehnten im politischen Betrieb. Kann den Wechsel kaum erwarten...“
Offenbar hat Friedrich Merz sich diese Kritik zu Herzen genommen. Neben den auf dem Foto abgebildeten Personen hat er noch drei weitere Menschen in die Sondierungsgespräche geschickt: den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer sowie die beiden Frauen Dorothee Bär und Karin Prien.
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Der wohl künftige Bundeskanzler Friedrich Merz konnte den vergangenen Jahrzehnten keine Erfahrung in Sondierungsgesprächen sammeln. Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, CSU-Generalsekretär Martin Huber und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Thorsten Frei, gelten als kaum erfahren.
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So viel Sondierungserfahrung haben die Politikerinnen und Politiker von CDU/CSU
Auf Landesebene haben Michael Kretschmer und Karin Prien Sondierungserfahrung. Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, führte nach der Landtagswahl 2019 Sondierungsgespräche zur Bildung einer Kenia-Koalition zwischen CDU, Grünen und der SPD. Karin Prien war in Schleswig-Holstein Teil des Sondierungsteams und ist dort Bildungsministerin.

Mit mehr Erfahrung, auch auf Bundesebene, können Markus Söder, CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt und die einstige Digitalstaatsministerin Dorothee Bär dienen. Wahlgewinner Friedrich Merz will möglichst bis Ostern eine neue Regierung bilden.




