Die Liste der Ehemaligen ist lang und prominent besetzt: Ricarda Lang, Kevin Kühnert, Johannes Vogel, Konstantin Kuhle stehen darauf, und sie sind nicht die einzigen. Sie alle standen einmal in der ersten oder zweiten Reihe der Bundespolitik, sie alle haben sich – aus unterschiedlichen Gründen – zurückgezogen. Die Ampel-Parteien haben in den vergangenen Jahren eine Menge vergleichsweise junges und talentiertes Personal verloren, von dem man dachte, dass es die Politik noch auf Jahre, vielleicht Jahrzehnte prägen könnte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Diese Wahl bringt deshalb nicht nur einen Regierungswechsel, sondern auch einen Generationswechsel – allerdings nicht auf die Art, wie SPD-Parteichef Lars Klingbeil es meinte, als er einen solchen für nötig erklärte.

Neue Regierung: Der Geist der 90er ist kein Modell für die Zukunft
Denn auch CDU und CSU, weniger verschleißbelastet als SPD, Grüne und FDP, stehen nicht gerade mit frischen Gesichtern und Ideen in den Startlöchern. Symbolisch steht dafür das breitbeinige Foto der Unionsspitzen, das in dieser Woche viral ging, und das intensiv den Geist der westdeutschen 90er-Jahre atmet. Nicht eine Person auf diesem Foto war jünger als 47.

Manchen mag diese Anmutung tröstlich erscheinen angesichts einer Welt, in der die Gewissheiten eine nach der anderen wegbrechen – war doch gar nicht so schlecht damals, oder? Aber ein Modell für die Zukunft ist das natürlich nicht.
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Erfahrung ist wichtig, auch und gerade in der Politik. Aber sie ist nicht genug. Die Zeiten sind zu ernst und zu komplex für „Das haben wir schon immer so gemacht“. Auf die Stimmen einer ganzen Generation zu verzichten, können wir uns nicht leisten.





