Zerstörte Strandbäder, überschwemmte Campingplätze, umgestürzte Bäume und fliehende Touristen – die norditalienische Adriaküste hat in der Nacht auf Sonntag schwere Unwetter erlebt. Ein heftiges Gewitter zog mit starkem Wind und Hagel über die Region und richtete massive Schäden an. Besonders betroffen war die Gegend um Rimini.

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In einigen Gebieten verwandelten sich die Straßen in reißende Ströme, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. In mehreren Orten in Italien wurden Straßen überflutet und Keller liefen voll. Die Feuerwehr musste mehrfach ausrücken und erhielt Hunderte Notrufe.
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Auch auf Bahngleisen sorgten umgestürzte Bäume für Chaos. So blieb etwa ein Zug auf der Strecke zwischen Rimini und Ravenna stehen. Die Passagiere mussten in Sicherheit gebracht werden. Beim Regionalbahnverkehr kam es zu erheblichen Problemen, wie die Feuerwehr berichtete. Schon in den letzten Tagen gab es immer wieder schwere Unwetter in Italien: Ein Mann wurde in seinem Auto mitgerissen.

Unwetter an der Adria: Gewitter zerstören Strände und Campingplätze
In Milano Marittima, einem beliebten Ferienort nahe der Hafenstadt Ravenna, richtete ein Sturm mit starkem Regen hohe Schäden an. Mehrere Pinien stürzten auf geparkte Autos. „Das Gewitter hat den Strand verwüstet: zerstörte Sonnenschirme, kaputte Zelte. Trotzdem haben wir heute Morgen geöffnet – die Badesaison ist kurz, wir müssen arbeiten“, erklärte Massimo Casanova, Betreiber des bekannten Strandbads „Papeete Beach“ gegenüber italienischen Medien. Freiwillige Helfer wurden zum Einsatz gerufen. Verletzte gab es keine. Viele andere Strandbäder erlitten ebenso schwere Schäden.
Betroffen war auch die Region Cesena, insbesondere der Küstenort Cesenatico. Dort stürzten Bäume auf einen Bungalow eines Campingplatzes. Zahlreiche Touristen brachen daraufhin ihren Urlaub ab. euerwehrleute rückten aus, um umgestürzte Bäume von Stromleitungen zu entfernen und überflutete Unterführungen und Tiefgaragen zu sichern. In Bellaria Igea Marina blieb ein Bus in einer überfluteten Unterführung stecken, der Fahrer konnte gerettet werden.
Italiens Strandbäder in Not: Betreiber kämpfen nicht nur mit Sturmfolgen

Die Unwetterwelle zog auch an der Lagune von Venedig nicht spurlos vorbei. In Cavallino-Treporti stürzten 14 alte Seekiefern um. Für die Strandbadbetreiber der Adria sind diese Schäden ein weiterer Rückschlag. Schon während des Sommers klagten sie über eine enttäuschende Saison. Bereits im Juli hatte eine Unwetterfront viele Feriengäste vertrieben.
Hinzu kommen anhaltende Diskussionen über die hohen Preise an Norditaliens Stränden. Viele Strandbäder verlangen für einen Tag mit Liegestuhl und Schirm 30 Euro oder mehr – für Familien, die einen längeren Urlaub planen, summieren sich diese Kosten beträchtlich. Wie hoch diese insgesamt werden können, lesen Sie hier.
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Die Gewerkschaft der Strandbetreiber meldete im Juli im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Besucherzahlen um 15 Prozent. Besonders betroffen seien die Regionen Emilia-Romagna und Kalabrien, wo der Rückgang zeitweise sogar 25 Prozent erreichte. Italienische Zeitungen wie die „Repubblica“ sprechen von „spiagge vuote“ – leeren Stränden. Bildern aus Jesolo, Rimini und anderen bekannten Badeorten unterstreichen die Schlagzeilen. Die Fotos zeigen reihenweise leere Liegestühle und geschlossene Sonnenschirme.
Italiens Regierung widerspricht: Touristenboom trotz Kritik?
Die Regierung von Giorgia Meloni sieht die Lage anders: Die Opposition dramatisiere, und mit ihrem Gerede von leeren Stränden schade sie der Branche nur. Und laut dem Innenministerium in Rom ist die Zahl der italienischen und ausländischen Touristen im August im Vergleich zu 2024 um 9,3 Prozent gestiegen. Vom 1. bis 18. August habe Italien über 15,5 Millionen Touristen empfangen. In der ersten Monatshälfte seien 15,6 Millionen Ankünfte registriert worden, verglichen mit 14,3 Millionen im Vorjahreszeitraum. Dabei wurden 8,3 Millionen Ausländer und 7,3 Millionen Italiener gezählt.
Die Zahlen basieren auf Angaben der Datenbank „Alloggiati Web“. Sie wird von der Staatspolizei verwaltet und ermöglicht es Betreibern von Beherbergungsbetrieben – sowohl Hotels als auch nicht-gewerblichen Unterkünften –, ihrer Verpflichtung nachzukommen, die Personendaten der Gäste innerhalb von 24 Stunden nach deren Ankunft an das zuständige Polizeipräsidium zu übermitteln.
Die Diskrepanz zwischen den Berichten von leeren Stränden und der Regierungsstatistik sorgt für Diskussionen. Unabhängig davon werfen die aktuellen Unwetterschäden die Frage auf, wie robust und vorbereitet die touristische Infrastruktur der Adria für extreme Wetterlagen in Zukunft ist. Klar ist: Die Betreiber stehen vor einer herausfordernden Saison.



