Traumhafte Strände, viele Sonnenstunden und kulinarische Klassiker – Italien hat alles, was das Urlauberherz erfreut. Doch trotz bester Bedingungen wirken die Mienen von Touristikmanagern gerade eher wie drei Tage Regenwetter. Der Grund: Die Gäste bleiben aus. Kaum zu glauben, aber an den beliebten Stränden herrscht Flaute. Im Juli kamen ganze 15 Prozent weniger Urlauber nach Italien im Vergleich zum Juli letzten Jahres.
Italien-Urlaub wird teuer: Kosten für Reisen, Essen und Trinken drastisch gestiegen
Unter der Woche sei es bisweilen schon so gut wie leergefegt, klagen Strandbadbetreiber. Und, auch das fragt man sich: Wo bleiben die deutschen Urlauber? In der Tat, ja, wo bleiben sie? Antonio Capacchione, Präsident des italienischen Verbands der Strandbadbetreiber SIB, formuliert es so: „Wir haben einen Rückgang der deutschen und italienischen Gäste konstatiert, dafür aber einen Zuwachs an Touristen aus den skandinavischen Ländern und Osteuropa.“
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Dass sich heimische und vor allem auch viele deutsche Touristen andere Ziele als Italien aussuchten, habe einen ganz simplen Grund: Italien ist so teuer wie nie. Für all die schönen Dinge müsse man tiefer in die Tasche greifen. Die Kosten für Reisen, Essen und Trinken und für viele Freizeitaktivitäten sind im Vergleich zum Sommer 2019 vor Corona um sage und schreibe 30 Prozent gestiegen, so eine Analyse des Verbraucherschutzverbands Codacons.
Italien-Reise: Vor allem die Preise für Flüge sind explodiert
Teuer wird es schon, bevor die Urlauber überhaupt vor Ort sind. Die Preise für internationale Flüge sind im Juli um 65,9 Prozent gestiegen. Flugreisen innerhalb Europas kosteten 61 Prozent mehr, Inlandflüge sogar 81,5 Prozent mehr als vor sechs Jahren. Fähren wurden um knapp 14 Prozent teurer, Züge um rund zehn Prozent, ähnlich wie Bus- bzw. Fernbusverbindungen.
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Und auch Autofahrer haben nach 2019 mit höheren Preisen zu kämpfen: Benzinpreise stiegen um 8,3 Prozent im Vergleich zu 2019. Diesel kostet jetzt 12,6 Prozent mehr. Mautgebühren und Parkautomaten sind um etwa 7,2 Prozent gestiegen. Noch kostspieliger wird es, wenn man in Italien mit einem Mietwagen unterwegs ist – hier liegen die Preise 17,6 Prozent höher als noch vor vier Jahren.

Nach der Anreise geht es, was das Geld angeht, erst richtig los: Ein Tag in einem Strandbad oder der Besuch im Schwimmbad kosten im Schnitt 32,7 Prozent mehr als 2019. Und auch die Mieten für Sonnenschirme und Liegen sind noch einmal fünf Prozent teurer als im vergangenen Jahr, so der Verbraucherschutzverbands Altroconsumo. Freizeitparks verzeichnen preislich ein Plus von 21,4 Prozent und Museen 20,5 Prozent. Außerdem haben beliebte Ausflugsziele wie Zoos, botanische Gärten und Nationalparks die Preise um etwa 13 Prozent nagehoben.
Urlaub in Italien: Diese Orte sind besonders teuer – und diese günstiger
Richtig happig aber wird es in den Restaurants, bei Pizza, Pasta und einem leckeren Wein: Restaurant-Besuche sind um 22,5 Prozent teurer geworden, so die Verbraucherschützer. Wer Bier statt Wein trinken will, muss auch mehr zahlen, und zwar 17,2 Prozent mehr als in der Zeit vor der Pandemie. Alkoholfreie Getränke wurden sogar 28,8 Prozent teurer.

Seit 2021, so Verbraucherschützer, steigen die Preise in Italien, vor allem an den Stränden, kontinuierlich. Am meisten müssen die Urlauber an der Riviera in Ligurien bezahlen, gefolgt von Gallipoli in Apulien und Alghero auf Sardinien. Günstiger sind hingegen Orte wie Rimini, Lignano und Anzio. Die Folgen der Kostenexplosion sind bitter. Rund 49 Prozent der Italiener – fast jeder Zweite – wird in diesem Jahr nicht in den Urlaub fahren, verglichen mit 39,5 Prozent im Sommer 2019, so die Verbraucherschutzorganisation Codacons.
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Auch in der Versilia, der renommierten Badeküste an der nördlichen Toskana, wächst die Sorge über eine Urlaubssaison, die nicht den rosigsten Erwartungen entspricht. „Der Juni lief zwar gut, auf dem Niveau des Vorjahres. Im Juli hingegen war der Rückgang deutlich spürbar, selbst in toskanischen Urlaubsorten, die normalerweise über eine gute Stammkundschaft aus der Region verfügen“, sagt David Parenti, Inhaber des Strandbads Ernesta in der toskanischen Nobelortschaft Viareggio.
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Und seine Klage geht weiter: „Gegen Monatsende gab es eine leichte Erholung durch die Ankunft einiger ausländischer Touristen, aber der Monat wurde durch ein paar verregnete Wochenenden oder schlechte Wettervorhersagen beeinträchtigt. Der Unterschied zwischen Wochentagen und Wochenenden ist enorm – bei uns genauso wie in Hotels und auf Campingplätzen. Es ist klar: Ein schlechtes Wochenende bedeutet einen großen Verlust.“


