Ein Tag an Italiens Stränden kann in diesem Sommer sehr teuer werden. In einigen Badeorten, vor allem in jenen, die bei gut betuchten Touristen besonders beliebt sind, erreichen die Preise schwindelerregende Höhen. Man halte sich fest: Bis zu 1500 Euro pro Tag soll ein Strandaufenthalt kosten, so der italienische Konsumentenschutzverband Codacons.

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Beim Ranking der teuersten Strände Italiens, das Codacon veröffentlicht hat, steht das Luxus-Etablissement Twiga in der Toskana an der Spitze – das ultimative Symbol des Elitetourismus. Doch nicht nur in der Luxusklasse müssen Urlauber tief in die Tasche greifen – die Vermietung von Liegen und Sonnenschirmen ist ein Milliardengeschäft geworden.

Italiens teuerster Strand liegt an der toskanischen Versilia-Küste

Das bekannte Ressort in Marina di Pietrasanta an der toskanischen Versilia-Küste gilt als der mit Abstand teuerste Strand Italiens, besonders im August, wenn die Tagesmiete für eine exklusive Strandhütte eben diese besagten 1.500 Euro betragen kann. Der Luxus ist natürlich immens: Zu dem überdachten Pavillon gehören vier große Liegen inklusive Handtücher und Kissen, sowie ein Tisch, Stühle und auf Wunsch auch ein Fernseher oder eine private Musikbeschallung. Neben dem Strandbereich bietet das Twiga auch einen Swimmingpool und einen Restaurantbetrieb mit gehobener Küche.

Der Erfolg des Twiga ist Flavio Briatore zu verdanken. Der italienische Formel-1-Unternehmer und Ex-Manager von Michael Schumacher hat den Strandclub zu einem exklusiven Treffpunkt der Reichen und Schönen gemacht, dessen Ruf weit über die Grenzen Italiens reicht.

Beim teuren Luxus-Urlaub liegt auch Sardinien ganz vorne

Briatore, Vater von Heidi Klums Tochter Leni, hat allerdings Konkurrenz vor der Nase: Im „Augustus Hotel“ in der toskanischen Nobelortschaft Forte dei Marmi kostet ein Platz in der ersten Reihe am Meer im August immerhin „nur“ 560 Euro pro Tag. Im Preis inbegriffen sind zwei Einzelliegen, eine Doppelliege, zwei Sonnenstühle, Handtücher und ein Safe.

Aerial view of beach in Italy with parasols
Dank des erwarteten Rekordsommers in Italien haben die Strandbetreiber die Preise extrem nach oben gesetzt. © iStock | kamisoka

Ein Preissegment, das beliebt ist: Wer Luxus pur liebt, gönnt sich bekanntermaßen gern einen exklusiven Urlaub auf Sardinien. Im „Nikki Beach Costa Smeralda“ kostet die Kombination aus Doppelliegen, einem Zweisitzersofa und einem Sonnenschirm 550 Euro pro Tag. Darin enthalten ist ein Guthaben von 230 Euro für Speisen und Getränke. Eine Cabana am Strand kostet 450 Euro, zwei Liegen mit Sonnenschirm 400 Euro.

Im „Hotel Excelsior“ am Lido kostet eine Strandhütte 515 Euro

Der Strand des traumhaften „Hotel Excelsior“ am Lido von Venedig eroberte im Olymp der teuersten Strände den vierten Platz. Dort schlägt eine Strandhütte in der ersten Reihe mit 515 Euro pro Tag zu Buche und ist durchaus üppig ausgestattet: zwei Sonnenstühle, eine Liege mit Matratze, ein Tisch mit Sitzgelegenheiten und weiterem Schnickschnack. Aber: Im vergangenen Jahr lag der Preis laut Codacons noch bei 355 Euro.

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Luxus ist also teuer geworden, allerdings nicht überall: Im „Cinque Vele Beach Club“ in Pescoluse in Apulien, am Stiefelabsatz Italiens, wurden sinkende Preise gesichtet. Wer jetzt für August in der „Exklusive“-Zone bucht, zahlt 470 Euro – mit der Option auf Rückerstattung bei einer Stornierung bis 30 Tage vor Anreise. Apulien ist wegen seiner weißen Sandstrände besonders beliebt.

Exklusiv badet es sich auch in Lerici an der ligurischen Riviera (300 Euro pro Tag) und am Monte Argentario in der südlichen Toskana (150 Euro). Dabei handelt es sich jeweils um exklusive Badeanstalten, die ihren Kunden einen gewissen Luxus und eine Reihe von Zusatzleistungen wie personalisierte Strandtücher, Safes zur Aufbewahrung von Wertgegenständen oder auch Drinks und Obst bieten.

Italien-Urlauber zahlen auch an einfachen Stränden nicht gerade wenig

Doch nicht nur die Gutbetuchten trifft es. Auch wer an vielen ganz normalen Stränden urlaubt, muss dieses Jahr deutlich tiefer in die Tasche greifen als in den Vorjahren. Laut Italiens Konsumentenschutzverbänden wurden die Tagesmieten teilweise verdreifacht. Selbst an einfachen Stränden müssen nicht selten bis zu 100 Euro pro Tag hingeblättert werden.

Beautiful beach popular tourist small town of Monterosso in the Cinque Terre Park in Italy. Seascape. Romantic place.
Wunderschöner Strand in Monterosso: In Apulien sind die Preise entgegen dem Trend in diesem Jahr bei manchen Anbietern sogar gesunken.© iStock | yrabota

Solche Preissteigerungen führen zu deutlicher Kritik, zum Beispiel bei den Grünen. Die Betreiber der Strandbäder hätten die Mieten für Sonnenschirme und Strandliegen in ungeahnter Weise verteuert. Dies sei der starken Nachfrage nach Badeurlaub zuzuschreiben. Denn eins steht fest: Der italienische Badetourismus steuert auf einen weiteren Rekordsommer zu.

Zwischen Juni und August werden in den Badeorten 20,7 Millionen Ankünfte und 110,1 Millionen Übernachtungen erwartet. Dies entspricht einem Anstieg von zwei Prozent bzw. 1,1 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2024. Dies geht aus einer Studie hervor, die im Auftrag des Touristikverbandes Assoturismo Confesercenti gemeinsam mit dem italienischen Tourismusministerium durchgeführt wurde. Befragt wurden circa 1.500 Beherbergungsbetriebe in italienischen Badeortschaften.

Auch die Zahl der ausländischen Gäste steigt. Zwischen Juni und August werden schätzungsweise 47,5 Millionen Übernachtungen erwartet, das sind 840.000 mehr (ein Plus von 1,8 Prozent) als im letzten Sommer. Deutschland ist mit einem Anteil von 30 Prozent seit jeher der führende Auslandsmarkt. Es folgen Österreich, die Schweiz, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande.