Seit etwas mehr als einem Monat ist Papst Leo XIV. im Amt. Ein Thema, mit dem er sich auseinandersetzen muss, ist die Stabilität der Finanzen und des Pensionssystems im kleinsten Staat der Welt. Die finanzielle Lage des Vatikans gilt seit Jahren als angespannt. Noch ist nicht bekannt, wie Leo XIV. dieses Problem lösen will. Laut Vatikan-Insidern hat er von seinem Vorgänger Franziskus ein Finanzloch von rund zwei Milliarden Euro geerbt, das insbesondere den Pensionsfonds betrifft. Franziskus ist es in seiner zwölfjährigen Amtszeit nicht gelungen, die stark defizitären Finanzen des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaats zu sanieren.
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Ermutigende Nachrichten erhält Leo XIV. nun von der Vatikanbank IOR. In einem neu veröffentlichten Bericht meldet sie für das Jahr 2024 einen Gewinnsprung von sieben Prozent. Der Nettogewinn zum Jahresende lag bei 32,8 Millionen Euro. 2023 betrug er noch 30,6 Millionen Euro und im Jahr davor 29,6 Millionen Euro. Auch das von der Bank betreute Vermögen kirchlicher Institutionen und Einzelpersonen wuchs – von 5,4 auf 5,7 Milliarden Euro.
Erfolg der Vatikanbank führt zu Geldregen für den Papst
Aus dem Gewinn führt das seit 2014 vom französischen Finanzexperten Jean-Baptiste Douville de Franssu geleitete Institut 13,8 Millionen Euro als Dividende an den Papst ab. In der Mitteilung heißt es, dass das IOR in Bezug auf Liquidität und Eigenkapital mittlerweile zu den solidesten Finanzinstitutionen weltweit gehört. Es folgt bei Geldanlagen den ethischen Richtlinien der katholischen Kirche.

Die Vatikanbank, die keine Kredite vergibt, verwaltet die Vermögen von rund 12.000 Kunden. Die meisten von ihnen sind Geistliche, Ordensgemeinschaften, Diözesen und andere kirchliche Institutionen sowie beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomaten. Die jährliche Dividende aus den Gewinnen der Bank ist eine wichtige Einnahmequelle des Heiligen Stuhls. Das Institut gilt zwar als solide, erwirtschaftet jedoch nicht genügend Gewinne, um die hohen Gehaltskosten und die Pensionskassen für die rund 5000 Vatikanangestellten zu decken.
Der Vatikan hat seit mehr als zwei Jahren kein ordentliches Budget mehr veröffentlicht. Anders als andere Staaten hat er seit dem 20. Jahrhundert keinen Zugang mehr zum internationalen Kapitalmarkt, um sich über Staatsanleihen zu finanzieren.

Kann Leo XIV. wieder mehr Spenden aus den USA einsammeln?
Unklar ist, welche Auswirkungen die Wahl eines US-Amerikaners zum Papst auf die Spendenbereitschaft der Katholiken in seiner Heimat haben wird. Unter den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gehörten katholische Diözesen und Laien-Vereinigungen wie die „Knights of Columbus“ zu den wichtigsten Finanziers des Vatikans. Unter Franziskus gingen die Beiträge aus den USA jedoch spürbar zurück. Mit dem neuen Papst aus Chicago könnte es jetzt zu einer Wende kommen.
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Leo XIV. ist nicht nur mit Finanz-, sondern auch mit Personalproblemen konfrontiert. Fast 50 Angestellte der Vatikanischen Museen drohten im vergangenen Jahr wegen „unzumutbarer Arbeitsbedingungen“ mit einer Sammelklage gegen den Heiligen Stuhl. In einem Brandbrief wandten sich die Beschäftigten an die Staatsverwaltung und forderten bessere Arbeitsbedingungen. Sie bemängeln eine aus ihrer Sicht schlechte Bezahlung sowie einen unzureichenden Gesundheitsschutz.





