Der neue Papst Leo XIV. will im Gegensatz zu seinem Vorgänger Franziskus im prunkvollen Apostolischen Palast mit Blick auf den Petersplatz hausen, in dem zuletzt Benedikt XVI. gewohnt hatte. Die Renovierungsarbeit in der päpstlichen Wohnung, die während Franziskus‘ zwölfjährigem Pontifikat leer stand, gestaltet sich jedoch problematischer als erwartet.

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In der Wohnung tauchen immer mehr Probleme auf – zuletzt wurde dort sogar Schimmel festgestellt. Berichten italienischer Medien zufolge waren die zuständigen Stellen im Gouvernement und im Staatssekretariat bereits in der Vergangenheit über Wasserschäden in der Wohnung informiert worden. Es folgten jedoch keine tiefgreifenden Sanierungsmaßnahmen.

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Aber nicht nur die Feuchtigkeit macht den Technikern zu schaffen. Ein Travertin-Gesims zwischen den beiden Küchenfenstern droht herabzufallen. Bereits Ende März hatten zwei Arbeiter mit einem Eisennetz verhindert, dass weitere Marmorstücke abbröckelten. Außerdem gibt es auch in der unweit der päpstlichen Wohnung liegenden Sala Regia, dem prächtigen Raum neben der Sixtinischen Kapelle, Probleme. So musste ein Schutznetz angebracht werden, um auch dort das Herabfallen von Stuckstücken zu verhindern. Damit wurden vorerst langwierige und kostspielige Restaurierungsarbeiten vermieden, die jetzt aber nicht mehr aufschiebbar sind.

Papst-Wohnung wurde über die Jahrzehnte immer wieder umgestaltet

Die zukünftige Wohnung des Papstes ist eine wahre Fundgrube an Kunstwerken, mit Fresken an den Decken, antiken Möbeln und sakralen Werken. Den Gläubigen ist vor allem das Arbeitszimmer mit dem Fenster bekannt, von dem aus der Papst den sonntäglichen Angelus betet und die auf dem Petersplatz versammelten Menschen segnet. Ein Fenster, das für Millionen von Gläubigen den direkten Kontakt zwischen dem Papst und der Welt darstellt. 

Papst Leo XIV. hatte seine neue Wohnung im Apostolischen Palast am 11. Mai zum ersten Mal besichtigt. Doch die Renovierungsarbeiten dauern an, der Einzug verzögert sich.
Papst Leo XIV. hatte seine neue Wohnung im Apostolischen Palast am 11. Mai zum ersten Mal besichtigt. Doch die Renovierungsarbeiten dauern an, der Einzug verzögert sich.© AFP | HANDOUT

Die päpstliche Wohnung hat sich im Laufe der Jahre verändert und wurde den Bedürfnissen der verschiedenen Oberhäupter der Kirche angepasst. Leo XIII., an dessen Enzyklika „Rerum novarum“ sich der neugewählte Papst inspiriert, ließ in der Wohnung die erste Telefonleitung installieren. Johannes XXIII. sorgte für einen einfacheren Stil in den Möbeln, Johannes Paul II. verwandelte die Privatkapelle in einen Ort der Spiritualität, in der sich seine Mitarbeiter zum Gebet zurückziehen konnten. Benedikt XVI. lebte in der päpstlichen Wohnung bis zum Tag seines historischen Rücktritts im Jahr 2013, während Papst Franziskus es vorzog, in der Residenz für Kardinäle, im Gästehaus Santa Marta, zu wohnen.

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Päpste der Vergangenheit hatten noch andere Residenzen

Doch nicht immer lebten die Päpste im Apostolischen Palast. Vor 1870 war ihre offizielle Residenz der Quirinalspalast. Dieser liegt auf dem Quirinal, einem der sieben Hügel Roms, und diente den Päpsten von Urban VIII. im Jahr 1605 bis Pius IX. im Jahr 1870 als Wohnsitz. Dieser Palast ist heute die Residenz des italienischen Staatspräsidenten und daher für Touristen geschlossen – zu bestimmten Anlässen ist aber der Zutritt zu den Außengärten des Palazzo möglich.

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Von Papst Sylvester I. im frühen 4. Jahrhundert bis Benedikt XI. im Jahr 1304 war die päpstliche Residenz der Lateranpalast an der Piazza di San Giovanni in Rom. Innerhalb des Komplexes können Touristen die Basilika, das Lateran-Baptisterium und die Scala Sancta (Heilige Treppe) mit ihren wunderbaren Gemälden besichtigen.

Auch außerhalb von Rom haben Päpste im Lauf der Geschichte gewohnt. Der „Palazzo dei Papi“ in der Stadt Viterbo 70 Kilometer nördlich von Rom war die Residenz der Päpste, angefangen von Alexander IV. im Jahr 1257 bis hin zu Martin IV. im Jahr 1281. Obwohl der Palast nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, kann seine mittelalterliche Architektur dennoch bei der Erkundung der Stadt Viterbo bewundert werden.