Von außen betrachtet sind sie technische Helfer im Kampf gegen den Klimawandel: Wechselrichter – jene Kästen, die auf Solarfeldern und unter Windrädern Tag für Tag Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln. Sie sind das Rückgrat der Energiewende.

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Doch ein Fund auf einer Solarfarm in den USA hat die Geräte in ein neues Licht gerückt: In mehreren Wechselrichtern chinesischer Bauart entdeckten Experten verdächtige Funkmodule, die in keinem technischen Datenblatt aufgeführt sind.
Geheime Funkmodule in chinesischen Wechselrichtern entdeckt
Laut der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf zwei mit der Untersuchung vertraute Quellen beruft, sind die entdeckten Funkmodule nicht Teil der offiziellen Produktdokumentation. Es handelt sich demnach um Mobilfunkeinheiten, die unabhängig vom übrigen Netzwerk operieren können. Damit wären sie in der Lage, Firewalls und Sicherheitsprotokolle zu umgehen – eine Art verdeckter, nicht kontrollierbarer Kommunikationskanal.
In den vergangenen Monaten sollen sich laut Reuters solche Komponenten nicht nur in Wechselrichtern, sondern auch in Batteriesystemen chinesischer Herkunft wiedergefunden haben.
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Solarenergie: Was Wechselrichter so sensibel macht
Wechselrichter sind ein zentrales Bauteil der modernen Energieversorgung. Sie wandeln den von Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um und regeln die Einspeisung ins Netz. Nahezu jede Photovoltaikanlage und jedes Windrad ist auf sie angewiesen. Dass diese Systeme vernetzt sind, ist an sich nicht ungewöhnlich, denn Fernwartung, Software-Updates oder Netzstabilisierung sind ohne diese Kommunikationsschnittstellen kaum denkbar.

Wenn diese Konnektivität jedoch ohne Wissen der Betreiber stattfindet, könnten sie zu einem Einfallstor für gezielte Eingriffe werden. „Das bedeutet effektiv, dass es eine eingebaute Möglichkeit gibt, das Stromnetz physisch zu zerstören“, wird einer der Informanten von Reuters zitiert.
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Huawei unter Beobachtung
Die USA prüfen derzeit, in welchem Ausmaß chinesische Hersteller wie Huawei, Sungrow oder Ginlong Solis ihre Technik mit solchen Zusatzmodulen ausliefern. Bislang gibt es keine offiziellen Bestätigungen, weder zur Zahl der betroffenen Geräte noch zu den konkreten Produkten oder Herstellern. Doch die Sorge ist real: Mit einem weltweiten Marktanteil von 29 Prozent ist Huawei der größte Anbieter von Wechselrichtern. Ein großer Teil dieser Technik fließt in ausländische Netze ein, darunter auch europäische.
Die Sorge rührt nicht allein von den technischen Möglichkeiten her. Chinesische Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, mit dem Staat und den Geheimdiensten zu kooperieren. Diese Regelung lässt westliche Sicherheitsexperten seit Jahren aufhorchen. Was passiert, wenn ein chinesischer Wechselrichter in einem europäischen Kraftwerk plötzlich aufhört zu arbeiten oder sich gegen das eigene Netz richtet?
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Europas stille Abhängigkeit von China
Auch in Deutschland gibt es längst warnende Stimmen. So warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks, dass die Zentralregierung in Peking „über die internetfähigen Komponenten von Solaranlagen direkten Einfluss auf einen systemrelevanten Teil der deutschen Stromversorgung“ nehmen könne.
Die Dimension dieser Abhängigkeit wird besonders deutlich, wenn man die Zahlen betrachtet: Laut dem European Solar Manufacturing Council hängen in Europa inzwischen über 200 Gigawatt installierter Solarstromleistung an chinesischen Wechselrichtern – das entspricht der Leistung von mehr als 200 Atomkraftwerken. Solche Geräte lassen sich nicht einfach ersetzen. Sie sind tief in die Netze, ihre Steuerung und die Logik der Einspeisung integriert.
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Was auf den ersten Blick nach wirtschaftlicher Effizienz aussieht – günstige Technik, schnell verfügbar –, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als sicherheitspolitisches Risiko. Die Energiewende, so zeigt sich, ist somit nicht nur eine technologische oder ökologische, sondern auch eine geopolitische Herausforderung.





