Wie bereits die Trauerzeremonie für Papst Franziskus Ende April ist auch die offizielle Amtseinführung von Leo XIV. am Sonntag gewissermaßen zu einem Treffen der Staats- und Regierungschefs geworden. Kaum im Amt setzte sich der neue Pontifex bereits aktiv als Friedensvermittler ein.

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Nach der feierlichen Messe zu seiner Amtseinführung traf der erste US-Papst in der Geschichte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und seine Frau Olena. Das Gespräch fand im Arbeitszimmer der Audienzhalle Paul VI. im Vatikan statt. Danach kam es zum traditionellen Austausch von Geschenken in der sogenannten Auletta Paul VI., die sich hinter der Audienzhalle befindet. Die Wahl dieses Ortes ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass der Apostolische Palast gerade renoviert wird.
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Papst Leo XIV. traf sich mit Selenskyj – und erhielt Geschenk mit Symbolkraft
Selenskyj überreichte dem Papst das Bild einer Gottesmutter auf einer Holztafel, die mit beiden Armen das Jesuskind hält. „Es ist das stärkste Zeichen dafür, dass selbst im Krieg Menschen Zeit finden, sich um andere zu kümmern“, sagte der ukrainische Präsident und erneuerte seine Einladung an den Papst, ihn in Kiew zu besuchen.

Der Papst bedankte sich bei Selenskyj für dessen Kommen – und seine „Geduld“, fügte er in Anspielung auf die langen Wartezeiten bei der Begrüßung der internationalen Gäste in der Basilika hinzu. Über 150 Delegationen hatten sich an der feierlichen Messe auf dem Petersplatz beteiligt.
Der Papst hatte beim Regina Coeli-Gebet am Sonntag einen eindringlichen Appell für einen „gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine“ entrichtet. Selenskyj bedankte sich seinerseits „für die besonderen Worte, die heute während der feierlichen Messe über die Notwendigkeit eines gerechten Friedens gesprochen wurden, und für die Aufmerksamkeit, die der Ukraine und unserem Volk entgegengebracht wurde. Jedes Volk verdient es, in Frieden und Sicherheit zu leben“, so der Präsident auf X.
„Ich gratuliere dem Papst Beginn dieser ganz besonderen Mission. Mögen die Gebete für einen gerechten Frieden und ein würdiges Leben für alle erhört werden“, fügte er hinzu.
Nach Amtseinführung: Vance, Meloni, von der Leyen treffen sich in Rom
Am Montag dann wird der Papst den stellvertretenden US-Präsidenten JD Vance treffen, der die US-Delegation auf dem Petersplatz angeführt hatte. Nach der großen Messe gab es in Rom ein kurzfristiges EU-USA-Spitzentreffen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Vance kamen bei der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu einem Dreiergespräch im Amtssitz der Premierministerin, dem Palazzo Chigi in der Innenstadt, zusammen. Zentrales Thema waren die Beziehungen der Europäischen Union mit den Vereinigten Staaten, wie es hieß.
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In den vergangenen Wochen hatte es teils heftige Verstimmungen gegeben. Hintergrund war vor allem die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, unter anderem die EU mit Zöllen zu belegen. Nach heftigen Protesten und Turbulenzen auf den Aktien- und Finanzmärkten hatte Trump diese im April für 90 Tage ausgesetzt.
Die EU ist bereit, entschiedene Maßnahmen gegen US-Zölle zu ergreifen, sollten die Verhandlungen scheitern. Dazu sollen unter anderem Gegenzölle gehören. Neben den EU-US-Beziehungen standen auch die derzeit wichtigsten Themen der internationalen Politik auf der Agenda des Dreiertreffens, darunter der Krieg in der Ukraine, hieß es.










