Die Augen der Welt sind auf den Vatikan gerichtet. Die Papst-Wahl steht kurz bevor. Das Konklave ist nicht nur ein zentrales religiöses Ereignis der katholischen Kirche, sondern auch ein global beachtetes Geschehen mit riesiger politischer, kultureller und medialer Tragweite. Die organisatorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen sind enorm – entsprechend hoch fallen die damit verbundenen Kosten aus. Geld, das dem Vatikan zu fehlen scheint.

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Zahlreiche internationale Delegationen, darunter Staatsoberhäupter und Diplomaten, reisen nach Rom, um an der Amtseinführung des neuen Papstes teilzunehmen. Gleichzeitig berichten hunderte Journalisten aus aller Welt live vor Ort. Kardinäle aus verschiedenen Kontinenten müssen eingeflogen und untergebracht werden, die Sixtinische Kapelle wird speziell für das Konklave vorbereitet, und der Petersplatz verwandelt sich in eine Kulisse von weltweiter symbolischer Bedeutung.
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Konklave: Vatikan muss riesige Kosten fast allein tragen
Die finanziellen Aufwendungen trägt der Vatikan, der sich traditionell nicht zu den genauen Kosten äußert. Auch zum aktuell bevorstehenden Konklave gab es vom Heiligen Stuhl keine offiziellen Zahlen. Vatikan-Sprecher Matteo Bruni betonte lediglich, dass keine Sponsoren eingebunden seien und der Kardinalkämmerer Kevin Farrell die Verantwortung für die Organisation trage.
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Laut den sogenannten Lateranverträgen von 1929 beteiligt sich der italienische Staat an den Sicherheitsausgaben. Die italienische Polizei ist gemeinsam mit der Vatikanischen Gendarmerie für die Sicherheit auf dem Petersplatz und im Umfeld des Vatikans zuständig.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt die Dimensionen der mit dem Konklave verbundenen Kosten für den Vatikan: Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. und der Wahl Benedikts XVI. beliefen sich die Konklave-Ausgaben laut Haushaltsbericht 2005 auf rund sieben Millionen Euro – eine erhebliche Belastung für die ohnehin angespannte Finanzlage des Vatikanstaats. Im Jahr 2013, nach dem Rücktritt Benedikts XVI., wurden keine konkreten Zahlen veröffentlicht. Der Vatikan wies jedoch ein Haushaltsdefizit von 24 Millionen Euro aus.
Papst-Wahl: Vatikan musste Italien um Hilfe bitten
Der damalige Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, bat den italienischen Staat um Unterstützung – allein die Kosten für Sicherheit und öffentliche Infrastruktur in Stadt und Vatikan wurden mit 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Für das aktuelle Konklave hat die italienische Regierung bereits reagiert: Einen Tag nach dem Tod von Papst Franziskus wurde ein Dekret verabschiedet, das Mittel für den Zivilschutz bereitstellt. Dieser ist zuständig für Mobilität, Betreuung und den Empfang ausländischer Delegationen bis zur Papstwahl. Derzeit sind fünf Millionen Euro vorgesehen, die Gesamtausgaben stehen jedoch noch nicht fest, so Zivilschutzminister Nello Musumeci.
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Trotz der hohen Ausgaben erwarten sich Stadt und Region wirtschaftliche Impulse. Laut der Verbraucherschutzorganisation Codacons stiegen die Preise für Hotels und Unterkünfte rund um den Vatikan während der Trauerfeierlichkeiten stark an – zwischen 200 und 2000 Euro pro Nacht.
Vatikan: Papst Franziskus ließ Vermögenswerte verkaufen
Die finanziellen Herausforderungen des Vatikans bestehen weiterhin. Bereits 2014 gründete Papst Franziskus das Wirtschaftssekretariat, um Transparenz und Ordnung in die Finanzverwaltung zu bringen. Laut dessen damaligem Leiter, Juan Antonio Guerrero, wurden jährlich Vermögenswerte im Umfang von 20 bis 25 Millionen Euro veräußert. Dennoch bleiben die Einnahmen, insbesondere aus Spendengeldern, rückläufig, während die Betriebskosten, vor allem für Personal, steigen.
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Mit dem Beginn des Konklaves steht fest: Wer auch immer zum neuen Papst gewählt wird, wird nicht nur geistliche Verantwortung für über 1,4 Milliarden Katholiken übernehmen müssen – sondern auch die wirtschaftliche Sanierung des kleinsten Staates der Welt weiterführen.
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Obwohl der Vatikan seit 2022 keinen vollständigen Budgetbericht mehr veröffentlicht hat, enthielt die letzte Bilanz von Mitte 2024 ein Defizit von 83 Millionen Euro. Das Defizit des Pensionsfonds wurde vom Vatikan für 2022 auf rund 631 Millionen Euro geschätzt. Papst Franziskus hat eine Reihe von Reformen angestoßen, um die Transparenz und Effizienz zu verbessern, doch viele dieser Maßnahmen sind unvollständig oder befinden sich noch in der Umsetzungsphase.

Neuer Papst muss Vatikan-Finanzen neu sortieren
Der nächste Papst wird also vor den gravierenden Fragen im Umgang mit den vatikanischen Finanzen stehen: So wird er auch entscheiden müssen, ob der Vatikan sein Immobilienimperium verringern soll, um die Schulden zu begleichen. Ob der neue Pontifex ein ausgewogenes Verhältnis zwischen finanzieller Stabilität und den Verpflichtungen des Heiligen Stuhls finden wird, ist im Vatikan derzeit eine große Frage. Kein Wunder, dass bei den Beratungen der Kardinäle über das Profil des neuen Papstes auch mögliche Kompetenzen im finanziellen Bereich genau geprüft wurden.
Sollten die Papst-Wähler nach jemandem suchen, der die komplexen bürokratischen Strukturen des Vatikans gut kennt und Einsparungen durchsetzen könnte, dann käme der italienische Staatssekretär Pietro Parolin als neuer Papst infrage. Die Nummer zwei des Vatikans während Franziskus‘ Pontifikat ist ein Favorit für das Papstamt. Während der gesamten Amtszeit von Franziskus hat er im Vatikan die Fäden gezogen.
Aber: Parolin leitete auch das Staatssekretariat, als dieses in einen riesigen Skandal über die unsaubere Investition von mehr als 200 Millionen Euro beim Kauf eines Gebäudes in London verwickelt war. Der italienische Kardinal Angelo Becciu, einst einer von Parolins wichtigsten Stellvertretern, wurde später von einem vatikanischen Gericht wegen Veruntreuung und Betrug zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, ein präzedenzloser Fall.







