- Deutschland hat beim ESC zuletzt oft die hinteren Plätze belegt
- Wird das auch beim Eurovision Song Contest 2025 so sein?
- So stehen die Chancen für einen Erfolg von Abor & Tynna mit „Baller“
Von wegen „Dabeisein ist alles“! Wer nicht gewinnen will, braucht erst gar nicht erst anzutreten. Mit diesem ganz und gar nicht olympischen Credo machte sich Entertainer Stefan Raab in diesem Frühjahr auf, den deutschen ESC-Act zu finden. Gefunden hat er Abor & Tynna, die als Gewinner des deutschen Vorentscheids „Chefsache ESC“ am Samstag auf der großen ESC-Bühne in Basel stehen werden. Dass sie dort, wie von Raab erhofft, tatsächlich den Sieg holen, scheint kurz vor der Show mehr als unwahrscheinlich.
Auch ohne Sieg: Der ESC kann für Abor & Tynna ein Gewinn sein
Ein Erfolg war der Gewinn des Vorentscheids für das Geschwisterduo aber selbst dann, wenn es nicht für einen der vorderen Plätze reichen sollte: Abor & Tynna konnten ihre – zuvor nicht wirklich existente – Bekanntheit enorm steigern. Ihr Song „Baller“, mit dem sie auch in Basel antreten, kletterte bis auf Platz 13 der Charts. Das zugehörige Album „Bittersüß“ konnte sich ebenfalls in den Top 100 platzieren.
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Musikalisch lassen sich Abor & Tynna nur schwer in eine Schublade stecken: Ihr Sound ist eine ganz eigene Mischung aus Pop, Hip-Hop und elektronischer Musik – angereichert mit klassischen Elementen, für die vor allem Abor, der seine Schwester auf dem Cello begleitet, verantwortlich ist. Gesungen wird von Tynna – und das auf Deutsch. Tatsächlich ist „Baller“ der erste deutschsprachige ESC-Beitrag aus Deutschland seit 2007.

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Mit ihrer Kombination aus Streicherklang und digitalen Beats schafft das Duo eine Atmosphäre, die zwischen Club, Konzertsaal und Wohnzimmer schwebt. Der Klang von Abor & Tynna wirkt dadurch roh, direkt und gleichzeitig durchdacht – ein Stil, der sich klar vom Mainstream absetzt.
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Siegchancen für Deutschland beim ESC? Eher nicht, aber...
Chancen auf einen Sieg beim ESC hat Deutschland 2025 quasi nicht. Es wäre eine große Überraschung, wenn Abor & Tynna sich die Trophäe sichern würden. Dabei ist die Konkurrenz 2025 schwächer als in den vergangenen Jahren. Viele Lieder plätschern vor sich hin, sind eher unauffällig.
Doch auch die Buchmacher, die traditionell gute Prognosen für einen Erfolg oder Misserfolg beim Eurovision Song Contest liefern, sehen den deutschen Beitrag nicht ganz vorne – inzwischen aber immerhin im Mittelfeld. Nachdem Abor & Tynna in den Wettquoten lange weit hinten lagen, hat sich seit Beginn der Proben einiges getan. Scheinbar konnten die Geschwister die Experten mit ihrem Bühnenkonzept überzeugen; innerhalb weniger Tag verbesserte sich Deutschland um ganze fünf Plätze, liegt kurz vor dem Finale auf Platz 14.
Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, könnte Deutschland im Mittelfeld landen. Aber nach vielen Jahren der Erfolglosigkeit wäre selbst das ein Grund zum Feiern. Und: Isaak, Deutschlands ESC-Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr, lag in den Quoten selbst am Finalabend noch weit hinten, am Ende schaffte er es auf Platz zwölf. Es gibt also Hoffnung.
„Baller“ kommt international gut an
Hinzu kommt: „Baller“ findet bei den Fans international viel Anklang. Bei einer Abstimmung auf „wiwibloggs“, einer englischsprachigen Webseite, die ausschließlich über den ESC informiert, landete der Song unter allen Beiträgen des Jahres 2025 auf Platz zwölf. In den „Global Viral Charts“ des Musikstreaming-Anbieters Spotify lag der Song zeitweise auf Platz eins.
Die Deutschen scheinen trotzdem pessimistisch: In einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag unserer Redaktion durchgeführt hat, beantworteten 54 Prozent die Frage „Welchen Platz wird Deutschland beim diesjährigen Eurovision Song Contest Ihrer Meinung nach erreichen?“ mit „Einen der letzten Plätze“. 18 Prozent rechnen mit einem Platz im Mittelfeld, noch vier Prozent glauben an eine Platzierung unter den Top Ten. Die Umfrage wurde zwischen dem 13. und 15. Mai online durchgeführt. Befragt wurden 5000 Deutsche ab 18.
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ESC 2025: Wer sind die Favoriten?
Als Favoriten für den Sieg in Basel gelten die Band KAJ aus Schweden mit „Bara bada bastu“, einem launigen Song über die Freuden des Saunierens, der Countertenor JJ aus Österreich mit „Wasted Love“ und die auch in Deutschland bekannte französische Sängerin Louane mit „Maman“.
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Doch die Vergangenheit hat gezeigt: Immer wieder finden sich unter den Favoriten auch Künstler, die von den Buchmachern völlig überschätzt werden. Genau andersherum war es im vergangenen Jahr: Während das Finale schon ausgetragen wurde, rangierte Kroatien noch an der Spitze der Wettquoten. Den Sieg holte jedoch Nemo aus der Schweiz – den Beitrag hatten die Buchmacher nur auf Platz drei gesehen.







