Der Mord eines anderen Menschen ist wohl das grausamste Verbrechen überhaupt. Ein Leben auszulöschen, übersteigt für psychisch gesunde Menschen die Vorstellungskraft. Dennoch gibt es weltweit immer wieder Serienmörder, die gleich mehrere Menschen auf dem Gewissen haben.

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Auch hierzulande kamen solche Fälle in trauriger Regelmäßigkeit vor. Und einige davon heben sich im Maße der Abscheulichkeit deutlich ab. Wer aber waren die Täter, und was trieb sie zu ihrer Tat? So viel sei vorab gesagt: Die wohl schlimmsten Taten wurden immer von Männern begangen.

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Carl Großmann: Er inszenierte sich als Opfer

Carl Großmann beging seine Taten etwa zwischen 1918 und 1921. Dabei tötete er mindestens 23 Frauen, obwohl die Dunkelziffer sogar noch höher liegen dürfte. Großmann ermordete regelmäßig seine Haus-Wirtschafterinnen, die für ihn arbeiteten. Später behauptete er, sie hätten Geld von ihm gestohlen und seien davongelaufen. Von den Frauen hörte man jedoch nie wieder. Großmann zerstückelte die Opfer und warf die Leichenteile ins „Engelbecken“, damals ein kleiner Tümpel in Berlin-Kreuzberg.

Carl Großmann
Carl Großmann tötete mindestens 23 Frauen. © Wikipedia | Gemeinfrei

Als sich eines seiner Opfer lautstark wehrte, werden Anwohner und die Polizei auf Großmann aufmerksam. Er wird am 21. August 1921 in Berlin-Friedrichshain blutbesudelt festgenommen. Bevor er einem Richter vorgeführt werden konnte, erhängte sich Großmann in seiner Gefängniszelle.

Paul Ogorzow: Mord in der S-Bahn

Nicht weit entfernt von Großmanns Wohnort trieb auch Paul Ogorzow sein Unwesen, allerdings einige Jahre später. Ogorzow, der später als „Das Tier von Rummelsburg“ bekannt wurde, agierte zwischen 1939 und 1941, also während des Zweiten Weltkriegs. Damals herrschte in Deutschland die „Verdunkelungsverordnung“. Dabei mussten Lichter und Scheinwerfer von Bussen, Bahnen und Autos abgedunkelt beziehungsweise abgeblendet werden. So sollte verhindert werden, dass die Piloten bei Bombenangriffen markante Ziele ausmachen konnten. Dafür wurden auch die Straßenlaternen abgeschaltet.

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Das machte sich Ogorzow zu Nutze. Er fuhr mit der S-Bahn-Linie zwischen Ostkreuz und Friedrichshagen hin und her und suchte sich in aller Ruhe junge und alleinstehende Frauen aus, die in den dunklen Abteilen saßen. Im Anschluss überwältigte er seine Opfer, vergewaltigte sie und warf sie aus dem fahrenden Zug. Mindestens acht Frauen starben, sechs weitere wurden lebensgefährlich verletzt. Ogorzow wurde für seine Taten 1941 hingerichtet.

Fritz Haarmann: Der Schlachter von Hannover

Noch heute dient die Geschichte von Fritz Haarmann aus Hannover als Gruselgeschichte. Im Jahr 1918 wurde die Polizei Hannover erstmals auf einen mysteriösen Fall aufmerksam: Immer wieder verschwanden kleine Kinder ohne jede Spur. Erst 1924 werden dann hunderte Leichenteile aufgefunden, die zu mindestens 22 Opfern gehörten.

Fritz Haarmann
Fritz Haarmann wurde auch in einem Schlagerlied besungen. „Warte, Warte nur ein Weilchen...“© picture alliance | dpa

Wenig später führte die Spur schließlich zu Haarmann, der bereits wegen „Unzucht an Knaben“ polizeilich bekannt war. Haarmann lockte die Kinder unter einem Vorwand in seine Wohnung, hatte Sex mit ihnen und biss ihnen im Anschluss die Kehle durch. Danach zerteilte er die Leichen und warf die Überreste in die Leine. Gerüchten zufolge soll er das Fleisch der Leichen auf dem ansässigen Markt verkauft haben, was allerdings nie belegt wurde. Unter fragwürdigen polizeilichen Befragungsmethoden, darunter auch folterähnliche Drohversuche, gestand Haarmann schließlich und wurde letztlich 1925 hingerichtet.

Karl Denke: Unvergleichbare Opferzahl

Zweifelhaften Ruhm erlangte auch Karl Denke mit seinen Morden. Zwischen 1903 und 1924 ermordete er Schätzungen zufolge 31 Personen. Seine „Masche“: Denke bot verarmten Personen eine deftige Mahlzeit an und lockte sie so in sein Zuhause. Sobald die Opfer aßen, holte er mit einer Spitzhacke aus und erschlug sie.

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Im Anschluss wurden die Leichen zerstückelt, in Salzlake eingelegt, und verspeist. Die Knochen bewahrte Denke als Andenken auf, aus der Haut der Opfer machte er Hosenträger. Als eines seiner Opfer durch einen glücklichen Zufall schwer verletzt entkommen konnte, wurde Denke letztlich überführt. Er erhängte sich wenig später in seiner Zelle.

Rudolf Pleil: Der „hilfreiche“ Mörder

Rudolf Pleil hatte ein mehr als nur abstoßendes Motiv: Er wollte der „erfolgreichste Totmacher“ aller Zeiten sein. Im Jahr 1946 lebte er an einem kleinen Grenzdorf im Harz und betätigte sich als sogenannter Grenzgänger, unterstützte also Fremde beim Grenzübertritt von Ost- nach Westdeutschland. Einige seiner (meist weiblichen) „Kunden“ wurden dann schließlich seine Opfer, während er sie durch einen dunklen Wald über die Grenze führte. Seine Mordserie konnte erst nach mindestens 13 Morden (12 Frauen, ein Mann) beendet werden, auch wenn er selbst von deutlich mehr Opfern sprach. Das Motiv: krankhafter sexueller Trieb.

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Pleil wurde erwischt, als ihn ein Passant 1947 bei einem der Morde beobachtete. Nach der Festnahme landete er im Gefängnis und erhängte sich schließlich vor Ablauf seiner lebenslänglichen Haftstrafe.

Mordprozeß gegen Rudolf Pleil und Komplizen
Der damals 26-jährige Rudolf Pleil beim Mordprozess.© picture-alliance / dpa | dpa

Fritz Honka: Er versteckte die Leichen über Jahre in seiner Wohnung

Der Fall Fritz Honka ging vor allem wegen seiner ekelerregenden Details in die Geschichte ein. Er ist für vier Frauenmorde verantwortlich. Honka führte die Opfer, die gelegentlich als Prostituierte arbeiteten, in sein Hamburger Appartement, betrank sich mit ihnen und vergewaltigte sie. Im Anschluss erdrosselte er seine Opfer, zersägte sie und versteckt Teile hinter einem Verschlag in einer Wohnung. Den Geruch versuchte er mit Duftbäumen und Klosteinen zu überdecken – ohne Erfolg.

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Als das Haus, in dem Honka lebte, letztlich eine Wohnung brannte, flog er auf. Während die Rettungskräfte nach Glutnestern suchten, wurde der Verschlag mit den stark verwesten Leichenteilen entdeckt. Honka wurde 1976 zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und starb letztlich im Alter von 63 an Herzschwäche.

Prozeß gegen Frauenmörder Fritz Honka
Die Geschichte von Fritz Honka (hier bei seinem Gerichtsprozess) wurde 2019 verfilmt.© picture-alliance / dpa | DB Heidtmann

Joachim Kroll: Vierjähriges Kind zerstückelt und gekocht

Joachim Kroll war für den Tod von mindestens acht Menschen verantwortlich, die er zwischen 1955 und 1976 ermordete. Er sprach meist junge Frauen in einem abgelegenen Waldstück an und fragte nach Sex. Lehnten sie ab, überwältigte er seine Opfer, vergewaltigte und erwürgte sie.

Besonders bizarr war der Fall eines vierjährigen Mädchens, das Kroll entführte, tötete und zerstückelte. Anschließend kochte er die Einzelteile, um sie daraufhin zu verspeisen. Als er die Innereien des Kindes in der Toilette hinunterspülen wollte, wurde ein Anwohner aufmerksam und informiert die Polizei. Ein Gericht verurteilte Kroll zu lebenslanger Haft verurteilt. Er starb im Jahr 1991 an einem Herzinfarkt.