Blutbeschmierte Hände, riesige Hämatome und eine tiefe Wunde im Gesicht: Der rätselhafte Tod eines bayerischen Musikers, Adolf N., der am 9. April 2024 im Alter von 94 Jahren tot in seiner Wohnung im Zentrum Roms aufgefunden wurde, beschäftigt jetzt die italienische Justiz.

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Gerichtsmediziner waren anfangs davon ausgegangen, dass der Maestro, der viele Jahre an Roms angesehener Musikakademie Santa Cecilia als Perkussionist gewirkt hatte, an den Folgen eines Sturzes im Haus gestorben sei.
Sie waren davon überzeugt, dass Neumeier, der in einer eleganten Wohnung in der Via del Governo Vecchio lebte, sich zu Hause unwohl gefühlt habe, gestürzt sei und sich an der Kante eines Nachtschranks neben seinem Bett tödlich verletzt habe. Daher waren die Ermittlungen der Polizei Ende dieses Jahres eingestellt worden. Doch auf Druck eines 80-jährigen Cousins des Toten ist die Untersuchung jetzt neu aufgerollt worden.
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Der deutsche Verwandte ist fest davon überzeugt, dass N. ermordet worden sei. Viele Spuren würden dies seiner Ansicht nach bezeugen. Neben den blutbeschmierten Händen und Kleidern des Opfers wurden mehrere Besonderheiten in Neumeiers Wohnung festgestellt. Die gebrochenen Rippen könnten darauf hindeuten, dass der alte Mann getreten wurde. Und zwar so heftig, dass Spuren von Erbrochenem in seinem Gesicht festgestellt wurden, wie die Tageszeitung „Corriere della Sera“ berichtete.

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Der Cousin vermutet, dass es sich womöglich um einen Raubüberfall gehandelt habe. Mithilfe der Kriminologin Katia Sartori hat der Cousin jetzt einen Antrag auf Wiederaufnahme der Ermittlungen gestellt. Die Kriminologin berichtete in ihrem Gutachten, dass man die Leiche des Musikers mit dem Kopf unter einem Nachtschrank auf dem Boden aufgefunden habe. Dies bezeuge, dass N. heftig zu Boden geschlagen worden war. Der Fund einer Aktentasche, die eine ordnungsgemäß registrierte Pistole und Munition enthielt, deute demnach darauf hin, dass N. einen Angriff befürchtete. Die Staatsanwaltschaft in Rom hat jetzt die Exhumierung der Leiche angeordnet. Sie hält also die Anzeige des Cousins demnach für glaubwürdig.
Beziehungstat in Italien? Zwei Männer stehen im Verdacht
Die Ermittlungen kreisen um zwei Männer, mit denen N. in der Vergangenheit lange Beziehungen unterhalten hatte. Einer von ihnen, der 62-jährige Ex-Partner des Musikers, hatte auch die Hausschlüssel von N.s Wohnung, die einen Wert von etwa 1,5 Millionen Euro hat. Er hatte N. am Tag vor seinem Tod in der Wohnung besucht.
„Für mich war N. wie ein Vater, ich habe ihn vor 45 Jahren kennengelernt“, berichtete der 62-Jährige den Ermittlern. Er ist derjenige, der das Vermögen von N. erben soll. Er hatte mit ihm mehrere Jahre zusammengelebt. Nach dem Ende der Beziehung war er ausgezogen. Schon seit Ende der 1990-er Jahre hatte N. dem Mann sein Vermögen zugeschrieben. Auf Ersuchen des Cousins wurde jetzt die Testamentsvollstreckung ausgesetzt. Der Angehörige ist der Ansicht, dass N.s Tod mit dem Testament in Verbindung stehen könnte.
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Befragt wurde auch ein 52-Jähriger, der den Maestro vor 30 Jahren kennengelernt hatte und der mit Neumeier täglich zusammentraf. Nachdem es ihm am Tag nach dem mutmaßlichen Mord nicht gelungen war, mit dem Maestro in Kontakt zu treten, hatte er sich mit dem Ex-Lebensgefährten N.'s in Verbindung gesetzt und N. tot aufgefunden.









