Blätter rascheln, der Mond scheint fahl zwischen ein paar Ästen hindurch, in der Ferne hört man ein wildes Tier heulen oder brüllen: Der Wald wird in Geschichten, Märchen und Erzählungen als einer der gruseligsten Orte überhaupt dargestellt. Die Sorge ist zumindest nicht gänzlich unberechtigt, da im Wald durchaus verschiedene Gefahren lauern können.

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Während die Wälder in Deutschland aufgrund ihrer Erschließung und routinemäßigen Überwachung als sehr sicher gelten, ist die Situation in anderen Wäldern auf der Welt deutlich komplexer. Doch welche Gefahren lauern rund um den Globus und welcher Wald ist dabei wohl der gefährlichste?

K‘gari vor Australien: Tödliche Spinne und gefährliches „Kuscheltier“

K‘gari ist an sich kein Wald, aber eine mit großen Waldflächen überzogene Insel vor der Küste Australiens. Hier finden sich – wie sollte man es in Australien auch anders erwarten – ein großer Haufen gefährlicher Tiere. Und das, obwohl die Insel heute auch als beliebtes Reiseziel gilt. Hier leben unter anderem Dingos, die zwar wie niedliche Hunde aussehen, jedoch durchaus aggressiv sein können. Sie jagen im Rudel und erlegen dabei mit Vorliebe Weidetiere.

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Doch: K‘gari ist vor allem für den hohen Anteil an Spinnen und Schlangen bekannt. Die Trichternetzspinne zum Beispiel fühlt sich hier pudelwohl. Ihr Biss ist ebenfalls tödlich.

Aokigahara in Japan: Einsamkeit und Trauer

Zugegeben: Per se „gefährlich“ ist der Aokigahara im Zentrum Japans eigentlich nicht. Dennoch hat es mit diesem Wald eine traurige Bewandnis: In den äußerst dichten Baumreihen ziehen sich oft Menschen aus aller Welt zurück, um Selbstmord zu begehen. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit, hier auf eine Leiche zu stoßen, vergleichsweise hoch.

Pro Jahr soll die Zahl der Todesfälle Schätzungen zufolge im dreistelligen Bereich liegen. Der Grund dafür ist nicht genau bekannt. Selbstmord ist in Japan jedoch tief in der Kultur verankert, galt in der Vergangenheit sogar als „ehrenvoll“.

Der Aokigahara ist traurigerweise besonders bei Selbstmördern „beliebt“.
Der Aokigahara ist traurigerweise besonders bei Selbstmördern „beliebt“.© picture alliance/ANN | WONG CHUN WAI

Darién-Dschungel in Panama: Der wohl gefährlichste aller Wälder

Der Darién Dschungel liegt in Panama und durchzieht das Land vom Golf von Darién bis zum Golf von Panama. Die Region ist bergig und voller Sümpfe, weshalb die Durchquerung für den Menschen als sehr gefährlich gilt. Zwar kann man den Darién-Dschungel per Boot durchqueren, einfach ist das auf den verwundenen Flüssen und Seen aber nicht. Viele Migranten aus Südamerika sind auf dem Weg gen USA jedoch auf diese Route angewiesen, da sie der einzige Landweg ist. Nach Angaben der Behörden in Panama waren es allein im Jahr 2023 über eine halbe Million Menschen, die hier unterwegs waren.

"Cloud forest with diverse vegetation, Tandayapa Valley, Ecuador"
Dichter Regenwald, mehrere Sümpfe: Der Darén-Dschungel ist eine der gefährlichsten Waldregionen der Welt.© picture alliance / Minden Pictures | Tim Fitzharris

Die UNO-Flüchtlingshilfe schreibt dazu: „Bis zu zehn Tage dauert der Fußmarsch durch die menschenfeindliche Umgebung, in der giftige Schlangen und Pumas heimisch sind. Auf dem Weg durch den Dschungel verirren sich Flüchtende häufig, müssen reißende Flüsse durchqueren oder brechen erschöpft zusammen.“

Nicht selten kommt es dabei zu Todesfällen. Zudem lauert in der Waldregion das wohl gefährlichste Raubtier überhaupt: der Mensch. Kriminelle Banden nutzen die abgelegenen Regionen als Versteck und für Überfälle auf die vorbeiziehenden Migranten. Haupteinnahmequelle der Anwohner in dieser Region ist der Drogenschmuggel. Damit ist der Darién-Dschungel wohl einer, wenn nicht der gefährlichste Wald der Welt.

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Amazonas: Tödliche Tiere zuhauf

Der Amazonas ist mit einer Gesamtfläche von 526 Millionen Hektar (!) das größte zusammenhängende Waldgebiet der Welt. Dass auf dieser Fläche die ein oder andere Gefahr lauert, sollte klar sein. Einerseits ist der Regenwald voller gefährlicher Insekten wie Moskitos (können tödliche Krankheiten übertragen), die brasilianische Wanderspinne (ihr Biss ist tödlich) oder Skorpione.

Grüne Anakonda (Eunectes murinus), Pantanal in Brasilien
Anakondas können eine Länge von bis zu neun Metern erreichen.© picture alliance / imageBROKER | G. Lacz

Hinzukommen auch tödliche Pflanzen wie die giftige Tucuma-Palme. Doch auch Säugetiere und Amphibien tummeln sich im Amazonas:

  • Jaguar: Auch wenn die Tiere dem Menschen eher aus dem Weg gehen, kann eine eventuelle Begegnung schnell tödlich enden. Die Raubkatzen haben scharfe Zähne und Krallen, mit denen sie in Notsituationen durchaus gefährlich werden können.
  • Pfeilgiftfrösche: Hier ist der Name fast schon selbsterklärend. Eingeborenen-Stämme nutzten und nutzen das Gift des bunten Frosches für ihre Pfeile. Das Gift des Frosches heißt Batrachotoxin. Es lähmt sowohl die Muskeln als auch die Atmung seines Opfers, was zum Todes führt.
  • Piranhas: Die fleischfressenden Fische nagen das Fleisch von den Knochen ihrer Opfer, seien es Fische, Säugetiere oder auch Menschen.
  • Zitteraale: Sie können Elektroschocks abgeben, die bei den Opfern zu Muskelkrämpfen führen, die im Wasser tödlich enden können.
  • Anakondas: Die Würgeschlange kann eine Länge von bis zu neun Metern und ein Gewicht von bis zu 250 Kilogramm erreichen. Sie hat scharfe Zähne, mit denen sie sich in ihr Opfer verbeißt. Danach wickelt sie sich um die Beute und drückt immer fester zu, bis die Venen abgedrückt werden. Die Blutzirkulation setzt aus, das Opfer wird bewusstlos und stirbt nach kurzer Zeit.